Babyphone - Die Einfachen sind die besten

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Vor allem auf die klassischen Babyfone können Eltern sich verlassen. Zwei Modelle im Test reduzieren Elektrosmog auf ein absolutes Minimum.

In einer aktuellen Untersuchung nahmen unsere Kollegen von der Stiftung Warentest - deutsche Testorganisation folgende Geräte unter die Lupe:

  • 14 klassische Babyphone, davon 8 mit Videoübertragung
  • 3 smarte Babyphone (mit den dazugehörigen Apps für Smartphone/Tablet)
  • 3 Babyphon-Apps

Konkret wurden dabei folgende Produkte untersucht:

BABYPHONE MIT TONÜBERTRAGUNG:

  • Babymoov - Expert Care (A014303)
  • Nuk - Eco Control Audio Display 530D+
  • Philips Avent - SCD723/26
  • Reer - Projektor-Babyphone (50080)
  • Switel - BCC68 (5)
  • VTech - BM1100

BABYPHONE MIT VIDEOÜBERTRAGUNG:

  • Angelcare - AC310-D
  • Babymoov - Yoo-Moov (A014417)
  • Chicco - Video Baby Monitor Smart (7)
  • Motorola - Comfort35
  • Nuk - Eco Control Video Display 550VD (4)
  • Philips Avent - SCD845/26
  • Reer - Video Babyphone (80400)
  • VTech - VM320

SMARTE BABYPHONE:

  • Arlo - Arlo Baby ABC1000
  • Beurer - BY99 Dual (5)
  • Motorola - MBP162 Connect (5)

BABYPHON-APPS:

  • Happy Parents Software - Luna: Babyphone 3G & WLAN
  • Papenmeier - WiFi Baby Monitor: Vollversion (Android) (6)
  • TappyTaps - Babyphone 3G (Android und iOS)

Bewertet wurden: Übertragung, Handhabung, Akku (sofern vorhanden), Umwelteigenschaften und (bei smarten Babyphonen bzw. Apps) der Basisschutz persönlicher Daten.

Test: einfach aber "gut"

"Sehr gut" gab es keines, aber bei den Klassikern konnten fünf "gut" vergeben werden. Generell erfüllt diese Produktkategorie die Anforderungen, die Eltern an diese "Helferlinge" stellen, wohl am besten. Man könnte auch sagen: Die Einfachen sind die Besten. Von den sechs getesteten Babyphonen, die sich mit Tonübertragung begnügen, enttäuschte keines; drei schnitten "durchschnittlich" ab, drei "gut".


Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht.

Vor- und Nachteile der Produktkategorien

Klassische Babyphone

Vorteile:

Keep it simple: Worum geht es Eltern, wenn sie ein Babyfon zu Hilfe nehmen? Sie wollen mitbekommen, wenn ihr Kind aufwacht und sich mehr oder weniger lautstark bemerkbar macht. Diese Aufgabe erfüllt der Großteil der getesteten klassischen Modelle gut bis passabel. Die Tonübertragung ist zumeist sehr brauchbar. Darüber hinaus wollen Eltern sicher sein, dass sie benachrichtigt werden, wenn die Verbindung zur Sendestation, also zum Baby, abbricht. Die meisten Empfänger schlagen auffällig und lautstark Alarm, wenn das der Fall ist (Nachteil dieser Reichweitenkontrolle siehe "Elektrosmog: VKI-Tipps").

Nachteile:

Insbesondere in Wohnungen ist die Reichweite der klassischen Babyphone mehr als akzeptabel. In einem großen Einfamilienhaus kann man damit aber an Grenzen stoßen. Bei Video-Babyphonen ist die vergleichsweise kurze Akkulaufzeit der Empfänger (Elterneinheit) von nur 8 bis 18 Stunden zu kritisieren. Audiogeräte schaffen bis zu 64 Stunden. Zudem ist die Bildqualität häufig eher mau. Auf den meisten Bildschirmen können Eltern aber zumindest erkennen, ob das Kind wach ist oder nicht. Schwer tun sich die Kameras vor allem in dunklen Räumen.


Smarte Babyphone

Vorteile:

Ganz eindeutig: die unbegrenzte Reichweite. Sie resultiert aus der Funktionsweise dieser Babyphone. Zwei der drei getesteten Modelle sind Webcams, die via Internet bzw. WLAN Videos vom Kind an die zur Cam gehörige App aufs Smartphone bzw. aufs Tablet übertragen. Die Videos lassen sich somit überall abrufen, wo es Internet gibt. Eine sichere Datenübertragung haben die Programmierer dieser Modelle ganz gut hinbekommen, Hacker haben kein leichtes Spiel.

Nachteile:

Eine stabile Internetverbindung ist Grundvoraussetzung, sonst kann die Übertragung stocken oder gar ganz ausfallen. Wenn das passiert, dann warnen die getesteten Modelle die Eltern nicht auffällig genug.


Babyphon-Apps

So funktioniert‘s: Die App muss auf zwei Smartphones installiert werden. Ein Handy fungiert als Sender und bleibt im Kinderzimmer, das zweite wird zur Elternstation (Empfänger). Da ein Video übertragen wird, lässt sich das Elterntelefon nur noch eingeschränkt nutzen.

Vorteile

Sicherlich die Kosten. Die Apps sind entweder gratis oder kosten nur ein paar Euro. Ein weiterer Vorteil ist die große Reichweite. TappyTaps kann über mobiles Internet betrieben werden, bietet somit sogar unbegrenzte Reichweite. Die beiden anderen getesteten Apps funktionieren nur, wenn die Telefone das gleiche WLAN nutzen, sind somit auf diesen Bereich beschränkt. Bei Störungen schlagen die Apps recht deutlich Alarm.

Nachteile

Großes Manko ist die Videoqualität in dunklen Räumen, den Smartphones fehlt das Infrarotlicht. Die bisweilen vorgeschlagene Lösung, das Kind mit dem grellen LED-Licht des Handys anzuleuchten, ist mehr als abwegig.

Testergebnisse im Überblick

Babyphone mit Tonübertragung

Erste Wahl ist das Philips Avent SCD723/26, das sich insbesondere durch die beste Handhabung hervortut. Es ist mit einem Richtpreis von 140 Euro aber auch das mit Abstand teuerste Gerät in dieser Kategorie. Ebenfalls „gut“: Babymoov Expert Care (A014303) und Reer Projektor-Babyphone (50080).

Babyphone mit Videoübertragung

Bei den Video-Babyphonen wurden das Philips Avent SCD845/26 (219 Euro) und das Nuk Eco Control Video Display 550VD „gut“ bewertet. Problematisch: die vergleichsweise kurze Akkulaufzeit der Empfänger (Elterneinheit) von nur 8 bis 18 Stunden. Audiogeräte schaffen bis zu 64 Stunden.

Diese fünf Babyphones (mit und ohne Videoübertragung) wurden im Test der Stiwa mit "gut" beurteilt. (Bild: Stiftung Warentest)

Abbildung 1: Philips Avent SCD723/26
Abbildung 2: Reer-Projektor Babyphone (50080)
Abbildung 3: Babymoov Expert Care (A014303)
Abbildung 4: Philips Avent SCD845/26
Abbildung 5: Nuk Eco Control Video Display 550VD
 

Smarte Babyphone und Apps

Von den smarten Babyfonen (zumeist Webcams) können wir kein Modell wirklich empfehlen. Sie arbeiten oft nicht reibungslos, am besten noch das Arlo Baby ABC1000. Das Motorola MBP162 Connect ist übrigens ein Audiophone, es überträgt nur Geräusche an die App: Ein Sender samt Mikrofon muss neben dem Bett in eine Steckdose gesteckt werden. Laut Anbieter ist dieses Modell inzwischen nicht mehr erhältlich.

Babyphon-Apps für Smartphones kosten zwar nur ein paar Euro, sollten aber höchstens sporadisch (z.B. im Urlaub) eingesetzt werden. Größtes Manko ist die Videoqualität in dunklen Räumen. Passable Ergebnisse konnte nur die App von TappyTaps (Babyphone 3G für Android und iOS) erzielen.

Testtabelle: Babyphone - nur Tonübertragung

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Testtabelle: Babyphone mit Videoübertragung

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Testtabelle: Babyphone smart

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Testtabelle: Babyphone-Apps

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Elektrosmog: VKI-Tipps

Elektrosmog

Beim Thema Elektrosmog gibt die Stiftung Warentest Entwarnung. Die gemessenen Feldstärken liegen bei allen Geräten in einem Meter Abstand vom Sendegerät weit unter den Grenzwerten gemäß dem deutschen Bundes-Immissionsschutzgesetz.

Abstand ist wichtig

In der Tat ist es essenziell, dass Eltern die Sendestation nicht (aus falsch interpretierter Fürsorglichkeit) möglichst nahe ans bzw. sogar ins Baby-Bettchen stellen. Einerseits erhöht sich dadurch die elektromagnetische Feldstärke, der das Baby ausgesetzt ist. Und andererseits wird das Kind auf eine noch unmittelbarere Weise in Gefahr gebracht: Es könnte sich im Stromkabel verheddern und ersticken.

VKI-Tipp: Ein Meter Abstand ist Minimum. Babyphone funktionieren verlässlich, auch wenn sie nicht direkt neben dem Bett stehen. Die meisten Mikrophone sind empfindlich genug, um den gesamten Raum zu überwachen.

Es gibt Babyphone, die Dauerstrahler sind. Und es gibt Modelle, die nur dann funken, wenn das Baby wach ist und Geräusche macht.

VKI-Tipp: Wählen Sie ein Gerät, bei dem die sogenannte Ansprechschwelle einstellbar ist. Elf der getesteten klassischen Babyphone, darunter auch die fünf „guten“, verfügen über diese Funktion (siehe Testtabelle).

Reichweitenkontrolle

Allerdings schickt die Sendestation bei den meisten klassischen Modellen in regelmäßigen Abständen (die Abstände variieren je nach Modell z.T. beträchtlich) ein Signal an die Elternstation. Das Signal soll überprüfen, ob die beiden Geräte noch miteinander verbunden sind.

VKI-Tipp: Wer sich ohnedies immer nur innerhalb der Wohnung aufhält, kann auf diese Reichweitenkontrolle verzichten. Bei zwei der getesteten Klassiker lässt sich die Reichweitenkontrolle deaktivieren: bei den beiden „guten“ Modellen Philips Avent SCD723/26 und Reer Projektor-Babyphone (50080). Eltern, die beim Thema Elektrosmog auf Nummer sicher gehen wollen, greifen zu einem dieser beiden Modelle. 

Testkriterien

Testkriterien

Im Test: 14 klassische Babyphone, davon 8 mit Videoübertragung, 3 smarte Babyphone mit den dazugehörigen Apps fürs Smartphone oder Tablet sowie 3 Babyphon-Apps. Die smarten Babyphone und Babyphon-Apps wurden mit den Premium-Handy-Modellen Samsung Galaxy S10 und iPhone 11 Pro Max geprüft. Eingekauft wurden die Babyphone im September 2019. Die Apps wurden im Oktober 2019 heruntergeladen, die Datenschutzerklärungen im November 2019.


Übertragung

Für Funktion und Klangeindruck wurde gemessen, ab welcher Lautstärke das Gerät reagiert (Ansprechschwelle) und in welchem Bereich sich diese Schwelle regeln lässt. Drei Experten prüften den Klang am Empfänger. Bei Video-Geräten beurteilten sie die Bildqualität bei Tageslicht, im abgedunkelten und im dunklen Raum. Bei smarten Geräten und Apps wurde mit gutem und schlechterem WLAN-Empfang geprüft. Unter Störanfälligkeit gegenüber anderen Babyphonen wurde untersucht, ob andere Babyphone gleichzeitig auf derselben Frequenz funken können. Dafür wurde beurteilt, ob durch andere Babyphon-Empfänger in der Nähe Interferenzeffekte auftreten. Die Reichweite klassischer Geräte wurde in einem Gebäude an diversen Messpunkten bestimmt. Die Entfernungen betrugen bis zu 25 Meter, die Messpositionen waren über zwei Stockwerke verteilt.


Handhabung

Zwei Experten beurteilten, wie hilfreich und verständlich Bedienungsanleitung, Dokumentation und Hilfen sind. Sie achteten unter anderem auf Lesbarkeit und Verständlichkeit. Bei smarten Babyphonen und Babyphon-Apps prüften sie auch die Anleitungen und Hilfen in den jeweiligen Apps. Sie schätzten ein, wie einfach die Inbetriebnahme ist und wie nutzerfreundlich die Produkte im täglichen Gebrauch sind. Sie beurteilten unter anderem, wie gut Nutzer durchs Menü geführt werden und wie leicht sich die Ansprechschwelle an den Geräten einstellen lässt. Bei den klassischen Babyphones prüften die Experten, wie hoch das Verwechslungsrisiko von Sender und Empfänger ist, wie gut sich die Eltern-Einheit tragen lässt (etwa per Gürtel-Clip) und wie standfest sie ist. Unter Anzeigen und Bedienelemente prüften sie, wie gut sich Anzeigen ablesen lassen und wie komfortabel die Bedienelemente sind. Sie bewerteten, wie deutlich die Warnung bei einer Störung war – etwa, wenn die Reichweite überschritten wird, Strom, Akku oder Internet ausfallen. Bei den smarten Babyphonen und den Babyphon-Apps wurde die Handhabung der iOS- und Android-Apps getestet – sofern beide Versionen angeboten wurden – und das schlechtere der beiden Ergebnisse bewertet.


Akku (bei klassischen Babyphonen)

Die Betriebsdauer des Empfängers in Bereitschaft mit einer Akkuladung wurde aus der Akkukapazität und dem gemessenen Strom im Standardmodus rechnerisch ermittelt. Extrapunkte gab es unter anderem für Standardakkus. Geräte mit Videofunktion wurden mit und ohne angeschaltete(r) Bildübertragung geprüft.


Umwelteigenschaften (bei klassischen und smarten Babyphonen)

Ein Experte begutachtete die Verarbeitung, unter anderem Passgenauigkeit, Gratfreiheit und wie solide die Schalter und Einstellelemente sind. Er ermittelte, wie sicher der Kontakt zwischen Buchsen und Steckverbindungen ist und wie gut sich die Geräte reinigen lassen. Die Stabilität der Elterneinheit klassischer Babyphone wurde per Falltest in Anlehnung an DIN EN 60065 überprüft. Der Stromverbrauch wurde anhand eines Nutzerprofils bewertet. Elektromagnetische Felder: Im Abstand von einem Meter vom Sendegerät wurden die elektrischen Feldstärken gemessen.


Basisschutz persönlicher Daten (bei smarten Babyphonen und Apps)

Beim sparsamen Erheben von Nutzerdaten wurde bewertet, ob ein Nutzerkonto angelegt werden muss und wie viele Daten der Anbieter dabei erfasst. Analysiert wurde, welche Daten bei der Nutzung mit iOS- und Android-Apps gesendet wurden. Falls möglich, wurden die Daten entschlüsselt. Ob und wie Anbieter Daten weiterverarbeiten oder an Dritte weitergeben, konnte nicht geprüft werden. Bewertet wurde der Schutz des Nutzerkontos und der Datenübertragung: Dafür wurden etwa die Passwortvorgaben und die Transportverschlüsselung geprüft. Die Sicherheit der Daten auf dem Anbieterserver wurde nicht untersucht, weil dafür rechtlich nicht erlaubte Angriffe auf die Server erforderlich wären. Ein Jurist prüfte die Datenschutzerklärung auf Mängel, etwa unzureichende Informationen über die Weitergabe von Daten an Dritte.


Abwertungen

Abwertungen bewirken, dass Produktmängel sich verstärkt auf das Testurteil auswirken. Sie sind mit einer Fußnote gekennzeichnet. Folgende Abwertungen wurden eingesetzt: War die Übertragung „weniger zufriedenstellend“, konnte das Testurteil maximal eine halbe Note besser sein. Lautete das Urteil für Funktion und Klangeindruck „weniger zufriedenstellend“, wurde die Übertragung um eine halbe Note abgewertet. War die Bildqualität „weniger zufriedenstellend“ oder „nicht zufriedenstellend“, konnte die Übertragung maximal eine halbe Note besser sein. Wurde die Reichweite als „weniger zufriedenstellend“ bewertet, konnte die Übertragung maximal eine Note besser sein. War die Handhabung „weniger zufriedenstellend“, konnte das Testurteil maximal eine Note besser sein. Lautete die Warnung bei Störung „weniger zufriedenstellend“, konnte die Handhabung maximal eine halbe Note besser sein. Bei sehr deutlichen Mängeln in der Datenschutzerklärung wurde das Urteil Basisschutz persönlicher Daten um eine Note abgewertet, zudem konnte es nicht besser als „durchschnittlich“ sein.

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