Energiesparende Lampen - Ersatz für 60-Watt-Birnen

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Das Aus für 60-Watt-Glühbirnen hat uns nach Ersatz Ausschau halten lassen. Wir unterzogen Halogen-, Energiespar- und LED-Lampen einem Vergleich.

Mit 1. September dürfen keine 60-Watt-Glühbirnen mehr auf den Markt gebracht werden. Gemeinsam mit der Stiftung Warentest haben wir vergleichbar helle Lampen ausgewählt, deren Helligkeit also ebenfalls mindestens 600 Lumen ausmacht. Getestet wurden Halogenglühlampen, Energiesparlampen (korrekt bezeichnet als Kompaktleuchtstofflampen) sowie LED-Lampen.

Deklaration in Lumen

Apropos: Gewöhnen Sie sich an die Deklarationin Lumen. Nur so können Sie die unterschiedlichen Lampensysteme vergleichen. Die Leistungsaufnahme von modernen Sparlampen in Watt ist bei vergleichbarer Helligkeit wesentlich niedriger als bei Glühlampen. Die Lichtausbeute pro Watt beträgt bei guten LED-Lampen 70 Lumen, bei Glühlampen nur 10.

80 Prozent Stromkostenersparnis

Entsprechend groß sind auch die Unterschiede in den Stromkosten, die in der Tabelle für jedes Produkt ausgewiesen sind („Stromkosten für eine Lichtmenge von 1 Million Lumenstunden in Euro“). Eine Million Lumenstunden entsprechen etwa der Lichtmenge, die eine 60-Watt-Glühbirne in 1500 Brennstunden abgibt, also etwa in einem Jahr, wenn die Lampe nicht länger als vier Stunden am Tag brennt. Für die Glühbirne fallen da Stromkosten von ca. 16,50 € an, für die Halogenlampe 13 bis 14 €, während man bei Energiespar-und LED-Lampen mit 2,50 bis 4 € auskommt (Strompreis 18 Cent/KWh).

Lebensdauer

Was die Gesamtkosten betrifft, also Kaufpreis der Lampe plus Stromkosten, so müsste natürlich auch die Lebensdauer mitberücksichtig twerden. Wenn man von der erwartbaren Lebensdauer ausgeht, bleibt der Preisvorteil der Energiespar- und LED-Lampen bestehen, weil man nach 2000 Betriebsstunden schon die nächste Halogenlampe kaufen muss, während man mit den beiden anderen noch Tausende Stunden auskommt. Glaubt man den Herstellerangaben, so halten LEDs sogar 25.000 Stunden. Zu diesem Zeitpunkt hätte man bereits die dreizehnte Halogenbirne eingeschraubt, bei einem Stückpreis von rund drei Euro haben sich die Lampenkosten somit auf fast 40 Euro summiert.

Die Rechnung geht allerdings nur dann auf, wenn die Sparlampen tatsächlich so lange halten. Leider trifft dies nicht immer zu. Wenn relativ teure Energiespar- oder LED-Lampen nicht länger halten als eine durchschnittliche Halogenlampe, dann wird die Ersparnis bei den Stromkosten bald aufgezehrt – weil man ja bei jedem Lampentausch den höheren Kaufpreis berappen muss.

Geringe Leuchtkraft beim Einschalten

Nicht alle Sparlampen halten lange

Generell ist zur Lebensdauer zu sagen, dass man die Prophezeiungen der Hersteller mit Vorsicht genießen sollte. 6.000 bis 15.000 Stunden Brenndauer werden für Energiesparlampen versprochen. Doch sechs von zwölf Testkandidaten haben nicht einmal die 6.000 Stunden überlebt, die der Test währte. Nicht nur die eine erwähnte
LED-Lampe schnitt also blamabel ab, auch bei den Leuchtstofflampen gibt es einige, die punkto Lebensdauer von jeder Glühlampe locker ausgebremst werden könnten.

Zur Erklärung: Zwecks Ermittlung der Nutzlebensdauer werden fünf Exemplare 6.000 Stunden im Schaltzyklus 165 Minuten „Ein“ und 15 Minuten „Aus“ getestet. Gemessen wird die Zeit bis zum technischen K.o., bis der Lichtstrom auf unter 80 Prozent des deklarierten Werts absinkt. Denn spätestens dann erfüllt die Lampe nicht mehr dem Zweck, für den sie gekauft wurde.

Kosten sparen mit allen Guten

Das bedeutet also: Die Rechnung, moderne Sparlampen sind zwar teuer, kommen aber aufgrund ihrer langen Lebensdauer letztlich billiger, stimmt nicht in jedem Fall. Deutlich Kosten sparen kann man jedenfalls mit allen Sparlampen, die „gut“  abgeschnitten haben. Die beiden LED-Lampen von Osram und Philips haben sogar „sehr gut“ abgeschnitten. Es ist das erste Mal seit 1983, dass die Höchstnote vergeben werden konnte. Gegenüber Energiesparlampen haben diese beiden den Vorteil, dass sie sofort nach dem Einschalten mit voller Helligkeit strahlen, dass die Farbwiedergabeeigenschaften besonders gut sind und dass sie nicht kälteempfindlich sind.

Die alten Schwächen

Bei den Leuchtstofflampen – auch bei den guten – machen diese Kriterien noch immer Probleme. Kaum eine ist nach dem Einschalten gleich hell. Am längsten ist die Verzögerung bei der Megaman Softlight: Um 80 Prozent ihrer Helligkeit zu liefern, benötigt sie mehr als zwei Minuten.

Diese Trägheit beim Einschalten hat sich zuletzt sogar verschlechtert. Grund: Immer mehr Hersteller verwenden aus Sicherheitsgründen kein flüssiges Quecksilber mehr, sondern festes Amalgam. Falls eine Lampe zu Bruch geht, ist das Schwermetall in dieser Form unproblematischer und lässt sich relativ leicht beseitigen. Nachteil: Amalgam braucht nach dem Einschalten mehr Zeit zur Erwärmung, damit die Lichterzeugung optimal funktioniert.

Kelvin-Zahl beachten

Was die Gesamt-Quecksilberbilanz betrifft, so sei darauf hingewiesen, dass Glühlampen meist eine stärkere Belastung für die Umwelt darstellen: Da sie mehr Energie verbrauchen, sind auch die quecksilberhaltigen Emissionen aus den Schornsteinen von Kohlekraftwerken höher. Was die Schaltfestigkeit betrifft, so gibt es mittlerweile doch einige Energiesparlampen, die mit anderen Systemen mithalten können. Ähnliches trifft für die Farbwiedergabe zu. Es gibt heute genug Modelle, die ein warmweißes Licht ähnlich der Glühlampe spenden – achten Sie auf die Kelvin-Zahl, sie sollte zwischen 2.500 und 3.000 liegen.

Kein Gestank

Der von Konsumenten immer wieder beanstandete „Gestank“ neuer Energiesparlampen konnte im Test nicht festgestellt werden. Beim Punkt Raumluftbelastung wurde die Geruchsentwicklung durch zwei Fachleute subjektiv ermittelt und außerdem das Vorhandensein flüchtiger Kohlenwasserstoffe (VOC) in einer Prüfkammer gemessen. Nur die Lampe von Paulmann wurde hier negativ bewertet.

Testtabelle: LED-Lampen

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Testtabelle: Energiesparlampen

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Testtabelle: Halogenlampen

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Zusammenfassung

Welche Alternativen stehen den Konsumenten nun nach dem Aus der 60-Watt-Glühbirnen zur Verfügung, für welchen Einsatzzweck sind die energiesparenden Lampen am besten geeignet?

 LED Lampe/Bild: Stiftung Warentest

LED-Lampen

In Licht emittierenden Dioden-Lampen (LED) werden Halbleiterkristalle durch den Strom zum Leuchten angeregt. Hohe Lichtausbeute und lange Lebensdauer zeichnen sie aus. Sie leuchten nach dem Einschalten sofort hell – auch bei Kälte.

Für alle Zwecke gut geeignet; da sie sehr teuer sind, rechnet sich ihr Einsatz allerdings nur, wenn sie oft und lange brennen.

 Kompaktleuchtstofflampe/Bild: Stiftung Warentest

Kompaktleuchtstofflampen

Elektronen in der Außenhülle von Quecksilberatomen senden durch den Strom Energie in Form von UV-Licht aus. Dieses wird durch Leuchtstoffe in sichtbares weißes Licht umgewandelt. Meist sehr hohe Lichtausbeute.

Hinsichtlich der Farbwiedergabe, der Zeit bis zum Erreichen der vollen Helligkeit, aber auch der Lebensdauer gibt es große Unterschiede. Geeignet für dauerhafte Beleuchtung (für mehrere Stunden ohne Unterbrechung).

 Halogenglühlampe/Bild: Stiftung Warentest

Halogenglühlampen

Wie bei klassischen Glühbirnen ist ein glühender Wolframdraht für das Licht verantwortlich. Der Unterschied: Bei Halogenlampen steckt er in einem kleinen Quarzglaskolben, der mit Gasen befüllt ist.

Das führt zu einer besseren Lichtausbeute, aber es gehen immer noch über 90 Prozent der Energie als Wärme verloren. Großer Vorteil der Glühlampen generell: sehr gute Farbwiedergabe.

Testkriterien

18 LED-, Kompaktleuchtstoff- und Halogenlampen im Test

Test in Kooperation mit der Stiftung Warentest. Getestet wurden Kompaktleuchtstofflampen, Halogenglühlampen und LED-Lampen, die möglichst eine 60-Watt-Glühbirne ersetzen sollten. Einkauf der Prüfmuster Jänner bis März 2010.

Lichttechnische Eigenschaften

Die Farbwiedergabe bewerteten wir anhand des Mittelwertes der speziellen Farbwiedergabeindizes R1 bis R15 nach DIN 6169. Helligkeit nach dem Einschalten: Mittels Oszillogrammen wurde das Startverhalten nach dem Einschalten untersucht (mit oder ohne Vorheizung der Elektroden). Wir ermittelten die Startzeit bis zum Beginn des Aufleuchtens sowie die Zeiten, bis 50 und 80 Prozent der vollen Helligkeit erreicht waren (bei 25 Grad Celsius Umgebungstemperatur, nach Einbrennzeit). Helligkeit bei tiefer oder hoher Temperatur: In einem Klimaschrank wurde bei –10, 0 und +50 Grad Celsius die Helligkeit überprüft. Wir bewerteten das Verhältnis dieser Lichtströme zum Lichtstrom bei 25 Grad.

Haltbarkeit

Die Nutzlebensdauer prüften wir mit je 5 Exemplaren in Anlehnung an DIN EN 60969 (Schaltzyklus: 165 Minuten „Ein“, 15 Minuten „Aus“) über 6.000 Brennstunden und kontrollierten dabei den mit der Zeit abnehmenden Lichtstrom. Bewertet wurde die Brenndauer, während der noch mindestens 80 Prozent des deklarierten Lichtstroms zur Verfügung stand. Außerdem wurde die Brenndauer bis zum Totalausfall gemessen. Die Schaltfestigkeit prüften wir an jeweils 3 Lampen über bis zu 90.000 Schaltungen (Zyklus: 0,5 Minuten „Ein“ und 4,5 Minuten „Aus“). Die Drehfestigkeit des Sockels kontrollierten wir mit einer Drehbelastung von 3 Newtonmeter.

Umwelt und Gesundheit

Die Lichtausbeute (Endenergieeffizienz) wurde auf Basis der Messwerte von Lichtstrom und Leistungsaufnahme als Mittelwert über die Nutzlebensdauer berechnet. Ebenfalls für diesen Zeitraum ermittelten wir den Primärenergieaufwand in Bezug zur abgegebenen Lichtmenge; auch der Aufwand für Herstellung und Entsorgung wurde berücksichtigt (mit Ökobilanz-Datenbank Ecoinvent 2.1 und Primärenergiefaktor 2,5 für elektrischen Strom). Bei der Raumluftbelastung bewerteten wir sowohl die subjektive Geruchsermittlung durch zwei Fachleute als auch die Messung flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) nach einstündiger Brenndauer in einer Prüfkammer.

Quecksilberbilanz: potenzielle Emissionen bei der Lampenentsorgung (Recyclingquote 10 Prozent) sowie beim Betrieb infolge des Stromverbrauchs durch die Kraftwerke – und zwar in Relation zur gesamten während der Nutzlebensdauer abgegebenen Lichtmenge. Schutz vor Quecksilberaustritt bei Bruch: Bewertet wurden der Gehalt und die Art des Quecksilbers (flüssig oder Amalgam) sowie konstruktive Maßnahmen wie Hüllkolben oder Splitterschutz. Ergänzend überprüften wir elektromagnetische Wechselfelder im Abstand von 30 cm in Anlehnung an DIN EN 55015. Da alle Lampen den zulässigen Richtwert nach ICNIRP weit unterschritten, wurde dieser Parameter nicht bewertet.

Deklaration

Benotet wurden die prozentualen Abweichungen gemessener Werte von Lebensdauer, Schaltfestigkeit, Lichtstrom und Leistungsaufnahme zur Deklaration sowie die Richtigkeit der Energieklasse.

Gemessen und nicht bewertet

Die circadiane Wirkung (Wirkung auf den Schlaf-Wach-Rhythmus) wurde anhand des Wirkungsspektrums für Melatoninsuppression (DIN 5031, Teil 100) überprüft und in Prozent der Wirkung von gleich hellen Glühlampen angegeben.

Die Dimmbarkeit von so deklarierten Lampen wurde mit je einem billigen und einem teuren Phasenanschnitts- und Phasenabschnittsdimmer untersucht und der kleinste erreichbare Lichtstrom ermittelt.

Leserreaktionen

Auch extra erhältlich

Es gibt sehr wohl zumindest ein System, wo das Vorschaltgerät, der Glühkörper und auch die Birnenform extra zu kaufen und zu tauschen sind. Hersteller ist Paulmann Licht (www.paulmann.com).

Heinz Ganzer
Anger
(aus KONSUMENT 2/2012)

Entsorgungsproblem

Leider werden nicht alle Sparlampen heil und vorschriftsmäßig entsorgt. Tatsächlich landen kaputte Sparlampen im Hausmüll und in Ländern der 2. oder 3. Welt. Und zwar jede einzelne samt dem völlig überflüssig mit entsorgten Vorschaltgerät. Das ist, als würde man bei jeder kaputten Neonröhre auch gleich den ganzen Balken wegwerfen.

Marcus Stöger
E-Mail
(aus KONSUMENT 12/2011)

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