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Medizinische Befunde - Erste Abklärung

Harn, Speichel, Stuhl & Co ermöglichen bei richtiger Testdurchführung vielfältige Einblicke in den Körper.

KONSUMENT-Cartoon: Harnzucker untersuchen lassen (Cartoon: Robert Scheifler)

Blut ist die am häufigsten untersuchte ­Körperflüssigkeit. Sie kann viel über den menschlichen Stoffwechsel verraten. Daneben gibt es aber noch eine Reihe anderer Körpersäfte und -ausscheidungen, die auf einfache und meist völlig schmerzfreie Weise einen Blick in das menschliche "System" ermöglichen.

Harnuntersuchung

Zu den ältesten medizinischen Unter­suchungsmethoden zählt die Überprüfung des Harns. Eine gesunde Niere reinigt pro ­Minute mindestens 95 Milliliter Blut und scheidet ­die herausgefilterten Stoffe über den Urin aus.

Ein mikroskopischer Blick auf die Zusammen­setzung des Harns kann ­daher ­bereits viele Hinweise auf die Vor­gänge in unserem Körper liefern: Zeigen die ausgeschiedenen Stoffe ­Anzeichen einer Fehlfunktion von Niere, Leber, Blase oder Harnwegen? Sind bestimmte Substanzen im Übermaß oder in zu geringer Menge ­vorhanden? Lassen sich im Harn Bestandteile nachweisen, die dort gar nicht sein sollten?

  • Nitrit zum Beispiel ist ein Nebenprodukt, das bei bakteriellen Prozessen anfällt und ebenso wie erhöhte pH-Werte auf einen Harnwegsinfekt hinweisen kann.
  • Auch Bakterien oder weiße Blutkörperchen (Leukozyten, im Befund oft mit LEU, Leuco oder Leukos abgekürzt) sind mög­licher­weise ein Zeichen für eine Harn­wegs­infektion.
  • Harnsäure (häufig mit "Hsre" abgekürzt) führt bei zu hoher Konzentration zu Gichtknoten in den Gelenken und zu Nieren­steinen; ein zu hoher Wert gilt daher als ­Risikofaktor.
  • Zucker (Glukose) kann auf eine Diabetes-Erkrankung hinweisen.
  • Auch Ketone (Azeton) treten bei einer Blutzuckerentgleisung vermehrt im Harn auf.
  • Blut im Harn in Form von roten Blutkörperchen (häufig mit ERY – vom medizinischen Fachbegriff Erythrozyten – abgekürzt) kann etwa bei Entzündungen der Niere und der Harnwege auftreten. Möglicherweise ist es aber auch als Folge der Regelblutung oder durch starke körperliche ­Beanspruchung im Harn messbar.

Uhrzeit entscheidend

­Daher spielt es auch eine wichtige Rolle, wann der Urin aufgefangen wird, ob morgens, über den gesamten Tag verteilt oder nur der soge­nannte Mittelstrahl, bei dem der erste Teil des Harns in die Toilette fließt, dann ­etwa 20 Milli­liter im Becher gesammelt werden und der restliche Harn wieder in die Toilette fließt. Der untersuchende Arzt liefert dazu üblicher­weise genaue Vor­gaben, an die man sich auch halten sollte, damit er weitere Untersuchungsschritte und eine gezielte Behandlung fest­legen kann.

Im Zweifelsfall zum Arzt

Im Zweifelsfall immer zum Arzt

Mit Teststreifen aus der Apotheke lassen sich Harnuntersuchungen zum Beispiel bei Harnwegsinfekten zwar auch auf eigene Faust durchführen, ein negatives Ergebnis ist aber keine Garantie, dass alles in Ordnung ist: ­Einige Bakterien, die Harnwegs­infekte ver­ursachen, lassen sich durch die chemischen Substanzen im Teststreifen nicht nachweisen. Auch bei anhaltenden ­Beschwerden, wie etwa Schmerzen beim Harnlassen, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Dieser führt dann weiter reichende Urintests und ­eine Blutunter­suchung durch, um einen Befund abzusichern oder genauere Ergeb­nisse zu erhalten.

Farbe und Geruch

Neben der mikroskopischen Untersuchung im Labor geben auch Farbe, Klarheit und ­Geruch des Urins erste Aufschlüsse. Harnwegsinfekte gehen oft mit einem stechend scharfen Geruch einher. Ist der Harn rötlich-braun verfärbt, kann das auf eine Blut­beimengung hinweisen. Die Farbe hängt aber auch davon ab, wie viel man getrunken und was man gegessen hat. Himbeeren oder Rote Rüben zum Beispiel können den Harn ebenso verfärben wie Medikamente.

Nicht nur Abfallprodukt

Das gilt ebenso für den menschlichen Kot, der je nach den verzehrten Lebensmitteln, Getränken und Medikamenten sehr unterschiedlich aussehen kann. Auch hier liefern Farbe, Beschaffenheit und Geruch sowie die Unter­suchung auf mögliche unerwünschte Bakte­rien, Krankheitserreger und Beimengungen wie Blut, Eiter oder Schleim erste Hinweise auf Blutungen und entzündliche Prozesse im ­Magen-Darm-Trakt.

Sichtbares und nicht sichtbares Blut

In den meis­ten Fällen ist Blut im Darmtrakt auf harmlose oder leicht behandelbare Ursachen zurückzuführen, etwa Hämorrhoiden, Schleimhautgeschwülste (Poly­pen), Darmausstülpungen (Divertikel), Entzündungen oder Verletzungen in der Aftergegend.

Neben sichtbarem Blut, das zu einer Stuhlverfärbung führt, kann sich im Stuhl aber auch nicht sichtbares (okkultes) Blut befinden – ein möglicher Hinweis auf Darmpolypen, aus ­denen sich im Lauf mehrerer Jahre Dick­darmkrebs entwickeln kann. Um dies aus­zuschließen oder rechtzeitig zu erkennen, wird im Rahmen von Gesundenuntersuchungen der sogenannte Haemocculttest oder Okkultbluttest durchgeführt (siehe Kapitel "Stuhltest – aussagekräftig oder nicht?").

Schleimhaut, Sputum und Speichel

Schleimhäute

Streift man mit einem Wattestäbchen über die Schleimhäute in Mund, Nase und ­ Rachen, an den Augen, im Darm oder an den Geschlechtsorganen, bleiben Körperzellen daran haften und können im Mikroskop auf Entzündungsherde oder Tumorzellen untersucht werden. Wichtig ist, die zu unter­suchende Stelle vor der Untersuchung nicht zu waschen.

Sputum

Genau das sollte man hingegen tun, wenn der zähflüssige Lungenschleim, auch Sputum oder Auswurf genannt, auf ­Erreger in der Lunge untersucht wird: Damit das Ergebnis nicht verfälscht wird, heißt es vor dem Abhusten Zähne putzen und den Mund mit klarem Wasser spülen.

Speichel

Drei bis vier Stunden nichts essen oder ­trinken sollte man vor einem Speicheltest. Die im Speichel enthaltenen Mineralien und Eiweiße lassen Rückschlüsse auf einen ­Befall durch Bakterien oder Pilze, auf Stoffwechselstörungen und Immunabwehrschwächen zu. Umstritten ist allerdings die Aussagekraft der in den vergangenen Jahren immer beliebter gewordenen Hormonspeicheltests zur Bestimmung des Hormonstatus oder die Sinnhaftigkeit von Kariesspeicheltests. Man­gelnde ­Referenzwerte und wissenschaftliche Nachweise würden hier ­vielen Quacksalbern Tür und Tor öffnen, so die Kritik.

Stuhltest – aussagekräftig oder nicht?

Mit dem sogenannten Haemocculttest soll der Stuhl auf nicht sichtbares Blut und das damit einhergehende Tumorrisiko im Darm untersucht werden.

Der Test ist einfach durchzuführen und Bestandteil jeder Gesundenuntersuchung: In vorgefertigten Testbriefchen von medizinischen Einrichtungen wird eine etwa erbsengroße Stuhlprobe auf den dafür vorgesehenen Feldern aufgebracht.

Test wiederholt

Bei positivem Testergebnis, also wenn der Blutfarbstoff Hämoglobin im Stuhl gefunden wurde, wird der Test meist wiederholt, um ein durch Ernährung, Hämorrhoiden oder bei Frauen durch die Regelblutung falsch-positives Ergebnis auszuschließen. Außerdem werden oft weitere Untersuchungen – etwa auf Hämorrhoiden, Polypen oder Geschwüre in Magen und Darm – durchgeführt, um die Blutungsquelle zu finden.

Die diagnostische Aussagekraft des Haemocculttests ist allerdings eingeschränkt:

- Nur fünf Prozent der über 45-Jährigen ohne Beschwerden, bei denen der Test Blut im Stuhl nachweist, leiden tatsächlich an einer gut- oder bösartigen Tumorerkrankung im Darm.

- Andererseits weist der Haemocculttest nur bei etwa jedem Zweiten mit einem Darmtumor im Frühstadium Blut im Stuhl nach.

 

 

Buchtipp: "Befunde verstehen"

So mancher Befund verunsichert - unabhängig vom tatsächlichen Ergebnis. Da ist jede verständliche Information willkommen. Das Buch gibt einen Überblick über gängige Untersuchungen, Laborwerte und deren Bedeutung. Es ersetzt keine Interpretation durch den Arzt, ermöglicht aber, die richtigen Fragen zu stellen.

www.konsument.at/befunde

Aus dem Inhalt

  • Blut- und Harnbefund
  • Was Laborwerte aussagen
  • Röntgen, CT und MRT
  • Fachbegriffe für Laien übersetzt

2. aktualisierte Auflage, 184 Seiten, 19,90 € + Versand

KONSUMENT-Buch: Befunde verstehen (2. Auflage)

 

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