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Digitalkameras im Test - Blitzlichter am Weihnachtsbaum

, aktualisiert am

  • Vollautomatik leistet gute Arbeit
  • D-SLRs im Aufwind
  • Superzooms als Alternative

„Alle Jahre wieder“ trifft auf Weihnachten zu, nicht aber auf den deutlich kürzeren Produktionszyklus von Digitalkameras. Inwieweit es tatsächlich notwendig ist, alle paar Monate mit einem (oft nur minimal überarbeiteten) Modell auf den Markt zu kommen, sei ­dahingestellt. Zugleich ist aber auch die Nachfrage ungebrochen groß, wobei innerhalb der drei verfügbaren Kameragruppen eine Verschiebung zugunsten der digi­talen Spiegelreflexkameras (D-SLR) stattgefunden hat.

Drei Kameragruppen

Einst wegen ihrer Unhandlichkeit verpönt, profitieren sie jetzt von der Abkehr vom Knipsen hin zum bewussten Fotografieren mit künstlerischem Anspruch. Daran, dass sich die D-SLRs durch ihre Größe, ihr Gewicht und meist auch durch ihr umfangreicheres Zubehör von den übrigen Digitalkameramodellen abheben, hat sich freilich nichts geändert. Deshalb gilt nach wie vor die Empfehlung, von den eigenen Bedürfnissen auszugehen, statt einem Trend zu folgen. So können etwa die deutlich kompakteren Superzoom-Kameras in vielen Bereichen mit den Spiegelreflexmodellen der Einsteigerklasse konkurrieren, mit denen sie sich in einer gemeinsamen Gruppe befinden.

Werfen wir nun einen Blick auf die drei ­erwähnten Kameragruppen, die auf Basis des Funktionsumfanges der Kameras und der Ansprüche der Benutzer gebildet ­wurden.

Drei Kameragruppen

Basic – für Einsteiger

Handliche Alltagsmodelle mit optischem Drei- bis Fünffachzoom (in Ausnahme­fällen auch mehr), einer Handvoll Motivprogrammen (Porträt, Sport, Strand, Schnee, Landschaft etc.) und nur mini­malen manuellen Einstellmöglichkeiten. Letztere werden von den Benutzern aber auch gar nicht vorausgesetzt, weil die Vollautomatik mittlerweile in fast allen Situationen optimal arbeitet.

Non-Basic/Advanced – für Fortgeschrittene

Etwas größere und schwerere, aber immer noch kompakte Modelle mit optischem Fünf- bis Zehnfachzoom, zahlreichen ­manuellen Einstellmöglichkeiten (z.B. Blende, Belichtungszeit, Weißabgleich, Blitz, Fokus), einer Vielzahl an Motivprogrammen und größerer, lichtstärkerer Optik als die Basic-Modelle. Die manuellen Möglichkeiten können, müssen aber nicht ausgeschöpft werden, weil auch hier die Vollautomatik bzw. die Programmauto­matik (automatische Abstimmung auf ­manuell getätigte Vorgaben) gute Arbeit leistet. Für alle, deren Ansprüche über ­reine Erinnerungsbilder hinausgehen.

High-End/Top – für Ambitionierte

Lichtstarke Kameras für ambitionierte Amateure bis hin zum Profifotografen. Hier behaupten sich die Superzooms (mit 10- bis 24-fach-Zoom) neben den digitalen Spiegelreflexkameras, deren Wechseloptik allerdings für bestimmte Einsatzbereiche immer noch einen großen Pluspunkt darstellt. Die Vorteile der Vollautomatik sind in dieser Gruppe mittlerweile ebenfalls ein Thema – und dies betrifft durchaus auch eher heikle Voreinstellungen wie etwa den Weißabgleich. Wobei die Halbautomatik bzw. die rein manuellen Einstellungsmöglichkeiten für ambitionierte Fotografen ­natürlich ein zusätzliches Argument für die Wahl einer High-End-Kamera sind.

Brennweite

Alternativen zur Wechseloptik

Die Verwendung unterschiedlicher Objektive ist übrigens nicht mehr ausschließlich den Spiegelreflexkameras vorbehalten. Die ersten Sucherkameras mit Wechseloptik sind bereits auf dem Markt. Andere besser ausgestattete Non-Basic- und Superzoom-Modelle bieten beispielsweise die Möglichkeit, einen Weitwinkelkonverter (für enge Räume) oder einen Telekonverter (um ­Fernes heranzuholen) vor die Linse zu ­setzen. Gleiches gilt für Polarisationsfilter (zur Vermeidung von Spiegelungen), Konversionsfilter (zur Farbkorrektur bei speziellen Lichtverhältnissen) oder Effektfilter (für künstlerische Verfremdungen). Vorsichtiger Umgang ist bei Modellen geboten, die die Optik nach dem Ausschalten komplett einziehen.

Natürlich sind auch Makrolinsen für Aufnahmen aus kürzester Distanz erhältlich. Gerade in diesem Bereich sind aber etliche Digitalkameras von Haus aus sehr brauchbar ausgestattet. Achten Sie beim Kauf auf die angegebene kürzeste Aufnahmedistanz (Naheinstellgrenze).

Die Brennweite

Ein interessanter Punkt bei sämtlichen ­Kameramodellen ist die Brennweite. Längst nicht alle haben Objektive mit Weitwinkelcharakteristik (entsprechend 28 mm Kleinbild oder darunter). In der Praxis sind Weitwinkelobjektive unter anderem dann hilfreich, wenn Sie ein Gebäude von der ­gegenüberliegenden Straßenseite aus oder eine größere Personengruppe in beengten räumlichen Verhältnissen komplett ins Bild bekommen möchten. Andererseits gibt es Modelle, bei denen mehr Wert auf den ­Telebereich gelegt wird. Dies hat zum Beispiel Vorteile bei der Aufnahme von Landschafts- oder Architekturdetails. Manuelles Zoomen (vor allem bei Spiegelreflexkameras) geht dabei schneller und genauer als das Motorzoom.

Tabelle: Digitalkameras

Zusammenfassung

Digitalkameras: Kompetent mit "Konsument"

Bedarfsgerecht kaufen. Die eigenen Ansprüche und die gewünschten Einsatzbereiche der Kamera entscheiden letztlich, aus welcher der drei Gruppen sie stammen soll.

Zweitakku empfehlenswert. Damit Ihnen nicht im falschen Moment der „Saft“ ausgeht, sollten Sie von vornherein einen zweiten Akku anschaffen – vor allem, wenn der Einsatz von Batterien nicht möglich ist.

Größere Speicherkarte. Die in viele Kameras integrierten Speicher fassen nur wenige Bilder, weshalb Sie auch gleich eine Speicherkarte kaufen sollten. Für Basic- und Non-Basic-Modelle genügen 2 GB, für High-End-Kameras – aber auch im RAW-Modus und wenn Sie die Videofunktion intensiv nutzen – sollten es 4 GB oder mehr sein.

Digicams online. Ausführliche Tabellen und weitere Informationen für die Kameraauswahl finden Sie hier.

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