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Digitalkameras - Kein Qualitätssprung

, aktualisiert am

  • Die neuen stoßen an Grenzen
  • Mit der „vorletzten Generation“ sind Sie derzeit am besten bedient
  • Kleine Chips für kleine Brieftaschen

Renner im Weihnachtsgeschäft

Man muss kein Prophet sein, um es vorauszusagen: Digitalkameras werden im heurigen Weihnachtsgeschäft der Renner schlechthin sein. Konnten sich Hersteller und Handel schon im vergangenen Jahr über eine Verdoppelung des Absatzes freuen, wird sich dieser im laufenden und nächsten Jahr erneut verdoppeln: 16 Millionen Stück sollen dann allein in Westeuropa jährlich über die Ladentheke wandern. Und das zu immer geringerem Preis:

Preise um 20 Prozent gefallen

Seit unserem letzten Test im September sind die Preise für Kameras mit 3 Millionen Bildpunkten (Megapixel = MP) um fast 20 Prozent gefallen (heute durchschnittlich 310 Euro), jener für Digicams mit 4 Megapixel sogar um 25 Prozent (370 Euro im Durchschnitt). Das ist für diesen kurzen Zeitraum zwar erheblich, überrascht aber niemanden mehr wirklich.

Nur jedes vierte Gerät ist "gut"

Nein, das große Staunen kam für unsere Tester in einem anderen Punkt: der Qualität. Konnten wir nämlich unseren September-Test noch mit der Überschrift „Besser und billiger“ versehen, trifft dies für die aktuellen Ergebnisse nicht mehr zu. Nur jedes vierte Gerät erhält ein „gutes“ Testurteil, im Septemberheft war es noch jedes zweite. Dies bei unveränderten Testbedingungen.

Bildqualität ist gesunken

Ein vergleichender Blick in die Tabellen vermag schnell Aufklärung über die Ursache zu geben: Die Bildqualität ist – trotz Tendenz zu höherer Pixelanzahl – gesunken. Nur drei Kameras brachten es in diesem Punkt auf ein „Gut“ – im September waren es bei gleicher Anzahl von Prüflingen noch acht.
Daraus ergibt sich der erste Tipp für die digitale Shopping-Tour zum frohen Fest: Geräte der vorletzten Generation sind nicht von vornherein schlechter, tendenziell ist sogar das Gegenteil der Fall. Und da diese „alten“ Geräte wohl mittlerweile gleichfalls im Preis fallen, sind sie eine echte Geldbörsel-freundliche Alternative zu Produkten der Generation „allerletzter Schrei“ – siehe dazu auch „Die besten aus den beiden vergangenen Tests“.

Kleinere Bildsensoren

Wie kommt’s aber überhaupt zum „Qualitätsschwund“? Vereinfacht gesagt: durch die Miniaturisierung der Bildsensoren (Chips) im Zusammenspiel mit der Kamera-Optik. Kleinere Chips kommen die Hersteller billiger und erlauben auch geringere Kameraabmessungen. Wenn aber immer mehr Informationen (Pixel) auf immer kleinerem Raum untergebracht werden müssen (de facto auf weniger als 1/20 der Fläche eines Kleinbild-Negativs), steigt der Anspruch an die Optik. Mit der Verkleinerung des Sensors verringert sich auch der Platz, der für jedes einzelne Pixel zur Verfügung steht und damit dessen Lichtempfindlichkeit. Die Sensorsignale müssen somit höher nachverstärkt werden. Unterm Strich führen diese Faktoren zu Problemen mit der Bildauflösung und zu erhöhtem Bildrauschen – also insgesamt zu einem schlechteren Bildeindruck.

Herkömmliche Kameras als Alternative

Freilich gilt es, die Kirche im Dorf zu lassen: Durch die relative Verschlechterung in den Bildergebnissen werden die digitalen Ergebnisse für den Fotoamateur nicht schlichtweg unbrauchbar – nur halt weniger gut. Wem das nicht genügt, der wird nach wie vor an eine herkömmliche Kompakt- oder Spiegelreflexkamera denken. Im anderen Fall aber stellt sich die Frage: Für welche Geräteklasse soll man sich entscheiden?

Drei Gruppen

  • 2 Megapixel:   Die „Fun“-Klasse. Totgesagte leben länger, heißt es. Auf die Billigmodelle der 2-Megapixel-Klasse trifft dies sicher zu. Immer noch halten sich (einige) Modelle dieser Kategorie auf dem Markt. Nicht ganz zu Unrecht: Niedriger Preis und einfachste Bedienung machen sie vor allem für den fotowütigen Nachwuchs und den Gelegenheitsfotografen vom Typ „Fauler Willi“ interessant. Hier gibt es kaum Entscheidungen zu treffen, die Kamera besorgt das schon. Die Ausstattung ist dementsprechend karg, die Bildqualität aber auch nicht nennenswert schlechter
    als bei den größeren „Geschwistern“ – sofern man mit Ausdrucken oder Abzügen im Format bis zu 13 x 18 Zentimetern oder mit der reinen PC-Bildschirmdarstellung das Auslangen findet.
  • 3 oder 4 Megapixel: Mittelklasse. In dieser Kategorie finden sich die Geräte für den preisbewussten Fotoamateur, der schon mal in Sachen Kameraeinstellung selbst Hand anlegen will: Weißabgleich, Belichtungskorrektur, Brennweiten- oder Zeitautomatik, optisches Mehrfach-Zoom sind hier zu finden.
  • 5 Megapixel: Top-Klasse. Hier ist der Unterschied in den Ausstattungsdetails zur Mittelklasse zwar geringer als jener zwischen Einsteiger- und Mittelklasse, der Preisunterschied dank der „Pixelmanie“ vieler Käufer aber erheblich: Kameras mit 5-MP-Chip kosten im Schnitt  rund das Doppelte eines 3-Megapixel-Gerätes. Gleichzeitig lässt sich aber nicht wegdiskutieren: Die Mehrzahl der im Test „gut“ abschneidenden Kameras gehört dieser Klasse an. Sie hat somit für den wirklich ambitionierten, bildgestaltenden Amateur durchaus ihre Berechtigung.

Wichtige Begriffe beim Digitalkamera-Kauf

  • Auslöserverzögerung. Ist die benötigte Zeit zwischen Druck auf den Auslöseknopf und tatsächlicher Aufnahme. Im Test zwischen 0,5 und 1,4 Sekunden bei bereits eingeschalteter Kamera. Vom Einschalten bis zur ersten Aufnahme vergehen sogar zwischen zwei bis über fünf Sekunden. Nachteil für Schnappschuss-Fotografen.
  • Megapixel. Sind die vom Kamera-Sensor erfassbaren optischen Informationen in Bildpunkten. Selbst bei 5-Megapixel-Kameras nur ein Bruchteil vom herkömmlichen Film. Extreme Vergrößerungen (Poster) benötigen mehr Megapixel als „Normalformate“, um das Bild nicht „grobkörnig“ erscheinen zu lassen.
  • Speichermedium. Erlaubt das „Ablegen“ der Fotos in der Kamera und ist ein sicherer Posten für Zubehör-Ausgaben: Die Kameras im Test kommen lediglich mit Speicherkarten zwischen null und 32 Megabyte daher. Kosten und Kapazität zusätzlicher Speichermedien vor dem Kamera-Kauf erfragen!
  • Videoaufzeichnung. Ist ein Werbegag. Dennoch lassen sich Sequenzen mit einer Länge von 15 bis 180 Sekunden aufzeichnen – kein Ersatz für eine Videokamera.
  • Weißabgleich. Ist erforderlich, um Motive in der richtigen Lichtfarbe erscheinen zu lassen. Fast alle Digicams im Test (Ausnahme: Sony Cyber-Shot DSC-U60) bieten automatische Voreinstellungen (Tageslicht, Glühlampe, Neonlicht etc.) an. Sinnvoll: manueller Weißabgleich zum händischen Einstellen bei gemischten Lichtquellen (etwa Tageslicht und Glühlampe und Neonlicht).
  • Zeit- und Blendenvorwahl. Erweitert die kreativen Möglichkeiten der Bildgestaltung. Nur bei vier Kameras im Test vorhanden.
  • Zoomfaktor bzw. Brennweite. Beschreibt die „Vergrößerungsleistung“ des Objektivs. Im Test: vier Produkte mit fester Brennweite (also ohne Zoom-Möglichkeit), der überwiegende Rest mit Drei- bis Vierfachzoom.

Die besten aus den beiden vergangenen Tests

Marke  Type  Preis in E Test-Urteil
Canon    Powershot S 50  500,–  gut
  PowershotA 70  350,–  gut
  Powershot G 3  700,–  gut
  Digital Ixus 400  500,–  gut
Minolta   Dimage F 300  500,–  gut
Nikon    Coolpix 3100 350,–  gut
Olympus   C 740  500,–  gut
  C-5050 Zoom  700,–  gut
Pentax    Optio 550  700,–  gut
Sanyo    Xacti VPC-J1EX  400,–  gut
Sony  Cybershot DSC-P72  350,–  gut

Details zu diesen Produkten finden Sie in den Ausgaben


      
 

So haben wir getestet

In einer internationalen Zusammenarbeit wurden 4 Digitalkameras mit fester Brennweite und 14 mit Zoomobjektiv und einer Auflösung von 2 bis 5 Megapixel in Preisklasse von € 150 bis € 800 getestet.

  • Bildqualität (40%): Gemessen wurden Auflösung in der besten Qualitätsstufe, Farbwiedergabe, Bildrauschen bei geringem Licht, Autofokus, Vignettierung und Verzerrungen. Mehrere Testpersonen beurteilten in einem Sehtest die Bilder (Einstellung manuell und automatisch) über einen hochwertigen Monitor.
  • Sucher und Monitor (15%): Die Abweichungen des aufgenommenen Bildes vom Sucher- und Monitorbild wurden in der Tele- und Weitwinkeleinstellung bewertet.
  • Blitz (10%): In einem Prüfraum wurde die Blitzausleuchtung für 1 m, 3 m und 5 m Entfernung ermittelt.
  • Vielseitigkeit (5%): Bewertet wurden die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten und die Ausbaufähigkeit des Systems.
  • Handhabung (25%): Bewertet wurden die Bedienungsanleitung, die Bedienelemente, Sucher und /oder Monitor, die Menüführung, die Schnelligkeit des Datenaustauschs, die Einschaltdauer, die Auslöseverzögerung im Automatik- und im manuellen Modus, der Wechsel des Speichermediums, die Funktion des Autofokus und der manuellen Einstellmöglichkeiten sowie der Batterie-/Akkuwechsel.
  • Stromversorgung (10%): Bewertet wurde, wie viele Bilder mit einem Batterie-/Akkusatz gemacht werden können bis die Warnanzeige erscheint oder die Kamera abschaltet.

 

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