Wandheizungen - Wärme aus der Wand

  • Wandheizsysteme sind nicht gerade billig
  • Hohe Behaglichkeit und geringerer Energieverbrauch

Wie behaglich man sich in einem Raum fühlt, hängt ganz wesentlich von der Temperatur der Wände und der Luft ab. Ideal sind warme Wände und kühle Luft. Herkömmliche Heizkörper (Radiatoren) etwa bei einer Etagenheizung erwärmen aber vorwiegend die Luft (Konvektionswärme), während die Wände kühler bleiben. Nebeneffekt: Die erwärmte Luft sammelt sich unter der Decke, wo sie keiner braucht, kühle strömt unten nach. Wand- und Fußbodenheizungen hingegen erwärmen Mauern und Böden, geben Strahlungswärme ab, und die Luft bleibt hier etwas kühler.

Noch ein Vorteil von Wand- und Fußbodenheizungen: Je größer die Heizfläche im Raum, desto niedriger kann die Temperatur des Heizungswassers sein (sogenannte Vorlauftemperatur), und das senkt den Energieverbrauch deutlich. Diese Flächenheizungen kommen mit Wassertemperaturen von 30 bis 45 Grad Celsius aus, Heizsysteme mit Radiatoren benötigen etwa 60 Grad. Mit der niedrigeren Temperatur reduzieren sich auch Kessel- und Leitungsverluste; Wärmepumpen und Gasbrennwertgeräte erreichen ihren maximalen Wirkungsgrad. Besonders bei Energiesparhäusern ist die Kombination von Solaranlagen mit Wand- oder Fußbodenheizung sehr sinnvoll. 1)

1) Die Vorteile und Nachteile verschiedener Heizsysteme beschreibt unser Konsument extra „Richtig heizen“. Kosten sparen, Gas, Strom, Öl, Holz, Sonne, Raumklima, Gesundheit, Ökologie; siehe dazu: Produkte - "Richtig heizen".

Einsatz meist in neuen Häusern

Die meisten Wandheizungssysteme kommen in neu errichteten Häusern zum Einsatz, doch eignen sie sich auch für Dachbodenausbauten oder Wohnungs- und Haussanierungen. Die Wandheizung verträgt höhere Oberflächentemperaturen als die Fußbodenheizung. Sie wärmt – wie bei einem Kachelofen – den ganzen Körper frontal mit der besonders angenehmen Strahlungswärme und eignet sich daher vor allem für Räume, wo der Bewohner steht oder sitzt – also etwa im Wohn-, Ess- und Arbeitszimmer.

Gute Wärmedämmung ist Voraussetzung

Kein Licht ohne Schatten. In kleinen Wohnungen, wo jeder Zentimeter Wand für Kästen oder Regale genutzt werden muss, ist sie ungeeignet. Der nachträgliche Einbau ist in jedem Gebäude sehr aufwendig. Auch das Befestigen eines Bildes kann ein Problem werden, lässt sich aber durch spezielle Aufhängevorrichtungen, Thermofolie und Metalldedektoren lösen. Noch mehr als jeder andere Heizungstyp setzt die Wandheizung unbedingt eine gute Wärmedämmung voraus. Ist der Wärmebedarf auf diese Weise stark reduziert, genügt meist ein Teil einer Wand (in einem Haus am besten die Innenseite der Außenwand) als „Heizkörper“. Wand- und Fußbodenheizung lassen sich auch kombinieren. Die exakte Dimensionierung ist Aufgabe der Fachfirma und wird meist mit Computerhilfe durchgeführt.

Noch ein Vorteil: Die meisten Wandheizungen sind flinke Heizer, zumindest dann, wenn eine Dämmschicht hinter der Heizfläche (etwa Kork, Holzfaserplatte, Schilfmatten) die Ableitung der Wärme in das Mauerwerk verhindert.

Nass oder trocken, endlos oder modular

Wandheizungen können als Nass- oder Trockensystem verlegt werden. Bei der Nassverlegung liegen die Heizungsrohre im Wandputz, beim Trockensystem meistens in speziell ausgefrästen Gipskartonplatten. Bei der Nassverlegung brauchen die Monteure große Erfahrung und Sorgsamkeit. Denn wenn sich ein Rohr erwärmt, dehnt es sich aus; kühlt es ab, zieht es sich wieder zusammen. Das muss der Putz aushalten, sonst entstehen bei unsachgemäßer Verarbeitung leicht Risse. Bei der Nassverlegung werden daher Armierungsgitter in den Putz eingearbeitet oder dem Putz chemische Zusätze beigemengt, um Schäden zu vermeiden.

Es gibt zwei Typen von Wandheizungen (siehe dazu: "Vorteile - Nachteile"): Der eine Typ arbeitet mit endlosen Rohren, der andere mit vorgefertigten Bauteilen (Register, Module). Im ersten Fall wickelt der Installateur Heizungsrohre von der Rolle und klipst sie in an der Wand befestigte Schienen. Schneller montiert sind bereits im Werk vorgefertigte Register. Diese Register erwärmen die Wand gleichmäßiger und sparen der Pumpe Arbeit. Ob nun Rohre aus Kupfer, Kunststoff oder einem Verbund von Kunststoff mit Alu besser sind, lässt sich kaum sagen. Wichtig ist, dass kein Sauerstoff in das Rohr eindringt (sauerstoffdiffusionsdicht), denn das kann zu Korrosion im Heizsystem führen. Bei Systemen, die nicht saustoffdiffusionsdicht sind, sollte ein Wärmetauscher die Heizkreise trennen.

Montage ist ein Fall für Profis

Die Selbstmontage von Wandheizungen ist nur sehr erfahrenen Heimwerkern anzuraten; ansonsten eher Hände weg. Denn zum einen braucht die sachgerechte Montage viel Erfahrung, und zum anderen müssen die Verarbeitungsrichtlinien strengstens eingehalten werden, sonst gibt es nur Ärger. Schließlich lässt sich eine Wandheizung nicht so einfach aus- wechseln wie undichte Heizkörper.

Systeme

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Registersysteme

Registersysteme sind im Werk vorgefertigte Heizeinheiten aus Kupfer, Polypropylen, Polybuten oder Polyethylen. Sie bestehen aus zwei dickeren Sammelrohren und vielen dünneren Rohren, die sie verbinden.

Vorteil: gute Regelbarkeit, geringer Druckverlust (reduziert den Energieverbrauch für die Elektropumpe), gleichmäßigere Wärmeverteilung, geringere Temperaturspannungen;

Nachteil: teurer als Endlos-Rohrsysteme

Bei den Registersystemen bietet der Handel folgende Typen an:

  • Kapillarrohr-Wandheizmatten: Das sind Matten aus Polypropylenröhrchen. Sie zeichnen sich durch gleichmäßige Wärmeverteilung aus, brauchen nur dünne Putzschichten, sind aber nicht sauerstoffdiffusionsdicht.
  • Kupferregister: Kupfer dehnt sich nur wenig aus (geringereTemperaturspannungen), ist sauerstoffdiffusionsdicht, aber eher teuer. Selbstbau verringert die Kosten um die Hälfte (siehe dazu: "Mehr zum Thema").
  • Kunststoffregister: Diese Systeme gibt es für Trocken- und Nassbauweise. Sie stellen höhere Anforderungen an den Putz (Temperaturspannungen) und sind anfällig für Ausführungsfehler. Nach Angaben der Hersteller eignen sie sich nicht nur als Wandheizung sondern auch als Kühlung (zum Beispiel Dachausbau).

 

Endlos-Rohrsysteme

Ein immer gleich dickes Rohr wird in Schlangenlinien mit Hilfe vorgefertigter Halterungen (Schienen, Dämmplatten) an der Wand montiert.

Vorteil: großes Angebot, günstigerer Preis;

Nachteil: hohe Anforderungen an den Putz (Temperaturspannungen), anfällig für Ausführungsfehler

Der Handel bietet folgende Typen an:

  • Verbundrohrsysteme: Die Rohre sind aus einem Verbund von Kunststoff und Alu, eignen sich für höhere Temperaturen, sind sauerstoffdicht, aber teurer als reine Kunststoffrohre.
  • Kunststoffrohrsystem: Das Verlegen der Rohrleitungen erfolgt direkt von der Rolle, ohne vorgefertigte Elemente.

Wer wärmt besser?

  Raum-klima 1) Heiz-flächen 2) Energie-einsatz 3) Son-stiges 4) Gesamt-punkte
Elektro-Nacht-speicher-heizung 0 1 2 2 5
Fuß-leisten-heizung 2 1 1 3 7
Kon-ventio-nelle Radiator-heizung 1 1 3 3 8
Kachel-ofen 3 2 1 2 8
Fuß-boden-heizung 3 3 2 4 12
Platten-heiz-körper (Nieder-temper-atur) 3 3 3 3 12
Wand-heizung 4 4 4 4 16

0 = erhebliche Mängel; 1 = mangelhaft, bedenklich; 2 = befriedigend; 3 = gut; 4 = sehr gut

Zeichenerklärung:

1) Raumtemperatur, Differenz zwischen Raum- und Wandtemperatur, Wandtemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung

2) Strahlung, Konvektion, Vorlauftemperatur, Aufheizzeit, Reinigung, Montageaufwand, Bautiefe, Aussehen

3) Energieeinsatz, Energieformen, Regelbarkeit, Wirkungsgrad, Umweltbelastung

4) Bedienung, Wartung, Geräusche

Quelle: Die Tabelle fußt auf Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie (Temeßl);

Bearbeitung: VKI

 

Kosten im Vergleich

Ein Heizsystem umfasst viele verschiedene Komponenten; hier ein grober Kostenvergleich von Fußboden- und Wandheizung. Dazu kommen noch die Ausgaben für die eigentliche Wärmeerzeugung (Heizkessel, Kombitherme, Solaranlage…).

Kosten einer Flächenheizung pro Quadratmeter

  • Wandheizung/Nassverlegung : 550,– bis 850,– öS/m2. Hier handelt es sich nur um jene Kosten, die durch das Material (Dämmung, Rohre/Register, Befestigung, Armierungsgitter) und die Montage entstehen. In diesen Beträgen sind nicht die Kosten für das Verputzen enthalten.
  • Wandheizung/Trockenverlegung : 950,– bis 1.250,– öS/m2 – das sind jene Kosten für Material (Dämmung, Rohre/Register, Befestigung, Gipskartonplatte) und Montage. Kosten für das Verputzen fallen in diesem Fall keine an (nur für Malerarbeiten oder Tapeten).
  • Fußbodenheizung : Die Kosten für Heizschlangen und Dämmung betragen 250,– bis 350,– öS/m2. Nicht enthalten sind die Kosten für den Estrich selbst.

Kosten pro Raum

Basis für die folgende Modellrechnung ist ein Raum mit 20 m2 Fläche und einem (geringen) Raumwärmebedarf von 1000 W (Energiesparhaus!).

Typ

Kosten in öS

Wandheizung (ca. 9 m2)

Nassverlegung: 4950,– bis 7650,–

Trockenverlegung: 8550,– bis 11.250,–

Fußbodenheizung (ca. 14 m2)

3500,– bis 4900,– (enthält nicht die Estrichkosten)

2 Heizkörper

insgesamt 2500,–

Stand: September 1999

Wandheizungen

Wir haben im Zuge unserer Marktübersicht „Wandheizungen“ von folgenden Herstellern und Händlern Informationsmaterial erhalten. Die folgende Liste ist nicht vollständig, da es zahlreiche Fußbodenheizungshersteller gibt, die ihr System auch für die Wand anbieten.

R: Register-System, E: Endlos-System, N: Nassverlegung, T: Trockenverlegung

Anbieter

R

E

Material der Rohre bzw. Register

Ø in mm

N

T

Träger-material für Trocken-verlegung

AET

*

Verbundrohr PEOC, VPEC

14

*

*

*

Gipsfaser-platten

Bergmann

*

PP

3,4

*

Gipsfaser-platten

Gattringer

*

Verbundrohr

14

*

Harreither

*

PP

10

*

*

PS-Dämm-platten

Hexatherm

*

*

PB

6; 8

*

*

Gipsfaser-platten

Multitherm

*

PEOC

10

*

Rehau

*

*

PE

12

*

*

Gipsfaser-platten

Sera

*

Kupfer

8

*

SI-Energie-systeme

*

*

PE

12

*

Gips-karton-platten

Siko

*

PEOC

12

*

*

Mehr-schicht-Leichtbau-platten

Sunpower

*

PP

10

*

*

Universa

*

*

Verbundrohr

12; 14

*

Variotherm

*

Verbundrohr

12

*

*

Gipsfaser-platten

velta

*

*

PE

14

*

*

tecto-Platten

Wecoflex

*

Verbundrohr

14; 16

*

Stand: September 1999

* = ja
–  = nein

PEOC: Polyethylen-Variante
VPEC: Polyethylen-Variante
PP: Polypropylen
PB: Polybuten
PE: Polyethylen
PS: Polystyrol

Große Behaglichkeit, sehr guter Komfort. Wandheizungen gehören zu den besten Heizsystemen.

Bei Neubau oder Totalsanierung. Wandheizungen bieten sich vor allem bei Neubau oder Sanierung an (Haus, Wohnung, Dachboden).

Teure Errichtung, billiger Betrieb. Die Errichtungskosten sind vergleichsweise hoch, die laufenden Energiekosten aber gering.

Wärmedämmung wichtig. Ohne sehr gute Wärmedämmung (Fassade, Dach, Fenster) ist die Wandheizung sinnlos.

Referenzadressen. Lassen Sie sich Adressen nennen, wo eine Wandheizung installiert wurde und reden Sie mit den Bewohnern.

Arbeitsschritte dokumentieren. Immer wieder passieren Fehler bei der Ausführung (Fotos).

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