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Marktübersicht Heizkosten - Mit Holz auf der sicheren Seite

, aktualisiert am

  • Steigender Heizölpreis
  • Pellets haben sich stabilisiert
  • Erneuerbare Energien sind die Zukunft

Qual der Wahl

Wie die eigenen vier Wände beheizen? Es geht nicht mehr ausschließlich darum, den billigsten Brennstoff zu finden. Steigende Rohölpreise, Klimawandel und der neuerliche Vormarsch des Atomstroms werfen für Hausbesitzer und Wohnungsmieter gleichermaßen immer mehr prinzipielle Fragen auf. An Alternativen fehlt es nicht: Neue, umweltfreundliche Technologien sind im Kommen, erneuerbare oder „kos­tenlose“ Energieträger stehen im Blickpunkt.

Rasante ­Entwicklung bei Öl

Ölheizungen sind nicht mehr so verbreitet wie früher. Aber mehr als ein Viertel der Haushalte verwendet diesen fossilen Energieträger nach wie vor. Der Heizölpreis hat sich in den vergangenen sechs Jahren etwa verdoppelt und sich auf diesem hohen Niveau eingependelt. Als im August der Großhandelspreis (ab einer Menge von 3.000 Litern) auf rund 0,90 € gesunken war, hat die rasant gestiegene Nachfrage zu Lieferzeiten bis zu drei Wochen geführt. Die alte Regel, Heizöl im Sommer zu kaufen, weil es dann am billigsten ist, gilt aber schon seit einigen ­Jahren nicht mehr. Vielmehr müssen Besitzer von Ölheizungen wie Börsespekulanten die aktuelle Preisentwicklung verfolgen, um ihre Kosten nicht allzu sehr in die Höhe schnellen zu lassen.

Einige Zahlen zum Vergleich

Zum Vergleich: Mit einer Ölbrennwert­kessel-Anlage, also der Technologie mit der besten ­Energieausbeute, betrugen Anfang 2006 die Heizkosten für eine 68 m2 Altbau­wohnung 355 € im Jahr, für ein herkömm­liches Einfamilienhaus mit 120 m2 Wohnfläche 1.725 € und für ein gleich großes Niedrigenergiehaus 274 €. Für die Wohnung muss man 2008 mit 519 €, für das herkömmliche Einfamilienhaus mit 2.520 € und für das Niedrig­energiehaus mit 401 € rechnen (siehe Tabelle "Heizkostenvergleich").

Fossile Brennstoffe teuer

Wie Sie weiters aus der Tabelle ersehen, sind fossile Brennstoffe nicht nur in absoluten Zahlen teurer als erneuerbare Energie (Spalte „Brennstoffpreis in Cent/Einheit“), auch das Verhältnis der erzeugten Wärme zu den dafür nötigen Kosten ist ungünstig (Spalte „Brennstoffkosten in Cent/kWh“). Wer auf Erdöl oder Erdgas (dessen Preis bis dato nicht so großen Schwankungen unterworfen ist) bzw. Flüssiggas angewiesen ist oder es weiter verwenden will, sollte zumindest auf moderne Brennwerttechnik umsteigen. Durch das Nutzen der Wärme des Wasserdampfes und durch genaue Steuerung mittels Teillasttechnik kann der Energieverbrauch um bis zu 15 Prozent – gegenüber einer sehr alten Anlage sogar um bis zu 40 Prozent – verringert werden.

Pellets im Aufwind

Das Heizen mit Pellets ist bei uns auf dem Vormarsch – unter anderem, weil Österreich in dieser Technologie führend ist. Pellets sind kleine Press­linge aus Rückständen der holzverarbeitenden Industrie. Sie können mittlerweile auch in unterirdischen Tanks gelagert werden, aus denen sie zum Verbrennen herausgesaugt werden. In Verruf geraten sind die Pellets durch eine Verteuerung im Spätwinter 2006/Frühjahr 2007 um 50 Prozent. Mittlerweile – so zeigen unsere Preis­recherchen – sind die Preise wieder ­etwas gesunken und haben sich stabilisiert.

Kaminöfen und Holz

Kaminöfen geben Wohnungen eine behagliche Atmosphäre, haben aber zwei Nachteile: Sie haben einen kleineren Wärmespeicher als etwa Kachelöfen, und man muss ebenfalls ausreichend Holz dafür einlagern und in die Wohnung bringen. Einfacher ist das bei Pellets-Kaminöfen mit eingebautem Vorratstank, die mit einem 15-Kilogramm-Sack zwei Tage lang für behagliche Wärme sorgen. Allerdings sind sowohl herkömmliche als auch Pellets-Kaminöfen relativ teuer in der Anschaffung (in guter Qualität ab etwa 2.000 €).

Holz ist der billigste Brennstoff

Auf der sicheren Seite ist man mit Holz, es ist der mit Abstand billigste Brennstoff, wobei der Preis auch von der Bezugsquelle abhängt. Kann man es direkt aus dem Wald holen, selbst schneiden und zu Scheiten hacken, darf man mit gutem Gewissen behaupten, billig und umweltschonend zu heizen. Auch beim Verbrennen von Holz entsteht CO2, das wird aber beim Nachwachsen der Bäume durch die Photosynthese wieder ausgeglichen. Allerdings werden von Experten Preissteigerungen bei Holz prognostiziert.

Es geht freilich auch darum, was in der individuellen Situation praktikabel ist:

  • Selbst wenn Holz der billigste Energieträger ist, sei es in Form von Scheitholz, Holzbriketts oder Pellets, ist es in der Stadt wesentlich schwieriger als auf dem Land, Holz zu besorgen und zu lagern.
  • Ein Einfamilienhaus in klimatisch exponierter Lage kann nur schwer mit einem Kaminofen erwärmt werden, es braucht eine gut funktionierende Zentralheizung mit Warmwasseraufbereitung.

„Kostenlose“ Energie

Zwei Energieträger, die nichts kosten, sind Sonnenenergie und Erdwärme. Allerdings braucht man dafür ausreichend „Fläche“: bei Erdwärme (Wärmepumpen mit Erdkollektor) einen entsprechend großen Grund zum Verlegen der Schläuche (siehe dazu: Weitere Artikel -  "Wärmepumpen 2/2008" ), bei Sonnenenergie ausreichend Dachfläche zur Montage der Sonnenkollektoren. Die hohen Investitionskosten werden teilweise durch Förderungen aufgefangen. Damit rechnen sich solche Anlagen aufgrund des weitgehenden Wegfalls der Energiekosten innerhalb einiger Jahre. Und beide Systeme lassen sich an eine schon vorhandene Zentralheizung anschließen, sofern diese für Niedrig­temperatur ausgelegt ist – was nicht heißt, dass es deswegen weniger warm wäre.

In unserer nächsten Ausgabe

Im Rahmen unseres Themenschwerpunktes Energiesparen informieren wir über einfache Maßnahmen, mit denen Sie bei Ihrer bestehenden Heizung die Kosten senken können.

Test Heizkosten: Kompetent mit "Konsument"

  • Kaufgemeinschaft. Energieträger wie Öl, Holz oder Kohle können in großen Mengen günstiger eingekauft werden, daher möglichst gemeinsam mit Nachbarn bestellen.
  • Preisvergleich. In Baumärkten gibt es immer wieder günstige Angebote für Pellets, Kaminholz oder Holz-Briketts; wenn eine Lagermöglichkeit besteht, ganze Paletten kaufen.
  • Energie sparen. Heizung bei Abwesenheit ausschalten bzw. drosseln; Raumthermostate und Zeitschalter können die Energiekosten erheblich senken.
  • Wärmedämmung. Oft entweicht die Wärme beim Fenster oder durch die Wände. Das Beispiel Niedrigenergiehaus zeigt, wie viel an Energie und damit Kosten bei optimaler Isolierung gespart werden kann.
  • Fernwärme. Kann in Ballungszentren eine Alternative sein, sofern der dafür nötige Brennstoff nicht über lange Strecken transportiert werden muss. Der Anschluss wird gefördert.

Test Heizkosten: Mehr zum Thema

Sie überlegen noch, ob Sie Ihren alten Ölkessel tauschen oder doch lieber auf einen anderen Energieträger umsteigen sollen? Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Systeme es gibt, wie Sie Kosten sparen und gleichzeitig die Umwelt schonen.

 

128 Seiten, 14,90 € excl. Versandkosten

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E-Mail: kundenservice@konsument.at
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