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Spotlampen - Viel Schatten, wenig Licht

An energiesparende Lampen hat man sich mittlerweile ja gewöhnt, wie aber steht es mit Spotlampen? Sind die bewährten Halogenstrahler vollwertig ersetzbar? Ein Vergleichstest.

Spotlampen bündeln das Licht in einen mehr oder weniger schmalen Lichtkegel. Damit lassen sich bestimmte Einrichtungsgegenstände (z.B. ein Bild oder eine Vase) gezielt in Szene setzen. Bisher war das eine Domäne der Halogenglühlampen. Doch nun gibt es auch eine breitere Auswahl von LED- und Kompaktleuchtstofflampen. Können sie die stromfressenden Halogenstrahler ersetzen?

Nur vier "gute"

Insgesamt sind die Testergebnisse ernüchternd. Unter den 18 getesteten Lampen sind nur vier "gute", drei davon sind LEDs. Nur eine Energiesparlampe konnte da mithalten, alle anderen erwiesen sich als nicht oder kaum besser als die Halogenbirnen, die ja aufgrund ihres hohen Stromverbrauchs und der kurzen Lebensdauer von vornherein nicht für einen Spitzenplatz infrage kamen.

Drei Sockel

Bei Spotlampen sind drei unterschiedliche Sockel gebräuchlich:

  • Der Schraubsockel E14 hat das gewohnte Schraubgewinde; E14 steht für das kleinere mit 14 mm Außendurchmesser; für 240 Volt.
  • GU10-Stecksockel: Er verfügt über zwei markante "Füßchen", die in die Fassung eingeklinkt werden, ihr Abstand zueinander ­beträgt 10 mm; für 240 Volt.
  • GU5.3-Stiftsockel: Die beiden dünnen Drahtstifte (im Abstand von 5,3 mm) werden in der Fassung festgeklemmt; nur für Niedervoltsysteme (12 V) mit Trafo.

Noch keine EU-Verordnung

Im Gegensatz zu herkömmlichen Lampen, die ihr Licht in alle Richtungen strahlen, gibt es für Spots derzeit noch keine EU-Verordnung. Es bestehen daher keine Vorschriften für die Kennzeichnung, was die Hersteller auch weidlich ausnutzen: Nur bei zwei Produkten finden sich halbwegs brauchbare ­Informationen zu Helligkeit, Schaltfestigkeit oder Ähnlichem.

Die fehlende EU-Verordnung hat aber auch ihr Gutes: Spots fallen nicht unter die unglückliche "Verbots"-Regelung. Halogenspots werden somit (voraussichtlich) auch nach dem 1. September 2016, wenn das Aus für Lampen der Energieklasse C kommt, noch auf dem Markt erhältlich sein.

Spots sind weniger effizient

Spots sind weniger effizient

Der große Vorteil von LED- und Energiesparlampen ist der deutlich reduzierte Strom­verbrauch, man kann mit viel weniger Watt Leistungsaufnahme dieselbe Lichtausbeute erreichen. 50 bis 70 Lumen pro Watt schaffen diese Lampen, während Halogenlampen nur knapp über 10 Lumen erreichen. Das gilt für herkömmliche Lampen, bei den Spots ist die Lichtausbeute generell wesentlich geringer.

Nur eine LED-Lampe, die Philips MyAmbiance mit E14-Sockel, liegt da im ­Normalbereich, also bei rund 50 Lumen pro Watt, alle anderen schaffen deutlich weniger; einige Energiesparlampen haben Mühe, die Nase vor den Halogenlampen zu halten (10 bis 20 Lumen).

Damit ist auch die mögliche Ersparnis über einen längeren Zeitraum stark verringert. In der Tabelle sind die Stromkosten für eine Lichtmenge von 1 Million Lumenstunden ­angegeben, das entspricht einer Brenndauer von 4.000 Stunden für eine Spotlampe mit 250 Lumen. Bei guten LED-Lampen liegen die Kosten etwa zwischen 3,50 und 6 Euro, die Halogenlampen kommen an die Energie­sparlampen heran (ab 11 Euro).

Lebensdauer: Kompaktleuchtstofflampen enttäuschen

Auch punkto Lebensdauer enttäuschten die Kompaktleuchtstofflampen. Vier von fünf überstanden die Testphase von 4.000 Stunden nicht; nur einer gelang dies – ausge­rechnet der Billiglampe von Ikea, die auch sonst vergleichsweise gute Ergebnisse erzielte; sie kostet 5,99 Euro.

Die LED-Spots hingegen konnten die Erwartungen erfüllen, mit Ausnahme der Bioledex, die schon nach 500 Stunden aufgab.

Amalgam statt Quecksilber

Ein weiterer Makel, der Energiesparlampen anhaftet: Bis sie nach dem Einschalten die volle Helligkeit erreichen, verstreichen ein bis zwei Minuten. Damit sind sie in Nebenräumen (Vorzimmer, WC) oder auch im ­Stiegenhaus nicht einsetzbar. Etwas jedoch dürften die Lampenbauer mittlerweile in den Griff bekommen haben: die Gefahr durch austretendes Quecksilber bei Bruch. Dank der Verwendung von Amalgam statt flüssigem Quecksilber und dank konstruktiver Maßnahmen wie Hüllkolben oder Splitterschutz gab es hier diesmal keinerlei Beanstandungen mehr.

LED-Strahler sind überlegen

Kompaktleuchtstofflampe bedingt als Spot geeignet

Die Kompaktleuchtstofflampe ist schon ­aufgrund ihrer Bauweise nur bedingt als Spotlampe geeignet, weil sich ihr Licht nicht wirklich bündeln lässt. Bei ­manchen Modellen ist überhaupt keine Spotwirkung erkennbar (Lichtkegel 150 Grad bei der Philips Downlighter mit Schraubgewinde).

LED-Lampen in Endabrechnung immer voran

LED-Lampen hingegen kommen heute schon als energieeffiziente Alternative zu Halogenstrahlern infrage. Von einem Modell abgesehen, liegen sie in der Endabrechnung immer voran, den höheren Preis machen sie durch die längere Lebensdauer wett. In einem Punkt sind die Halogenglühlampen den LEDs allerdings noch immer überlegen: in der Farbwiedergabe. Wer Wert darauf legt, dass Farbnuancen im künstlichen Licht möglichst unverfälscht bleiben, erzielt mit ihnen die ­besten Ergebnisse.

Dimmung, Mindestleistung

Alte Lampen können, sofern sie für Netzspannung (240 Volt) ausgelegt sind, prob­lemlos gegen LED-Lampen derselben ­Spannung ausgetauscht werden. Einzige Ausnahme: Nicht alle sind für einen Dimmer geeignet. Bei Niedervolt-Leuchten kann es Probleme mit dem vorhandenen Trafo geben, weil eine bestimmte Mindestleistung nicht unterschritten werden darf.

LEDs: jedes Jahr starke Verbesserungen

Zu bedenken ist, dass es sich bei den LEDs um eine in Entwicklung befindliche Tech­nologie handelt; jedes Jahr kommen stark verbesserte Modelle auf den Markt. Das ­erklärt, warum auch diesmal wieder ein ­Auslaufmodell (Toshiba mit GU5.3-Stift­sockel) im Test ist. Lampentests nehmen viele Monate in Anspruch, wenn Lebensdauer und Schaltfestigkeit zu überprüfen sind.

Testtabelle: E14-Schraubgewinde

Testtabelle: GU10-Stecksockel

Testtabelle: GU5.3-Stiftsockel

Kompaktleuchtstofflampen, Halogenglühlampen und LED

Bild: Stiftung WarentestLED-Lampen

Im Inneren der Lampe (mit oder ohne Abdeckung) befinden sich mehrere Licht emittierende Dioden (LED), deren Licht fast beliebig gebündelt werden kann. Daher für Spotlicht geradezu prädestiniert (schmale Lichtkegel, ab 15 Grad). Da sie in der Anschaffung teuer und im Betrieb billig sind, ist ihr idealer Einsatzort dort, wo sie täglich und lange leuchten: im Wohnzimmer, in Wohnküchen oder als Außenlicht. 

Bild: Stiftung WarentestKompaktleuchtstofflampen

Im Inneren der Lampen liegt eine eng geschlängelte Leuchtstoffröhre. Sie  strahlen das Licht in alle Richtungen. Ein Teil des erzeugten Lichts geht verloren, es wird von der Lampenhülle "geschluckt" (relativ starke Hitzeentwicklung). Als Spotlampe im engeren Sinn eher nicht geeignet; nur dort, wo ein breiter Lichtkegel erwünscht ist – z.B. über einem großen Tisch.

Halogenglühlampen

Bild: Stiftung WarentestDie verspiegelten Reflektorflächen strahlen das Licht in die gewünschte Richtung, die Lichtkegel sind mittelgroß (25 bis 40 Grad). Die 12-V-Lampen mit Stiftsockel haben im internen Vergleich mit den 240-V-Systemen die bessere Lichtausbeute. Glühlampenlicht lässt alle Farbtöne originalgetreu erscheinen. Wenn die Spotlampen nicht allzu oft und lang brennen, fällt der hohe Stromverbrauch nicht so sehr ins Gewicht.

Testkriterien

Test in Kooperation mit der Stiftung Warentest. 18 Spotlampen für gebündeltes Licht, darunter Lampen mit E14-Sockel, mit GU10-Sockel und mit GU5.3-Sockel.

Lichttechnische Eigenschaften

  • Farbwiedergabe: Die Farbwiedergabe bewerteten wir anhand des Mittelwertes der Farbwiedergabeindizes R1 bis R15 nach DIN 6169.
  • Helligkeit nach dem Einschalten: Mittels Oszillogrammen wurde das Startverhalten nach dem Einschalten untersucht. Wir prüften die Startzeit bis zum Beginn des Aufleuchtens sowie die Zeiten, bis 50 und 80 Prozent der vollen Lichtströme erreicht waren (bei 25 °C Umgebungstemperatur).
  • Helligkeit bei Kälte und hoher Temperatur: Im Klimaschrank prüften wir bei –10, 0 und +50 Grad Celsius die Lichtströme. Wir bewerteten das Verhältnis dieser Lichtströme zum Lichtstrom bei 25 Grad.

Haltbarkeit

  • Die Nutzlebensdauer prüften wir mit je fünf Lampen in Anlehnung an DIN EN 60969 und 60064 (Zyklus: 165 Minuten "Ein", 15 Minuten "Aus") über 4.000 Brennstunden und kontrollierten dabei den abnehmenden Lichtstrom. Bewertet wurde die Brenndauer, während der noch mindestens 80 Prozent des deklarierten Lichtstroms zur Verfügung standen.
  • Außerdem wurde anhand dieser Lampen auch die Brenndauer bis zum Totalausfall gemessen.
  • Die Schaltfestigkeit prüften wir an jeweils drei Lampen über bis zu 70.000 Schaltungen (Zyklus: 1 Minute „Ein“, 3 Minuten "Aus").
  • Die Drehfestigkeit des Sockels kontrollierten wir mit einer Drehbelastung von 3 Newtonmetern.

Umwelt und Gesundheit

  • Lichtausbeute: Die Lichtausbeute (Endenergieeffizienz) wurde auf Basis der Messwerte von Lichtstrom und Leistungsaufnahme als Mittelwert über die Nutzlebensdauer berechnet.
  • Primärenergieaufwand: Ihn ermittelten wir ebenfalls für diesen Zeitraum – in Bezug zur abgegebenen Lichtmenge; auch der Aufwand für Herstellung und Entsorgung wurde berücksichtigt (mit Ökobilanz-Datenbank Ecoinvent 2.1 und Primärenergiefaktor 2,5 für elektrischen Strom).
  • Raumluftbelastung: Hier bewerteten wir sowohl die subjektive Geruchsermittlung durch zwei Fachleute als auch die Messung flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) nach einstündiger Brenndauer in einer Prüfkammer.
  • Quecksilberbilanz: Wir ermittelten potenzielle Emissionen bei der Lampenentsorgung (Recyclingquote: 10 Prozent) sowie beim Betrieb infolge der Stromerzeugung durch die Kraftwerke und setzten die Summe in Relation zur gesamten während der Nutzlebensdauer abgegebenen Lichtmenge.
  • Schutz vor Bruch und Quecksilberdampf: Bewertet wurden der Gehalt und die Art des Quecksilbers (flüssig oder Amalgam) sowie konstruktive Maßnahmen wie Hüllkolben oder Splitterschutz.

Deklaration

  • Benotet wurden die Vollständigkeit sowie Abweichungen gemessener Werte gegenüber der Deklaration.
  • Außerdem: Infos zu Quecksilber, Entsorgungshinweise, Energieklasse.

Ergänzende Messungen (nicht bewertet)

  • Öffnung des Lichtkegels: Wir bestimmten die Lichtstärkeverteilungskurven im Goniophotometer und ermittelten die Form des Lichtkegels und die Lichtstärke in Hauptrichtung. Der angebene Öffnungswinkel ist der Halbwertswinkel. In diesem Bereich beträgt die Lichtstärke mindestens noch die Hälfte der maximalen Lichtstärke (in Hauptrichtung).
    Der Lichtkegeldurchmesser bezieht sich auf die Grenze dieses Lichtkegels. Außerdem ermittelten wir aus den Messungen die Beleuchtungsstärke in Lichtkegelmitte in verschiedenen Entfernungen.
  • Eignung für Flure und Treppen: Beurteilt anhand des schnellen Erreichens der Helligkeit nach dem Einschalten sowie der Schaltfestigkeit.
  • Eignung fürs Dimmen: Die als dimmbar deklarierten Lampen untersuchten wir mit je einem billigen und einem teuren Phasenanschnitts- und Phasenabschnittsdimmer. Dabei ermittelten wir den kleinsten erreichbaren Lichtstrom und prüften, ob Probleme beim Dimmen auftreten.
  • Eignung für den Außenbereich: Beurteilt anhand der Helligkeit bei Kälte sowie der Brenndauer bis zum Totalausfall.

Anbieter

Bioledex
DEL-KO GmbH,
Werner-von-Siemens Straße 6
D-86159 Augsburg
+49 821 227 56 52
www.del-ko.de

Conrad Electronic GmbH & Co KG
Durisolstraße 2
A-4600 Wels
050 20 40 40
www.conrad.at

Hellweg Ihr Baufreund Handels GmbH
Neubauzeile 102
A-4034 Linz
0732 38 30 81
www.hellweg.at

IKEA Möbelvertrieb OHG
01 690 00-0
www.ikea.at

Megaman
Rokos Leopold GmbH
Josef-Jessernigg-Straße 14
A-2000 Stockerau
02266 718 04
www.megaman.at

Osram GmbH
Lemböckgasse 49/C/5
A-1231 Wien
01 680 68-0
www.osram.at

Paulmann Licht GmbH
Linzer Straße 89-91
A-3003 Gablitz
02231 664 92-0
www.paulmann.at

Philips Austria GmbH
Triester Straße 64
A-1100 Wien
01 601 01-0
www.philips.at

Toshiba Europe GmbH
Computer Systeme
Handelskai 388
A-1020 Wien
0810 969 01-0
www.toshiba.at

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