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Heizung: Holz-Einzelöfen - Heiß auf öko

Kaminöfen und Heizherde sind eine beliebte Ergänzung zur Zentralheizung, sei es aus Kostengründen oder weil man die Atmosphäre eines Kamins nicht missen mag. Damit auch die Umwelt profitiert, sollten Sie nur Öfen mit dem Österreichischen Umweltzeichen wählen.

Die warmen Sommermonate lassen es jeden Wohnungs- und Hausbesitzer leicht vergessen, doch spätestens wenn der erste Morgentau auf dem Auto liegt, hat ihn die Erinnerung wieder eingeholt: Die kalte Jahreszeit fordert ihren Tribut in Form einer unliebsamen Gas- oder Ölrechnung, die den Ruf nach einer ­günstigeren Art des Heizens laut werden lässt. In Anbetracht der stark schwankenden Preise für fossile Brennstoffe ist der Wunsch nach einer Alternative nur zu leicht verständlich.

Scheitholz, Holzbriketts oder Pellets

Und die bietet der Kaminofen – befeuert mit Scheitholz, Holzbriketts oder Pellets sorgt er in den heimischen Wohnzimmern nicht nur für ein romantisches Flammenspiel, sondern zusätzlich für eine Schonung der Geldbörse. Im Gegensatz zum Gas ist Holz nämlich nicht an den launenhaften Ölpreis gebunden. Und dass durch das Heizen mit Holz nicht nur den eigenen Finanzen, sondern auch der Umwelt geholfen ist, garantiert das Österreichische Umweltzeichen.

Nicht jeder Ofen passt

Bevor Sie nun in den Baumarkt oder zum Fachhändler Ihres Vertrauens stürmen und sich einen Ofen aussuchen, sollten Sie genau überlegen, wofür Sie ihn eigentlich verwenden wollen und ob er in Ihrem Heim überhaupt betrieben werden darf. Die Frage nach der ordnungsgemäßen Installation kann ­Ihnen nur der Kaminkehrer beantworten. Er weiß, welches Rohr Sie für welchen Ofen brauchen, ob Ihr Kamin den Temperaturen standhält und ob er die passenden Abmessungen aufweist. Sind diese Grundvoraus­setzungen nicht gegeben, darf auch kein ­Kaminofen angeschlossen werden.

Mindestabstand zur Wand einhalten

Der Rauchfangkehrer kann Ihnen aber auch bei der Entscheidung helfen, wo der Ofen am besten platziert wird – nicht nur der Kamin muss nämlich bestimmte Anforderungen erfüllen. So muss beispielsweise ein Mindestabstand zur Wand eingehalten werden und der Boden muss entsprechend tragfähig sein; die Öfen können schließlich bis zu 270 kg wiegen. Der Rauchfangkehrer kann auch beim Anschluss des Rauchrohres beraten: besser oben, hinten oder seitlich?

Soloheizung oder Hilfssystem?

So manches Gerät kann nämlich an mehreren Stellen mit dem Kamin verbunden werden. Aus Sicherheitsgründen sowie dem Boden zuliebe sollte der Ofen auf einer dafür vorgesehenen Platte aus Glas oder Metall platziert werden. So verhindern Sie Schäden am Boden, wenn es wirklich ­einmal einen Funkenflug geben sollte.

Scheitholzofen, Pelletsofen, Heizherd (Bilder: Rika, Lohberger) 

Wofür verwenden Sie den Ofen?

Sind die grundsätzlichen Anforderungen erfüllt, stellt sich die Frage nach dem Einsatz­bereich. Es sollte vorab geklärt sein, wofür der Ofen angeschafft wird. Zum Heizen in der Übergangszeit, als Unterstützung für die Zentralheizung oder einfach nur als optisches Designelement im Wohnzimmer? Die Geräte schaffen es je nach Leistung sogar, als Solo­heizung in einem Haus betrieben zu werden – eine gute Dämmung, wie sie in Niedrigenergie- und Passivhäusern zu finden ist, voraus­gesetzt. Bei den klassischen Öfen stehen ­Modelle mit und ohne Speichermasse zur Verfügung. Je nachdem, ob die Wärme länger gehalten werden soll (mit Speichermasse) oder schnell zur Verfügung stehen soll (ohne Speichermasse).

Energie für die Zentral­heizung

Manche Öfen werden auch mit Wärmetauscher angeboten. Ihr Merkmal: Die meiste Energie wird nicht in den Raum ab­gegeben, sondern ins Wasser des Zentral­heizungssystems. Der Anteil der Strahlungswärme liegt bei diesen Modellen zwischen 10 und 30 Prozent. Ihr Vorteil: Sie sorgen über die normale Zentralheizung für wohlige ­Wärme. Nachteil: Ein nachträglicher Einbau ist aufwendiger, da der Ofen in das vorhandene Zentralheizungssystem integriert werden muss.

Holzbriketts, Scheite oder Pellets?

Der Kunde hat derzeit die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Ofentypen mit Umweltzeichen.

Pelletsöfen: Die meisten Öfen, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet wurden, sind automatische Pelletsöfen. Diese Geräte stehen für eine sehr komfortable Handhabung; die Zündung erfolgt vollautomatisch, sie sind mit dem Thermostat gekoppelt und sorgen so für konstante ­Wärme. Bei Bedarf lässt sich die Heizleistung aber auch via Display am Ofen bzw. über eine Fernbedienung stufenlos regulieren. Einige Modelle sind sogar per SMS aktivierbar. Weiterer Vorteil: Pellets verbrennen sehr sauber und es fallen nur geringe Mengen Asche an. Auch qualitativ hochwertige Pellets erkennen Sie am Österreichischen Umweltzeichen.

Scheitholzöfen: Diesen Vorzügen können Öfen, die mit Scheitholz befeuert werden, nur wenig entgegensetzen. Da händisch zu be­füllen, sind sie in der Anschaffung zwar billiger, den Wirkungsgrad eines Pelletsofen können sie allerdings nicht ganz erreichen. Aber die Freude am Feuermachen und an der Holzaufbereitung kann hier als Argument gelten.

Sauerstoff- und CO2-Bilanz aus­geglichen

Beim Holz sollte darauf geachtet werden, dass es trocken (mindestens 1 Jahr gelagert) und nicht länger als 33 cm ist. Eiche und ­Buche heizen am besten. Holzbriketts können in diesen Öfen ebenfalls verheizt werden; sie werden mit oder ohne Loch an­geboten, die Heizleistung ist aber die gleiche. Als Qualitätsmerkmal gilt auch hier das Österreichische Umweltzeichen.

Heizherde: Wer bei seinem Ofen einen echten Zusatznutzen sucht, ist mit den Heizherden gut bedient. Sie können nämlich nicht nur heizen, mit ihnen lässt sich zusätzlich braten, backen und kochen. Als Brennstoff können Scheitholz, Holzbriketts oder auch Pellets verwendet werden. Eines gilt für alle Modelle: Je weniger indi­viduelle Einstellungsmöglichkeiten ein Ofen aufweist, desto besser ist die Heizbilanz, weil er bereits im Werk optimal justiert wurde.

Förderungswürdig

Jene Öfen, die das Österreichische Umweltzeichen (UZ) tragen, starten preislich bei ­zirka 300 Euro. Je aufwendiger das Speichersystem, das der Hersteller anbietet, desto teurer der Ofen. Geräte mit Wasserwärmetauscher kosten grundsätzlich mehr, sie ­haben aber auch eine größere Heizleistung und erhöhen somit die Effizienz der Zentralheizung; am besten in Kombination mit einer Solaranlage. Wer bereit ist, diese Investition zu tätigen, wird von Bund (Klima- und Energiefonds/Kli.en und UZ-Förderung) und Land (Wohnbauförderung) sowie von einigen ­Gemeinden gefördert.

Holz: Sauerstoff- und CO2-Bilanz aus­geglichen

Grund dafür: Bei Holz bleibt die Sauerstoff- und CO2-Bilanz aus­geglichen; Holz ist somit die umweltfreundlichste Art des Heizens – und das ist Bund und Land bares Geld wert. Wichtig: Die Förderung muss immer vor dem Kauf des Ofens beantragt werden. Das Angebot an qualitativ hochwertigen Geräten zu einem leistbaren Preis in Kombination mit einer staatlichen Förderung hat eine positive Auswirkung auf den Markt: Billigstgeräte, die eine schlechte Umweltbilanz aufweisen, sind mittlerweile vollständig aus den Verkaufsräumen verschwunden.

Preisvergleich

Hackgut ist derzeit - Herbst 2011 - am billigsten zu bekommen, gefolgt von Scheitholz und Pellets. - Beispiel Pellets: Vergleicht man den Preis von Pellets, der im September bei 22,8 Cent/kg lag, mit Heizöl extra­leicht, so ergibt sich eine Differenz von fast 50 Prozent. Erdgas ist immerhin noch um rund 44 Prozent teurer als Pellets. Der Preisanstieg fossiler Energieträger hat in den letzten zwei Jahren die Heizkosten der heimischen Haushalte in Summe um 470 Mio. Euro ansteigen lassen.

Warum Umweltzeichen?

Holz und Pellets gelten als das preiswer­teste Heizmaterial, das es derzeit in Österreich gibt. Das Umweltzeichen hilft beim Kauf.

 Wie so oft hat aber auch diese Medaille eine Kehrseite: Nicht selten verschwinden ganze Ortschaften und Täler im Winter unter dichten Rauchschwaden. Um dies zu verhindern, setzt die Industrie auf moderne Verbrennungstechnologie – kontrolliert durch das Österreichische Umweltzeichen.

Etwa 300 Heizkessel, Einzelöfen und Kachelöfen ausgezeichnet

Derzeit sind rund 300 Heizkessel, Einzelöfen und Kachelöfen mit diesem Gütezeichen ausgezeichnet. Und sie müssen eine Reihe an Kriterien erfüllen, um das Zeichen tragen zu dürfen. Selbstverständlich müssen die hohen Anforderungen an Wirkungsgrad und Emissionen des Gerätes passen, aber auch die Dienstleistungen der Unternehmen, die Bedienungsanleitung oder die Verfügbarkeit von Ersatzteilen (mind. 10 Jahre) müssen stimmen.

Wenn alle Anforderungen, die unabhängige Gutachter prüfen, erfüllt sind, wird der Ofen mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert. - Einen Überblick über alle zertifizierten Produkte finden Sie auf www.umweltzeichen.at.

Zusammenfassung

  • Platzierung. Bevor Sie sich einen Ofen zulegen, müssen Sie den Rauchfang­kehrer kontaktieren. Er weiß, ob Ihr Kamin alle Anforderungen erfüllt und wo das Gerät am besten platziert werden kann.
  • Modellauswahl. Ein Pelletsofen ist unkompliziert und verbrennt sehr sauber. Wer aber lieber selbst Feuer macht, ist mit einem Ofen für Scheitholz besser beraten. Öfen mit Wasserwärmetauscher dienen zur Unterstützung der Zentralheizung.
  • Kosten. Hackgut ist billiger als Scheitholz, dieses wiederum billiger als Pellets. Doch selbst die Pellets unterschreiten den Preis von Heizöl um 50 Prozent, jenen von Erdgas um 44 Prozent.
  • Qualitätskriterien. Einen guten Ofen erkennen Sie am Österreichischen Umweltzeichen, an einer guten Betriebs­anleitung sowie an Hinweisen auf den geeigneten Brennstoff.

Anbieter von Umweltzeichen-Öfen

Hersteller Telefon Homepage
Calimax Energietechnik 0557 673 31 00 www.calimax.com
Fire Fox 0421 27 22 55 www.firefox.at
Haas & Sohn Ofentechnik 0662 44 95 50 www.haassohn.com
Hapero Energietechnik 0774 86 85 85 www.hapero.com
Lohberger Heiz- und Kochgeräte 0774 25 21 10 www.lohberger.com
MCZ Group +39 043459 9599 www.mcz.it
Rika Innovative Ofentechnik 0758 268 60 www.rika.at
Walter Bösch 0557 78 13 10 www.boesch.at
Windhager Zentralheizung 0621 22 34 10 www.windhager.com
Wodtke +49 7071 70030  www.wodtke.com

Stand der Angaben: September 2011

Leserreaktionen

Feinstaubbelastung

Sie haben natürlich prinzipiell recht, es ist sinnvoll, so unabhängig wie möglich von fossilen Energieträgern zu werden. Aber im Fall von Pelletsheizungen und Holzheizungen allgemein sollte auch erwähnt werden, dass Pellets-/Holzheizungen einen etwa 1000-fachen Ausstoß an Feinstaub gegenüber einer Gasheizung haben.

Der Einsatz von Pelletsheizungen in der Stadt und in Beckenlagen mit geringem Luftwechsel, die meist ohnehin mit der Feinstaubproblematik zu kämpfen haben, ist demnach doch etwas kritisch zu hinterfragen.

Herbert Röbl
E-Mail
(aus KONSUMENT 1/2012)

Bei älteren Holzfeuerungsanlagen und bei billigen Kleinöfen ist die Feinstaubbelastung ein großes Problem. Laut dem deutschen Umweltbundesamt sollte bei zeitgemäßen Anlagen und Befolgung der Hinweise zum korrekten Betrieb eine weitgehend vollständige Verbrennung und damit eine geringe Feinstaubbelastung gewährleistet sein. Diese ist aber klarerweise höher als etwa bei einer Gasheizung.

Die Redaktion

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