DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.

Zum Inhalt

Heizkosten sparen, berechnen, senken - Günstig heizen kostet Geld

, aktualisiert am

Wie senke ich meine Heizkosten? Soll ich mit Holz, Gas, Öl, Kohle oder Strom heizen? Bei den Heizkosten lässt sich eine Menge Geld sparen. Es gilt, den richtigen Mix zu finden zwischen teuren Investitionen und niedrigen Brennstoffkosten - ein Preisvergleich.

Warum muss Heizen so teuer sein? Die Wärme der Sonne und die Erdwärme stehen uns gratis zur Verfügung, doch leider bedarf es großer Aufwendungen, diese auch für die Beheizung der Wohnung oder des Eigenheims zu nutzen. Sonnenenergie ist realistischerweise nur für die Warmwasserbereitung einsetzbar, Wärme aus der Erde muss erst komprimiert und herantransportiert werden.

Brennstoffkosten bei Wärmepumpen

Dazu benötigt man eine Wärmepumpe, die ihrerseits Energie verbraucht. Sie benötigt gut eine Kilowattstunde (kWh) Strom, um eine Wohnung mit vier kWh Wärmeenergie zu versorgen – wenn die gesamte Anlage hocheffizient arbeitet. Unter diesen Bedingungen kommt man auf Brennstoffkosten von 3,91 Cent pro kWh, wie sie in unserer Tabelle ausgewiesen sind (Stand November 2013).

Die Erdwärmenutzung mittels Wärmepumpe wird (sinnvoll oder nicht) zu den elektrischen Energieformen gezählt. Es ist die einzige Möglichkeit, mit Strom zum Heizen billig davonzukommen.

Preisvergleich: Heizen mit Strom am teuersten

Die Nutzung der Umgebungsluft zur Wärmegewinnung (nicht in der Tabelle angeführt) ist schon weniger effizient. Heizen mit Elektroradiatoren (Direktheizgeräten) ist überhaupt die teuerste Form des Heizens: 19 Cent pro kWh; das ist weit entfernt von allen herkömmlichen Heizungen mit Holz, Erdgas, Heizöl oder Fernwärme. Und auch wenn man Nachtstrom bezieht und die umgewandelte Wärme im Speicherofen für die Abgabe tagsüber speichert, kommt man nicht wesentlich billiger davon (14,98 Cent).

Holzheizung: am billigsten vom Bauern

Vom Spezialfall Erdwärme abgesehen kommt das Heizen mit Holz am billigsten. Wobei die Unterschiede enorm sein können – je nachdem, ob man mit einem Einzelofen (Kaminofen) heizt und das Holz dafür in kleinen Paketen vom Baumarkt bezieht (in der Tabelle: Kaminholz im Karton) oder eine Zentralheizung betreibt und das Holz vom Bauern abholt. Der "Preis ab Wald" für Scheitholz kommt dann im günstigsten Fall auf 3,61 Cent/kWh.

Was für Holz spricht

Was für Holz spricht

Nicht nur der Preis spricht für Holz, es ist auch der umweltfreundlichste Energieträger mit den niedrigsten CO2-Emissionen. Alle anderen Energieformen liegen weit darüber.

Geringste Kohlendioxidemissionen

Die Kohlendioxidemissionen erreichen bei den gängigen Heizungsarten das 14- bis 18-fache, nur Fernwärme liegt spürbar darunter (Faktor 8). Die immer wieder ins Treffen geführte Feinstaubbelastung durch Holzheizungen, die deren Umweltbilanz deutlich schlechter aussehen lässt, gilt nur für alte Anlagen. Bei zeitgemäßen Holzheizungen – jedenfalls bei solchen, die das Österreichische Umweltzeichen tragen – ist der Feinstaubausstoß nicht höher als bei anderen Heizformen.

Automatische Beschickung mit Pellets-Heizanlage

Private Haushalte, die den Komfort einer Zentralheizung mit automatischer Beschickung nicht missen möchten, haben nur eine Möglichkeit, die erneuerbare Energieform Holz zu nutzen: die Pellets-Heizanlage, für die allerdings ein Pellets-Lagerraum erforderlich ist. Für Wohnungsbesitzer kommen Pellets-Einzelöfen infrage. Schon die können als Zusatzheizung eine spürbare Kostenentlastung bringen.

Preis für Pellets deutlich gestiegen

Der Preis für Pellets (Zentralheizung) liegt bei 6,76 Cent/kWh und ist damit günstiger als jener für die schärfsten Konkurrenten Erdgas und Heizöl: Bei modernster Technologie (Brennwertkessel) kommen diese auf 7,65 bzw. 9,90 Cent. Der Preisabstand ist allerdings deutlich geringer geworden. Binnen Jahresfrist ist der Pellets-Preis massiv angestiegen – um rund 15 Prozent. Dagegen ist Heizöl um 5,8 Prozent billiger als bei der Preiserhebung aus dem Vorjahr (November 2012). Der Gaspreis ist unverändert geblieben.

Heizsysteme: Vergleich der Gesamtkosten

Vergleich der Vollkosten

Zu beachten ist, dass wir nur die Kosten für den Verbrauch erheben. Die Kosten für Anschaffung und Installation der Heizanlage sind nicht berücksichtigt. Diese sind viel schwerer vergleichbar, weil von sehr vielen Variablen abhängig. Sowohl die Gerätepreise – bei vergleichbarer Qualität – als auch die Installateurkosten können sehr stark voneinander abweichen. Von einem Grundsatz kann man allerdings ausgehen: Je günstiger die Brennstoffkosten, desto höher die Kosten für die Installation der Anlage.

Für eine Stromheizung (ohne Nachtspeicher) muss man lediglich Radiatoren kaufen und diese anschließen, dafür muss man die höchsten Verbrauchskosten in Kauf nehmen. Wer hingegen vom niedrigen Stromverbrauch dank Erdwärmepumpe profitieren will, braucht dafür eine Erdsonde oder muss Flachkollektoren in seinem Garten verlegen – das ist die wohl teuerste Heiz- anlage für private Haushalte überhaupt.

Gesamtkostenvergleich von Heizsystemen

Trotz dieser Problematik gibt es auch Gesamtkostenvergleiche von Heizsystemen. Die Österreichische Energieagentur hat kürzlich eine Untersuchung veröffentlicht, die die Kosten für Investition, Wartung und Verbrauch in einem thermisch sanierten Haus (130 m² Wohnfläche, Heizwärmebedarf 70 kWh/m²a) verglichen hat.

Gaszentralheizung, Scheitholzzentralheizung, Pellets, Wärmepumpe

Der zufolge ist eine Gaszentralheizung mit Jahreskosten von 2.043 Euro insgesamt am billigsten, eine Scheitholzzentralheizung kommt auf 2.133 Euro, eine mit Pellets betriebene auf 2.674 Euro. Eine Wärmepumpenlösung mit Erdsonde (Tiefenbohrung) ist mit 3.354 Euro deutlich teurer.

Tabelle: Heizkostenvergleich 1/2014

So sparen Sie auch ohne neue Anlage

  • Raumtemperatur senken. Eine Temperatursenkung um ein Grad bedeutet eine Energieeinsparung von 6 Prozent.
  • Heizkörper nicht abdecken. Heizkörper nicht verkleiden, mit Möbeln zustellen oder mit Vorhängen verdecken.
  • Dicht halten. Fensterrahmen abdichten. Nicht Dauerlüften mit gekipptem Fenster, sondern für einige Minuten Stoßlüften.
  • Regelmäßig warten. Regelmäßige Wartung ist wichtig. Lassen Sie programmierbare Thermostate installieren und einen hydraulischen Abgleich der Heizkörper durchführen.

Leserreaktionen

Pelletspreise

2008 habe ich mich für die Variante Pelletsheizung entschieden. Seit dieser Zeit habe ich stets eines der günstigsten Angebote für die Pellets gesucht. Nachdem ich meinen Verbrauch und die Kosten sehr genau mitschreibe, habe ich nun festgestellt, dass die Pellets seit 2008 um 38 % teurer geworden sind. Ich finde das mehr als frech und würde daher anregen, hier eine ähnliche Aktion wie bei Strom und Gas in die Welt zu rufen und eine Einkaufsgemeinschaft zu gründen.

Thomas Putschögl
Ansfelden
(aus KONSUMENT 2/2014)

Über die Organisation weiterer Einkaufsgemeinschaften werden wir nach Abschluss der laufenden Aktion entscheiden.

Die Redaktion

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail
Zum Seitenanfang