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Winterreifen - Haftungsfragen

Die Bremswege bei Billigreifen sind oft bedenklich lang. Die Ganzjahresreifen werden immer besser.

In Deutsch- land ist die Montage von Winterreifen in der kalten Jahreszeit mittlerweile Pflicht, wenngleich weder der Begriff „Winterreifen“ noch „winterliche Wetterverhältnisse“ umfassend definiert ist. Wer dort auf winterlicher Fahrbahn mit Sommerreifen erwischt wird, zahlt 20 Euro Strafe, wer aufgrund mangelnder Winterausrüstung auch noch den Verkehr behindert, kommt auf 40 Euro.

M + S-Zeichen sagt wenig über die Eigenschaften

In Österreich bleibt vorerst alles beim Alten. Kurz gesagt: Wer im Winter mit Sommerreifen einen Unfall baut, muss mit Schadens-Regressforderungen der Versicherungen rechnen. Und als Winterreifen gilt alles, was das M+S-Zeichen an den Flanken trägt und eine Mindestprofiltiefe von 4 mm aufweist.

Über die wahren Wintereigenschaften sagt dieses Symbol aber nur sehr wenig aus, da es noch aus der Zeit vor Erfindung der Lamellentechnik stammt. In den USA tragen fast alle Sommerreifen das M+S-Zeichen, ohne die geringste Wintertauglichkeit aufzuweisen. Da es also keine zeitgemäße gesetzliche Definition eines Winterreifens gibt, sind Winterreifen-Tests umso bedeutender.

Elf No-Name-Produkte getestet

Die Statistik sagt, dass vor allem Kleinwagennutzer mit naturgemäß geringerer Kilometerleistung sich gerne auf Sommerreifen über den Winter schummeln, vor allem wenn sie so wenig fahren, dass sich zwei Reifensätze nicht abfahren lassen, bevor sie spröde werden. Andere wiederum wollen ganz einfach so wenig Geld wie möglich ausgeben.

Für diese Gruppe haben wir diesmal 11 No-Name-Produkte der Dimension 195/65 R15 getestet – in Ergänzung zum Test von Markenreifen derselben Dimension vor einem Jahr („Konsument“ 10 / 2005).

Fünf Allwetter-Pneus

Eine Möglichkeit, das Reifenwechseln überhaupt zu umgehen, stellen Ganzjahresreifen dar. Unter den 19 Winterreifen der Dimension 185/60 R14 waren diesmal auch fünf Allwetter-Pneus. Fazit: Bei guten Ganzjahresreifen handelt es sich im Wesentlichen um Winterreifen mit passablen Sommereigenschaften. Genauer gesagt: Spitzenreiter unter den Ganzjahresreifen ist ein alter Bekannter, der Goodyear Vector 5+. Er dient seit mehreren Jahren als Referenzreifen bei Sommer- und Winterreifentests.

Hankook Centum H 720 ist "gut"

Der zweitbeste Allwetterreifen ist Hankook Centum H 720, der die Note „Gut“ nur knapp verfehlte. Ganzjahresreifen, die von ihrer Grundkonzeption her eher Sommerreifen entsprechen, schneiden hingegen durchgehend schlechter ab. Pirelli P2500 und Dunlop SP 4 All Season sind gut, solange es trocken ist, verlieren aber auf Schnee erheblich an Haftung.

300 Euro und mehr

Ein Satz Winterreifen der Größe 195/65 R15 für Kompakt- und Mittelklasse-Autos kann gleich einmal 300 Euro und mehr kosten. Es gibt aber auch weniger bekannte Marken um weniger Geld. Doch Vorsicht ist angesagt: Hier wird meist an der Qualität gespart. Von den elf Produkten waren sieben „nicht zufriedenstellend“ und kein einziges „gut“. Dabei war der Schnee gar nicht so sehr das Problem. Dort bieten auch billigere Reifen immer wieder gute bis sehr gute Leistungen.

Bremsen auf nasser Fahrbahn

Das Problem liegt eher beim Bremsen auf nasser Fahrbahn. Hier verschenkt man mit Billigreifen gegenüber Markenreifen oft einige Wagenlängen. Der Vorjahres-Testsieger der Dimension 195/65 R15 (Goodyear Ultra Grip 7) hat auch in diesem Test als Referenzreifen seine gute Form bestätigt. Wie überhaupt das gesamte Testergebnis der Markenreifen der gleichen Dimension vor einem Jahr eklatant besser ausfiel (alle „gut“ bis „durchschnittlich“).

Geringe Preisunterschiede

Und der Preisunterschied ist gar nicht so hoch. Selbst bei den Richtpreisen liegen Markenprodukte kaum über 80 Euro, während die getesteten No-Name-Reifen 51 bis 69 Euro kosten.

Die wichtigste Erkenntnis aus unserem Test der preiswerten Winterreifen: Die Ersparnis kann Sie sehr schnell sehr teuer kommen, dann nämlich, wenn Sie wegen mangelnder Bremseigenschaften das Auto ruinieren, von möglichen Personenschäden ganz zu schweigen.

Wo gibt es Billigreifen?

Die meisten der getesteten Billigreifen werden von großen Markenfirmen mitvertrieben. So verkauft Goodyear Dunlop Tires Austria gleich drei aus dem Billigsegment: Sava, Falken und Debica. Viking gibt es bei Semperit, Ceat bei Pirelli. Marangoni vertreibt der Grazer Reifenhändler Ruhdorfer .

Viel Auswahl bieten die Internet-Reifenhändler wie

Die „durchschnittlichen“ Reifen: Sava wird vertrieben von Goodyear ( www.goodyear.at ) und findet sich im Angebot von www.reifendirekt.at .
Viking: bei www.semperit.com .

Für Tyfoon konnten wir zum Erhebungszeitpunkt (September 2006) kein Angebot in Österreich ausfindig machen.

Winterreifen: Kompetent mit Konsument

  • Billigreifen.  Wenn sie mitunter auch ganz passable Wintereigenschaften aufweisen, das Bremsen auf nasser Fahrbahn wird mit Billigreifen oft zum Lotteriespiel.
  • Ganzjahresreifen.  Sie werden immer besser und können zum Teil an der Spitze der Winterreifen mithalten. Da sie auch nicht teurer sind, ist ihre Anschaffung für Wenigfahrer eine Überlegung wert.
  • Wirklich sparen.  Bei vielen Autos ist eine kleinere Dimension erlaubt als die ab Werk montierten Sommerreifen. Um das Geld eines Billigreifens bekommt man in der nächstschmäleren Dimension oft schon ein Top-Markenprodukt. Im Typenschein nachsehen!

Winterreifen: So haben wir getestet

Aus einem internationalen Gemeinschaftstest veröffentlichen wir die Ergebnisse von 30 Winterreifen bzw. Ganzjahresreifen. Hier die Prüfkriterien:

Preise

Befragung von Anbietern und Händlern im September 2006. Alle Preise pro Stück, ohne Auswuchten, Ventil und Montage. Die angegebenen Preise sind eine Momentaufnahme zum Testzeitpunkt und können sich verändern.

Nasse Fahrbahn

- Handling: Zeitwertung und subjektives Urteil auf dauerberegnetem 2200-Meter-Kurs.
- Bremsen auf dauerberegnetem Asphalt und Beton aus 80 auf 20 km/h.
- Aquaplaning auf Geraden: Einfahrt in ein 7 mm tiefes Wasserbecken und Beschleunigungen.
- Aquaplaning in Kurven: Befahren einer 200-m-Kreisbahn mit einem dauerberegneten Teilstück von 4 mm Wassertiefe. Einfahrt mit konstantem Lenkeinschlag mit 70 bis 100 km/h.
- Seitenführung: Befahren einer dauerberegneten Asphalt-Kreisbahn auf Zeit.

Schnee

- Bremsen auf festgefahrenem Schnee aus 30 auf 3 km/h.
- Anfahren: Zugkraftermittlung in Abhängigkeit vom Schlupf.
- Seitenführung, Traktion: Passfahren auf Zeit, bei Steigungen zwischen 9 und 12 Prozent.

Eis

- Anfahren und Bremsen aus 25 km/h bis zum Stillstand.
- Seitenführung: Befahren einer Kreisbahn mit 18 Meter Durchmesser.

Trockene Fahrbahn

Subjektive Beurteilung der Spurtreue  auf einem Hochgeschwindigkeitskurs.

Umwelteigenschaften

- Verschleißfestigkeit: Prüfung im Konvoi über eine Strecke von 10.000 Kilometern und auf dem Verschleißprüfstand, Messung der Profiltiefe an je 24 Reifenstellen.
- Rollwiderstand: Verbrauchsmessungen bei 80, 100 und 130 km/h.
- Außengeräusch: Subjektive Beurteilung einer Kunstkopfaufnahme der Abrollgeräusche auf einer ISO-Asphaltstrecke mit 80 km/h bei abgestelltem Motor und Messwerte in dB(A).
- Innengeräusch: Subjektive Beurteilung bei Fahrten auf trockenem Asphalt und Beton mit 30 bis 80 km/h.
- PAK–Gehalt: Aus der Lauffläche wurden Proben entnommen und untersucht. Bewertet wird die Summe aller PAK in mg pro kg Laufflächengummi.

Schnelllaufprüfung (nicht bewertet):

Höchstgeschwindigkeitstest nach den über die DIN 78051 hinausgehenden Anforderungen auf einem Außentrommelprüfstand. Von allen Reifen bestanden.

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