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Micro-Scooter - Spielzeug mit Risiko

  • Die kleinen Räder setzen dem Fahrspaß Grenzen
  • Der Klappmechanismus ist ein Qualitätsmerkmal
  • Der Preis sagt nichts über die Ausführung
Die Idee des Rollers ist weder neu, noch ist an dem Trendfahrzeug viel dran: Zwei von den Inline-Skates entlehnte Kunststoffräder, ein Trittbrett, eine Lenkstange und ein paar Schrauben und Schweißnähte. Der Clou ist der Klappmechanismus, der den Micro-Scooter transportabel und leicht verstaubar macht. Als Nahverkehrsmittel für Erwachsene konzipiert, wurde er mittlerweile von den Kindern als Spiel- und Sportgerät entdeckt.
Egal ob Alt oder Jung: Scooter fahren macht Spaß, solange man sie nicht mit anderen Fortbewegungsmitteln vergleicht. Auch bei unserem Test beschränkten wir uns auf den Vergleich der Scooter untereinander. Nur so konnte es überhaupt zu „guten“ Ergebnissen kommen. Aufgrund der harten kleinen Räder spürt der Fahrer jede Bodenunebenheit, und die Lenkung reagiert auf kleinste Steinchen. Das wackelige Fahrgefühl gehört dazu. Allfällige Federungen sind optischer Aufputz und verhalten sich bestenfalls unauffällig. Jene des Fast Runner nervte mit quietschenden Geräuschen.
Tabu sind Kopfsteinpflaster, Kanaldeckel, breite Querrillen, Rollsplitt und weicher Untergrund! Das sind unüberwindbare Hindernisse und Gefahrenquellen. Die rund 1000 Verunfallten des Vorjahres kommen nicht von ungefähr. Neben den kleinen Rädern spielt hier besonders bei groß gewachsenen Personen das ungünstige Verhältnis zwischen dem Körperschwerpunkt und dem Achsabstand der Räder eine Rolle. Wird der Scooter abrupt gestoppt, kippt er über das Vorderrad.
Eine Ausnahme ist unser Testsieger, der das einzige „sehr gut“ nicht zuletzt seinen luftgefüllten, größer dimensionierten Rädern zu verdanken hat. An seinen Fahrkomfort kommt keiner heran. Zwar macht ihn sein höherer Rollwiderstand weniger „spritzig“, und er ist eine Spur größer und schwerer als die anderen, doch möglicherweise repräsentiert er die nächste, verbesserte Scooter-Generation.
Die Räder der Scooter sind nach dem gängigen Standard ABEC-5 kugelgela-gert. Nur Elta und Meile (ein insgesamt sehr zweifelhaftes Produkt von einem Marktstand) verwenden minderwertige Lager.

Alert: Intercounter Zek GmbH, Sigmundstraße 220, D- 90341 Nürnberg

CityBlitz: gekauft bei: Conrad Electronic GmbH & Co KG, Nordring 2, A-2334 Vösendorf, (01) 698 55 00

Crane sports: Hofer KG, Hoferstraße 1, A-4642 Sattledt, (07244) 80 00-0

Elta: Audioton Electronics HandelsgesmbH, Sonnwendgasse 21, Frachtenbhf. Straße 6, A-1100 Wien, (01) 602 18 10

e-shock: gekauft bei: Kika Möbel-HandelsgesmbH, Laxenburger Straße 145, A-1100 Wien, (01) 601 30-0

Fast Runner: Tele-Kommerz Video-Promotion und Handel AG, Wiener Straße 225-229, A-2103 Langenzersdorf, (02244) 308 89-0

Hudora: Hofer KG, Hoferstraße 1, A-4642 Sattledt, (07244) 80 00-0

JD Bug: Sail & Surf Produktions- und HandelsgesmbH, Bundesstraße 466, A-4822 Bad Goisern, (06135) 206 33

K2 Ski-Sport-Mode GesmbH, Hauptstraße 6, A-4813 Altmünster, (07612) 890 32

Meile: gekauft bei: Par Conti HandelsgesmbH, Reinprechtsdorfer Straße 58, A-1050 Wien (01) 544 81 43

Micro: Sail & Surf Produktions- und HandelsgesmbH, Bundesstraße 466, A-4822 Bad Goisern, (06135) 206 33

Puky: gekauft bei: Spielwaren Heinz, Praterstraße 33, A-1020 Wien, (01) 214 23 86

Shaver: Interspar GesmbH, Europastraße 3, A-5020 Salzburg, (0662) 44 70-0

Nur mit Schutzausrüstung.

Tragen Sie Ellbogenschützer, Knieschützer und Handschuhe. Auf keinen Fall barfuß fahren – auch deshalb, weil sich die Bremse durch die Reibung stark erhitzt!

Probefahrt unverzichtbar.

Machen Sie sich mit der Handhabung des Scooters vertraut. Ein Tragegurt ist von Vorteil.

Nicht auf der Straße.

Micro-Scooter sind als „Kleinfahrzeuge“ eingestuft, die nur auf Gehwegen, Gehsteigen und in Wohn- und Spielstraßen verwendet werdenn dürfen. Kleinkinder beaufsichtigen!

Getestet wurden elf Micro-Scooter, ein Kinderroller und zwei Kickboards.

Technische Prüfung

Beim Auslieferungszustand wurde das Lenkkopflager auf seine Leicht- gängigkeit und die Schnellspanner vom Lenkrohr auf ihre Festigkeit überprüft. Bei der Verarbeitung wurde auf scharfe Kanten, Schweißnähte, Verschraubungen sowie die Verarbeitung der Schnellspanner geachtet. Die Stabilität der Fixierung wurde vor und nach dem praktischen Test überprüft.

Praktische Prüfung

Acht Testpersonen (vier Kinder und vier Erwachsene) beurteilten das Fahrverhalten, die Laufruhe am Asphalt, die Lenkung, den Wendekreis, das Überfahren von Unebenheiten und die Bremswirkung.

Handhabung

Acht Testpersonen (vier Kinder und vier Erwachsene) beurteilten: Bedienungsanleitung, Öffnen und Fixieren des Klappmechanismus, körpergerechte Einstellung, Laufrollentausch (vorne und hinten) und Kotflügeltausch.

Dieser Test wurde aus Mitteln des Österreichischen Verkehrssicherheitsfonds gefördert.

Wackelig

Besonderes Augenmerk legten wir auf die Ausführung des Klappmechanismus, der der ganzen Konstruktion Stabilität verleiht. Zumindest sollte er es tun, doch wie man der Spalte „Stabilität der Fixierung“ in der Tabelle entnehmen kann, erzielen die Hersteller unterschiedliche Ergebnisse. Und selbst wenn der Mechanismus diesem Anspruch genügt, heißt es nicht, dass er einfach und problemlos handhabbar ist. Die praxistauglichste Lösung wird bei den ersten vier in der Tabelle eingesetzt. Ein Daumendruck und es klappt.

Bremsen ein Problem

Als Bremse dient ein Kotflügel, dessen Unterseite lediglich etwas angeraut ist, und der mit dem Fuß direkt auf das Laufrad gedrückt wird. Ist die Oberseite nicht ebenfalls angeraut, kann man mit der Sohle abrutschen. Vorbildlich ist die durch eine Querstange verbreiterte Bremse des Alert-Scooters. Das Bremsen selbst funktioniert nur bei den griffigen, luftgefüllten Gummirädern „gut“. Bei den anderen muss man zum Teil sein volles Körpergewicht einsetzen, um aus höherem Tempo zum Stehen zu kommen. Besonders schlecht die Bremsen bei Elta, Shaver und Meile.

Preis kein Kriterium

Der Preis für die Scooter ist kein Qualitätskriterium. Das beweisen die baugleichen Micro MS-130 und City Blitz mit 500 Schilling Differenz ebenso wie der vom Lebensmitteldiskonter Hofer vertriebene Hudora für nur 998,90 Schilling – und als Negativbeispiel der Meile-Scooter, der trotz seiner 850 Schilling nicht mehr ist als ein Haufen Schrott. Er besteht übrigens als einziger Testkandidat aus Stahl anstelle von Aluminium. Was vielen, auch hochwertigeren Scootern leider fehlt, sind Warnhinweise beziehungsweise deutschsprachige Bedienungsanleitungen. Tipp: Bei namhaften Modellen ist außerdem die Wahrscheinlichkeit größer, Ersatzteile nachkaufen zu können.

Ein paar Anmerkungen gegen den Trend.

Micro-Scooter wurden für Erwachsene entwickelt. Die klassischen Kinderroller mit ihren dreimal so großen, komfortablen Luftreifen und zwei gut funktionierenden Bremsen sind zumindest für Anfänger geeigneter und sicherer. Bemängeln mussten wir nur den Auslieferungszustand unseres zu Vergleichszwecken mitgetesteten Puky-Rollers, was nicht dem Hersteller anzulasten ist, sondern dem Händler. Der drückte uns den Roller, so wie er im Geschäft stand, in die Hand. Ohne Fragen, ohne Hinweise und ohne Rücksicht darauf, dass die Kotflügelstrebe verbogen war, keine Luft in den Reifen war und sich der Bremshebel in einer falschen Position befand.

Diese Sportgeräte haben mit den Scootern wenig gemeinsam:

Bei der „Kickboard“ getauften Mischung aus Skateboard und Roller der Firma K2 handelt es sich eher um ein Sportgerät als um ein Fortbewegungsmittel. Die Straßenverkehrsordnung spricht gar von einem „fahrzeugähnlichen Kinderspielzeug“. Die „Kids“ fahren denn auch voll darauf ab und zeigen waghalsige Kunststücke. Mit dem vergleichsweise kinderleichten Scooterfahren ist die Sache nicht zu vergleichen. Gelenkt wird ein Kickboard wie ein Skateboard durch Gewichtsverlagerung. Die „Lenkstange“ (auch Joystick genannt) ist nicht drehbar, sondern kippbar.

Wir haben zwei Modelle außer Konkurrenz mitgetestet und festgestellt: Der Nachbau e-shock (eine schwergewichtige Stahlkonstruktion) kann dem Original-Kickboard in keiner Weise das Wasser reichen, dessen Besonderheit das Sprünge unterstützende, federnde Trittbrett ist. Spezieller Kritikpunkt am nachgebauten Board: Der Joystick ist wie ein herkömmlicher Lenker ausgeführt, was instinktiv dazu verleitet, Lenkbewegungen auszuführen.

Die Lenkergriffe sind aus Platzgründen meist abnehmbar. Beim Wiederaufstecken müssen sie sicher einrasten und fest sitzen. Die metallenen Griffenden sollten mit einem Kunststoffplättchen abgedeckt sein.

Das Lenkerrohr sollte im Steuerrohr möglichst wenig Spiel haben. Eine wackelige Lenkung verursacht ein unsicheres Fahrverhalten.

Das Lenkerrohr sollte im Steuerrohr möglichst wenig Spiel haben. Eine wackelige Lenkung verursacht ein unsicheres Fahrverhalten.

Laufräder und Kugellager sind Verschleißteile und sollten leicht auswechselbar sein. Die 10-cm- Kunststoffrollen (ohne Lager: ab 59 Schilling pro Stück; mit Lager: ab 130 Schilling) sind – mit Ausnahme einiger „Exoten“ – standardisiert und herstellerunabhängig verwendbar. Gleiches gilt für die luftgefüllten 15-cm-Gummiräder (mit Lager: ab 199 Schilling pro Stück). Die beiden Rädergrößen sind untereinander nicht kompatibel. Die Kugellager sollten der Klasse ABEC-5 entsprechen. Die maximale Lenkerhöhe variiert um bis zu 13 cm. Niedrige Lenker zwingen groß gewachsene Personen in eine unnatürliche, gebückte Haltung.

Der Schnellspanner der Lenkerhöhenverstellung sollte keine scharfen Kanten haben, das Lenkerrohr sollte sich leicht verstellen lassen und in der erlaubten Maximalposition einrasten.

Die Bremse sollte gut ansprechen und eine möglichst griffige Oberfläche haben.

Der Klappmechanismus sollte einfach und möglichst mit einer Hand zu bedienen sein. Und er muss beim Aufklappen sicher einrasten und eine möglichst stabile Fixierung bieten, sonst leidet das Fahrverhalten.

Das Trittbrett sollte rutschfest beschichtet sein. Für Personen mit Schuhgrößen über 40 wird es auf kürzeren Modellen beim Bremsen reichlich eng, und sie steigen sich selbst auf die Ferse.

Je größer die Bodenfreiheit, desto geringer ist die Gefahr, bei Bodenunebenheiten oder in Kurven aufzusitzen und zu Sturz zu kommen.

Ein größerer Achsabstand erhöht die Laufruhe.

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