DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.

Zum Inhalt

Handystrahlen - Ein Schein von Risiko

Die zahlreichen Berichte über krank machende Handystrahlen verunsichern die Konsumenten. Wir sagen Ihnen, was davon zu halten ist und wie man Handys sinnvoll nutzt.

Regelmäßig gelangen alarmierende Studien über Gesundheitsgefahren durch Handystrahlen an die Öffentlichkeit. Häufiges Telefonieren soll nicht nur zu Bluthochdruck oder Gedächtnisstörungen führen. Auch für Allergien, grauen Star, Herzerkrankungen, Hirntumore oder Immunschwäche sollen die gepulsten elektromagnetischen Felder der Mobiltelefone verantwortlich sein. Nicht nur langfristig – immer mehr Menschen klagen über unmittelbare Symptome. „Meine Kinder schlafen keine Nacht mehr durch, und ich fühle mich, als würde ich ständig innerlich vibrieren“, wird eine junge Mutter vom deutschen Dachverband gegen Elektrosmog „Bürgerwelle“ zitiert.

Dementis von offizieller Seite

Ebenso regelmäßig kommen die Dementis von offizieller Seite oder von der Interessenvertretung der Mobilfunkbetreiber. Es gebe bis heute keinen wissenschaftlichen Nachweis für eine gesundheitliche Gefährdung. Die in der Praxis erreichten Feldstärken lägen weit unter den Grenzwerten der Weltgesundheitsorganisation. Krank machend an der Handystrahlung sei lediglich die Angst davor.

Nicht nur Wärme-Effekte

Wer hat Recht? Unbestritten sind thermische Schäden durch starke hochfrequente Felder. Im schlimmsten Fall kann es zu Hitzschlag oder Herzinfarkt kommen. Doch diese Gefahr wird bei den heutigen GSM-Handys als vernachlässigbar gering eingeschätzt. Deren Abstrahlleistung erreicht maximal 2 Watt. Zu höheren Wärmebelastungen kann es da kaum kommen; auch in ungünstigen Situationen liegt die Feldstärke weit unter den kritischen Werten.

Elektromagnetische Felder

Elektromagnetische Felder haben aber nicht nur thermische Auswirkungen. Es gibt auch biologische Wirkungen – Reaktionen des menschlichen Körpers auf äußere Reize –, die selbst bei sehr niedriger Dosis auftreten können. Hier spielt weniger die Stärke des elektromagnetischen Feldes eine Rolle als vielmehr die Frequenz. GSM-Handys senden ihre Signale nicht mit gleich bleibender Frequenz, sondern gepulst – konkret 217 Mal in der Sekunde. Die gepulste Frequenz beeinflusst möglicherweise den menschlichen Organismus, diskutiert werden Veränderungen des Stoffwechsels oder der Zellstrukturen. Grundsätzlich werden diese biologischen Effekte von niemandem bestritten. Allerdings beharren herrschende Lehre und Vertreter der Wirtschaft darauf, dass es sich dabei um vorübergehende und unschädliche Effekte handle. Kritiker verweisen hingegen auf Untersuchungen, wonach es zu Kopfschmerzen, Nervosität oder Verhaltensänderungen gekommen sei, aber auch genetische Schäden und erhöhte Blutkrebsraten wurden angeblich festgestellt. Heiß diskutiert wird in letzter Zeit eine möglicherweise erhöhte Durchlässigkeit der so genannten Blut-Hirn-Schranke; diese sollte verhindern, dass Schadstoffe aus dem Blutkreislauf ins Gehirn gelangen. In Versuchen mit Ratten wurde festgestellt, dass bereits bei niedriger Bestrahlung Eiweißmoleküle die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Eiweiß wiederum kann Nervenzellen vernichten, Alzheimer oder Multiple Sklerose könnten die Folge sein.

Doch Ergebnisse aus Tierversuchen sind nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragbar. Wie überhaupt für die zahlreichen Studien über Schäden durch Hochfrequenzfelder gilt: Sie konnten bislang nicht bestätigt werden – zumindest nicht nach wissenschaftlichen Kriterien.

Grenzwerte sind unnötig hoch

Angesichts der nicht zu leugnenden Verdachtsmomente stellt sich allerdings die Frage, ob es ausreicht, sich auf wissenschaftliche Prinzipien zurückzuziehen, während die Mobilfunkindustrie ihre Expansion ungehindert fortsetzen kann. Das Wissen über die biologischen Effekte ist noch sehr gering. Das spricht dafür, den Vorsorgegrundsatz anzuwenden, denn ein gesundheitliches Risiko durch nicht-thermische Effekte ist zwar nicht nachweisbar, aber auch nicht auszuschließen. Das würde allerdings bedeuten, dass man die derzeit gültigen Grenzwerte für Handys und Mobilfunksender vergessen kann. Denn die wurden im Hinblick auf thermische Wirkungen erlassen und nicht, um Schutz gegen biologische Effekte zu bieten. Daher die Forderungen der Mobilfunk-Kritiker, die Grenzwerte drastisch zu senken – um den Faktor 1000 oder noch mehr. Aber auch das könnte noch keinen absoluten Schutz garantieren. Denn man weiß einfach zu wenig über den Zusammenhang zwischen elektromagnetischer Feldstärke und daraus resultierenden biologischen Auswirkungen.

Pragmatische Lösung: Reduzierung auf technisches Minimum

Dennoch spricht einiges dafür, dass mit einer Reduktion der Strahlungsintensität das (potenzielle) Gesundheitsrisiko minimiert werden kann. Eine pragmatische Lösung wäre daher, die Feldstärke auf das technisch mögliche Minimum zu reduzieren. Ganz im Sinne des Vorsorgeprinzips, unnötige Belastungen zu vermeiden. Derzeit gilt für Handys ein EU-Grenzwert (SAR) von 2 Watt/kg Körpermasse. Die so genannte Spezifische AbsorptionsRate (SAR) gibt die Höhe der Feldstärke an, die bei einem ans Ohr gehaltenen Handy vom Kopf absorbiert wird. Und die darf eben die besagten 2 Watt pro Kilogramm Körpermasse nicht übersteigen.

Technisch möglich

Dieser Wert kann von praktisch allen aktuellen GSM-Handys locker eingehalten werden. Wie Tests in Deutschland und der Schweiz ergaben, liegen die SAR-Werte generell unter 1 W/kg, das niedrigste Ergebnis im 900-Megahertz-Band liegt bei 0,10 W/kg, die Werte für das 1800-Megahertz-Band liegen zum Teil noch darunter. In Zukunft wollen die Hersteller den SAR-Wert ihrer Modelle auch in der Bedienungsanleitung angeben (bei einigen schon der Fall); der wird allerdings nicht von unabhängiger Stelle überprüft. Die gesammelten Ergebnisse verschiedener Untersuchungen werden auf der Homepage des deutschen Nova-Institutes wiedergegeben. Eine Absenkung des Grenzwertes auf 0,2 W/kg, wie er von diesem Institut vorgeschlagen wird, wäre heute jedenfalls technisch machbar.

Skeptiker halten allerdings die Fixierung auf Grenzwerte für realitätsfremd. Die Messung erfolgt unter genau definierten – eher theoretischen – Bedingungen. In der Praxis kann die Strahlenbelastung des Kopfes sehr stark schwanken; sie hängt beispielsweise von der Konstruktion der Antenne ab, von der Art, wie der Benutzer das Handy hält, und von Entfernung und Position der nächstgelegenen Sendestation.

Fazit

Die Antwort auf die Frage nach der Gefährlichkeit von Handystrahlen ist also alles andere als einfach. Man kann jedoch davon ausgehen, dass langfristige Gesundheitsschäden zwar nicht auszuschließen sind, aber die Gefahr vermutlich gering ist – im Vergleich zu anderen gesundheitlichen Risiken, wie zum Beispiel durch Luftverschmutzung oder Schadstoffe in Lebensmitteln. Was die unmittelbare Beeinträchtigung durch Mobilfunk betrifft (wie Nervosität oder Kopfschmerzen), so dürften davon nicht alle Menschen in gleichem Ausmaß betroffen sein. Es gibt Personen, die elektromagnetische Felder stärker wahrnehmen als andere und unter Umständen auch stärker darunter leiden. Der Anteil dieser „elektrosensiblen“ Menschen wird auf ein bis drei Prozent geschätzt. Für sie gilt in verstärktem Maß, was eigentlich alle beherzigen könnten und sollten: die Strahlenbelastung so gering wie möglich halten – siehe dazu die Tipps im Kasten.

Verzicht auf Dauer-Bereitschaft. Auch im Stand-by-Betrieb senden Handys „Strahlen“ aus. Wenn Sie nicht gerade ein Gespräch erwarten, schalten Sie das Handy besser aus – vor allem nachts. Schließlich gibt es ja auch eine Mailbox!

Gespräche so kurz wie möglich. Fassen Sie sich kurz, Details können meist auch später (zu Hause per Festnetz) besprochen werden. Halten Sie das Handy (vor allem eines mit eingebauter Antenne) nicht in der Handfläche, sondern eher mit den Fingern – die abschirmende Wirkung der Hand könnte zur Folge haben, dass das Gerät die Leistung hinauffährt. Verwenden Sie möglichst Freisprecheinrichtungen: Drahtlose Kopfhörer (Bluetooth) sind besser als die klassischen Headsets.

Im Auto nicht ohne Außenantenne. Durch die Metallkarosserie werden Funkwellen reflektiert, die Strahlenbelastung ist ungleich höher als draußen. Daher sollten Handys im Auto immer an eine Außenantenne angeschlossen werden. Im Zug, in der U-Bahn oder Straßenbahn gibt es diese Möglichkeit nicht. Umso eher gilt hier: abschalten, nicht zuletzt aus Rücksicht auf die anderen Passagiere.

Weg vom Körper. Wenn Sie Ihr Handy nicht abschalten können, so tragen Sie es wenigstens nicht direkt am Körper, sondern in der Handtasche, im Aktenkoffer etc.

Gute Verbindung suchen. Bei schlechter Verbindung zur Basisstation dreht das Handy seine Sendeleistung hinauf. Schalten Sie bei schwachem Signal das Handy besser ab. Befinden Sie sich in einem Gebäude, gehen Sie ins Freie oder zumindest zu einem Fenster.

Nichts für Kleinkinder. Kinder sind wesentlich empfindlicher als Erwachsene, sie sollten daher möglichst ohne Handy auskommen. Hände weg von so genannten Kinderhandys: Die sind zwar schön bunt, aber in der Regel von minderwertiger Qualität und daher auch nicht strahlungsoptimiert.

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail

Das könnte auch interessant sein:

Symbolbild zum E-Government: Ein Fingerabdruck, der digital wirkt.

ID Austria: Digital ist besser?

Die Handy-Signatur ist bald Geschichte. Demnächst bekommen wir mit der ID Austria eine digitale Identität. Wo liegen die Knackpunkte? Wir haben recherchiert.

Gefördert aus Mitteln des Sozialministeriums

Sozialministerium
Zum Seitenanfang