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Navigationsgeräte - Meistens kommen Sie gut an

Beim Navigieren im Auto zeigen sich kaum Schwächen – für Fußgänger und Radfahrer allerdings sehr wohl. Die Preise sind abhängig von der Ausstattung, einfache Geräte gibt es schon um etwa 100 Euro.

Der große Boom bei den Navigationsgeräten ist vorbei: 2010 wurden laut GfK Marktforschung „nur noch“ 184.983 Geräte verkauft – rund 50.000 weniger als im Jahr davor. Es scheint, dass der Siegeszug der Smartphones auch den Navis zu schaffen macht.

Immerhin ließen sich die österreichischen Autofahrer die Aussicht, elektronisch geleitet ans Ziel zu kommen, auch im Vorjahr noch rund 33 Millionen Euro kosten. Sie sollten – laut den Ergebnissen unseres aktuellen Tests von 32 Navis – dies in den meisten Fällen auch tatsächlich geschafft haben. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel: Immer wieder kann man von Fällen lesen, wo der elektronische Pfadfinder den Benutzer in Sackgassen oder gegen Einbahnen geführt hat.

Mit’m Radl da?

Obwohl es unterm Strich somit passt, bestehen weiterhin teilweise erhebliche Unterschiede. Etwa im Preis: Ein gutes Navi bekommt man schon um 117 Euro (mittlerer Preis fürs Mio Spirit 485), man kann dafür aber auch 295 Euro ausgeben (Garmin nüvi 3490LT). Der Unterschied hat freilich seine Gründe, die meist in der Ausstattung zu finden sind. Es kommt also darauf an, was man wirklich benötigt und zu nutzen gedenkt und was verzichtbarer Schnickschnack ist.

Wer das Gerät ausschließlich im Auto einsetzt, wird wohl auf die Features Fußgänger- und/oder Fahrradnavigation verzichten können – die übrigens im Schnitt nicht so gut funktionieren wie die Autonavigation. Lediglich die Geräte der Navigon-42-Serie brachten es in beiden Kategorien auf ein gutes Ergebnis.

Die sprachgesteuerte Adresseingabe ist ebenfalls bei fast allen Geräten noch sehr verbesserungswürdig!

Nicht alle mit Verkehrsinfo

Nicht alle mit Verkehrsinfo

Schmerzlicher scheint da schon der Verzicht auf ein integriertes Verkehrsinformationssystem, wie das etwa bei den Garmin-nüvi-Geräten 2250, 1440, 40 CEU, 30 CEU, beim TomTom Start 25 EU 45 sowie Start 20 und beim Mio Moov M610 und Mio Spirit 480 Europe der Fall ist. Alle anderen kommen mit einem entsprechenden Informationsdienst daher.

Da hier konkrete Angebote aber häufig wechseln, empfiehlt es sich, vor dem Kauf unbedingt nachzufragen, wie es beim angepeilten Modell darum bestellt ist. Angeboten werden heute neben dem älteren TMC (Infos über die Verkehrssender) das TMCplus (Daten aus der ASFINAG-Verkehrssensorik) und „Echtzeitdienste“ von TomTom, Garmin und Navigon.

Zusatzkosten beachten

Dabei werden via GSM (wie beim Handy) permanent Daten an die Server der Betreiber gesendet, die diese mit jenen anderer Autos im selben Verkehrsabschnitt „zusammenschauen“ und daraus auf etwaige Behinderungen rückschließen (etwa wenn sich die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einem Streckenabschnitt deutlich verlangsamt).

An sich eine technisch faszinierende Möglichkeit (auszuprobieren via PC beispielsweise unter www.tomtom.com/livetraffic/?Lid=3), von Datenschutz-Besorgten allerdings kritisch betrachtet, da sich durch diese Vorgangsweise vortrefflich Bewegungsdaten des Fahrzeuges sammeln lassen. Außerdem fallen dabei (meist ab dem zweiten Jahr der Nutzung) Zusatzkosten an.

Wer hat das Ass?

Wer hat das Ass?

Solche sind auch beim Kartenmaterial zu berücksichtigen: Die Geräte im Test kommen mit Kartenmaterial im Umfang von 20 bis 45 Ländern daher. Die wollen auch irgendwann aktualisiert sein, was in der Regel erneut kostet. Eine interessante Alternative für Globetrotter bietet hier Garmin mit seinen „nüMaps Lifetime“, welche für die Lebensdauer des Gerätes Karten-Updates zum einmaligen Pauschalpreis (derzeit rund 70 Euro) bieten; bei LMT-Modellen sind die Updates schon im Kaufpreis inkludiert.

Bei TomTom kosten vier Updates pro Jahr für West- und Mitteleuropa rund 60 bis 80 Euro. Checken Sie vor dem Kauf, welche Updates dabei sind, denn selbst für identische Modelle kann das diesbezügliche Angebot von Händler zu Händler differieren.

Mitnahmefreundlichkeit des Geräts

Weniger gewichtiges, im Einzelfall aber möglicherweise bedeutsames Ausstattungsmerkmal: die Mitnahmefreundlichkeit des Geräts; worunter wir im Test primär verstehen, ob sich alle elektrischen Anschlüsse über die Halterung verbinden lassen. Denn im Auto wird wohl kaum jemand sein Navi wirklich belassen mögen (Einladung an Diebe) – das Nesteln an Kabeln und Halterung beim temporären Ein- und Ausbau kann mit der Zeit jedoch ziemlich nerven.

Absturz bei Anleitungen

Last, but not least: Navis sind technische Geräte, deren Bedienung nicht jedermann von vornherein geläufig ist. Eine ordentliche Anleitung mag da hilfreich sein. Wir haben leider nur eine einzige sehr gute gefunden: beim Becker Active 50. Eine schlichte Zumutung stellen hingegen die Bedienungs-„Anleitungen“ der meisten Geräte von TomTom dar. Hier keimen Zweifel, ob man bei Installation und Inbetriebnahme des Navigationsgerätes wirklich „gut ankommt“ ...

Testtabelle: Navigationsgeräte 2/2012

Steckbrief: alle guten Navis

Hier die Steckbriefe jener 23 Navis, die mit dem Testurteil "gut" abgeschnitten haben. Sie sind nach Punkten absteigend geordnet. Details und Fotos finden Sie in der Testtabelle.

Garmin nüvi 2460LMT
Großer Bildschirm, sehr gute Startzeit und kürzeste Ortungszeit. Startschirm individuell gestaltbar. Stimmerkennung, ohne Bildschirmberührung zu aktivieren. Bei Nutzung als Freisprechanlage via Bluetooth-Verbindung bleibt Routenanzeige erhalten. Kein Fahrradbetrieb, Fußgängerbetrieb durchschnittlich.

Falk Neo 550
Auch für Fahrrad- und Fußgängerbetrieb ausgelegt. Ein- und Ausbau komplizierter als bei den meisten Vergleichsprodukten. Kabel-Steckverbindungen wackeln häufig oder lösen sich unbemerkt. Reaktion auf Spracheingabe der Zielauswahl träge. Sicherheitshinweise fehlen.

Garmin nüLink! 2390
Sehr leichter Ein- und Ausbau. Startbildschirm kann individuell arrangiert werden. Onlineservice vorhanden. Spracherkennung kann ohne Berührung des Gerätes aktiviert werden. Bei Verwendung als Handy-Freisprechanlage bleibt die Routenanzeige aktiv. Echtzeitverkehrsinformation.

Garmin nüvi 3490LT
Schlankes Navi im Smartphone-Look, leicht mitzunehmen. „Sehr gute“ Werte für Soft- und Hardwarestabilität. Beste Lesbarkeit des Bildschirms auch bei Sonneneinstrahlung. Teuerstes Handy im Test. Kein Modus für Fahrradbetrieb, Fußgängerbetrieb nur Durchschnitt; geringe Vielseitigkeit.

Becker Active 50
Fahrrad- und Fußgängerbetrieb, sehr gute Bedienungsanleitung und beste Touchscreen-Bedienung. Premium TMC Verkehrsinfos, topografische Bildschirmansicht. Gute Akkuleistung. Im Fußgängerbetrieb „weniger zufriedenstellend“. Routenänderung und -ansage sowie Reaktion auf Spracheingabe verbesserungsfähig. Rückkehr zur Routenanzeige nach Telefongespräch nur manuell.

Falk Neo 450
Sehr einfache Routenänderung, Fahrrad- und Fußgängerbetrieb. Stauanzeige per Entfernungsgeber. Topografische Anzeige der Route. Stabilität von Software/Gerät verbesserungsfähig, Sicherheitshinweise fehlen. Im Fußgängerbetrieb „gut“, bei Fahrradbetrieb „durchschnittlich“.

Garmin nüvi 2595
Gerät ohne besondere Auffälligkeiten. Routenberechnung, Adresseingabe und Start würde man sich etwas flotter wünschen; Fußgängerbetrieb möglich, jedoch nur „weniger zufriedenstellend“.

Navigon 42 Premium Europe 44
Nur die Navigon 42 haben „gute“ Bewertungen bei Fußgänger- und Fahrradbetrieb. Bedienungsanleitung verbesserungswürdig, Sicherheitshinweise mangelhaft. Gute Akkuleistung. Bildschirm und Touchscreenbedienung durchschnittlich. Sehr schnelle Reaktion bei Routenänderung.

TomTom GO LIVE 1015
Sehr gute Stabilität von Soft-/Hardware, Akkuleistung und Einsatz bei Fahrradfahrt gut. Echtzeitverkehrsinfo. Bei der Handhabung nur durchschnittlich, Bedienungsanleitung „weniger zufriedenstellend“. GSM-basierte Verkehrsinformationen inklusive „Google Places“. Zweitteuerstes Gerät im Erhebungszeitraum.

TomTom GO LIVE 825 Europe
45 Länder inkludiert, auch für Fahrrad- und Fußgängerbetrieb ausgelegt. Echtzeitverkehrsinfo. Verbesserungswürdige Benutzeranleitung. Ein- und Ausbau (Installation) nur durchschnittlich, Geräteansagen ausschließlich in deutscher Sprache.

Garmin nüvi 2495
In den Navigationsfeatures überwiegend „gute“ Werte. Spracherkennung kann ohne manuellen Eingriff gestartet werden. Keine Fahrradunterstützung.

Navigon 42 Plus Europe 44
Fahrrad- und Fußgängerbetrieb mit jeweils „guten“ Ergebnissen, „sehr gute“ Ziel- und Berechnungsauswahl sowie Reaktion auf Routenänderung und Informationen am Bildschirm. Bildschirmqualität und Touchscreen „durchschnittlich“. Akkuleistung gut, Sicherheitshinweise fehlen. Kein Bluetooth, keine Spracheingabe.

Garmin nüvi 2545LMT
„Sehr gute“ Routendarstellung, überwiegend „gute“ Werte bei den Navigationsfunktionen. Kartenmaterial und Points of Interest „durchschnittlich“. Nur 31 Länder enthalten, kein Fahrradbetrieb, Fußgängerbetrieb funktioniert nur "weniger zufriedenstellend“, keine Spracheingabe, kein Bluetooth.

Garmin nüvi 1440
Softwarefunktion zur Optimierung des Fahrverhaltens. Fahrrad- und Fußgängerführung funktioniert "durchschnittlich“. "Sehr gute“ Werte bei der Startzeit und bei Routenänderung. Vielseitigkeit sehr gering, nur 31 Länder enthalten; keine Spracheingabe und Bluetooth.

Navigon 72 Plus Live
"Sehr gute“ Ziel- und Berechnungsauswahl sowie Bildschirminfos. Mäßige Fußgänger- und gute Fahrradunterstützung. Echtzeitverkehrsinfo. Sicherheitsinfos fehlen. Kein Bluetooth, keine Spracheingabe.

Navigon 72 Premium
Weitgehend baugleich mit dem Plus Live, mit unterschiedlicher Ausstattung (z.B. Bluetooth). „Sehr gute“ Ziel- und Berechnungsauswahl sowie Bildschirminfos. Fußgänger- und Fahrradlotsung „durchschnittlich“ bzw. „gut“. Navigationsfeatures überwiegend „gut“. Sicherheitshinweise fehlen.

Garmin nüvi 2250
"Sehr gutes“ Verhalten bei Startzeit und Routenänderung, keine Fahrrad-Option. Verkehrsinfo optional. Relativ kleiner Monitor, Bildschirminformation schlechter als bei den anderen „guten“ Produkten im Test.

Garmin nüvi 2445LT
Navigationseigenschaften überwiegend „gut“, allerdings nur Kartenmaterial für 31 Länder enthalten. Keine sprachgesteuerte Adresseneingabe. Fußgängerlotsung und Zeit für Routenberechnung funktionieren „durchschnittlich“. Gilt auch für Kartenmaterial und Points of Interest. Kein Bluetooth.

Navigon 72 Plus
„Sehr gute“ Bildschirminfos sowie Ziel- und Berechnungsauswahl. Ausgelegt auch für Fußgänger- und Fahrradbetrieb. Routenänderung etwas schwerfällig, Sicherheitshinweise „weniger zufriedenstellend“. Kein Bluetooth.

TomTom GO LIVE 820 Europe
Echtzeitverkehrsinformation. Kartenmaterial für 45 Länder, Handhabung und überwiegender Teil der Navigationsfeatures nur „durchschnittlich“, Bedienungsanleitung „weniger zufriedenstellend“.

TomTom Via LIVE 120 EU 22
Echtzeitverkehrsinformation. „Sehr gute“ Ziel- und Berechnungsauswahl, Fahrrad und Fußgängernavigation vorhanden, allerdings nur 23 Länderkarten; sehr schlechte Bedienungsanleitung.

Navigon 42 Easy Europe 20
Geringste Kartenzahl aller „guten“ Geräte im Test (20 Länder), Kartenmaterial „durchschnittlich“. Nur bei den Navigon-42-Modellen funktionieren auch Fahrrad- und Fußgängernavigation „gut“. „Guter“ Akku. Kein Bluetooth.

Mio Spirit 485
„Gut“ im Fußgängerbetrieb. Vergleichsweise geringe Zahl an Karten (23) mit nur „durchschnittlicher“ Qualität, gilt auch für die Handhabung. Zielberechnung- und Berechnungsauswahl „weniger zufriedenstellend“. Ein- und Ausbau nur „durchschnittlich“. Kein Bluetooth.

 

Testkriterien

In einem internationalen Gemeinschaftstest werden regelmäßig mobile Navigationsgeräte getestet.

Karten und POIs

Bewertet wird, wie viele Länder das Kartenmaterial umfasst und die Detailgenauigkeit sowie die Ausstattung und Eingabe der POIs (Points of Interest – Orte von Interesse, wie z.B. Restaurants, Hotels, Tankstellen, …).

Vielseitigkeit

Wichtige Ausstattungsmerkmale wurden nach einem Punkteschema gewichtet und bewertet.

Handhabung

  • Bedienungsanleitung: Vollständigkeit, Klarheit und Verständlichkeit der Anleitungen, gedruckt und auf Datenträgern
  • Einbauen: Ein- und Ausbau von Gerät und Halterung
  • Adresseingabe und Start
  • Ziel und Berechnungsauswahl
  • Bildschirm: Lesbarkeit im Dunklen, im Hellen, bei Sonneneinstrahlung, Layout: Anordnung der Anzeigeelemente
  • Bedienung: Tasten, Touchscreen

Navigieren

  • Startzeit: Zeit bis zur ersten Bildanzeige nach dem Zurücksetzen und beim Einschalten
  • Ortungszeit: Zeit bis zur ersten GPS-Ortung nach dem Zurücksetzen und beim Einschalten
  • Routenberechnungszeit: Zeit bis zur Anzeige der Route
  • Routenänderung: Ortung, Neuberechnungen während der Navigation, Navigieren ohne GPS-Signal und im Gelände
  • Ansage und Anzeige der Route: Aussprachen, Klang und Klarheit der Ansagen, Anzeigen komplexer Kreuzungen, Kreisverkehre, mehrspuriger Straßen, Abzweigungen
  • Bildschirminformationen: Zeitbedarf, Streckenlänge, etc…
  • Fußgängerbetrieb und Fahrradbetrieb

Sicherheitshinweise (nicht im Gesamturteil berücksichtigt)

Sicherheitswarnungen, Fahrmodus mit eingeschränkten Eingabemöglichkeiten

Akkubetrieb

Betriebszeit mit einer Akkuladung bei Satellitenempfang und mit Anzeige

Stabilität von Software und Gerät

Systemabstürze, Stabilität und Ausführung des Gehäuses und Halters, Kratzfestigkeit der Anzeige.

 

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