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Hybridautos - Auf der Überholspur

  • Hybridantrieb beginnt seinen Siegeszug
  • Unterschiedliche technische Lösungen

Seit rund einem Jahrzehnt ist der Toyota Prius nun auf dem Markt und mittlerweile in der dritten Generation erhältlich – eine Erfolgsgeschichte ohne Beispiel. Was anfangs belächelt wurde, muss heute von der Autoindustrie ernst genommen werden. Der Hybridantrieb (Kombination aus Benzin- und Elektromotor) ist mehr als nur eine Technik zum Benzinsparen, der Begriff ist schon zum Synonym für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Automobil geworden.

Immer mehr Nachahmer

Der Hybridantrieb ist tatsächlich ein zielführender Weg, den Verbrauch zu senken. Wunder gibt es allerdings keine, und eine Kehrseite auch: Die aufwendige Technologie verteuert die Autos erheblich. Das macht es schwierig, sie zu einem gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen attraktiven Preis anzubieten und auch Gewinne damit zu erzielen. Deshalb finden Toyota, Honda & Co nur zögerlich Nachahmer.

Deutsche Premium-Hersteller satteln um

Immerhin, mittlerweile haben auch die deutschen Premium-Hersteller einige Modelle im Programm oder kommen damit in Kürze auf den Markt. So bietet BMW bereits die 7er-Limousine und das Sports Utility Vehicle X6 mit Hybridantrieb an. Porsche, Audi und VW folgen in Kürze, ebenfalls mit SUVs. Im Preisrahmen der Luxuswagen lässt sich der technische Aufwand leichter unterbringen. Außerdem kann der Hybridantrieb seinen Verbrauchsvorteil bei schwergewichtigen Fahrzeugen besonders gut ausspielen. Hybridvarianten erschwinglicher Autos sind von vielen Herstellern immerhin angekündigt.

Fortschritte in der Technik

Fortschritte in der Technik

In der Batterietechnologie, insbesondere der Lithium-Ionen-Technik, wurden bereits enorme Fortschritte erzielt und es gibt unterschiedliche technische Lösungsansätze. Ein entscheidender Punkt ist, ob das Fahrzeug auch rein elektrisch fahren kann (Vollhybrid) oder ob der Verbrennungsmotor immer irgendwie mit im Spiel ist (Mild Hybrid). Toyota und seine Premium- Marke Lexus haben als Ziel definiert, dass man auch rein elektrisch fahren kann, selbst wenn dies die technisch wesentlich aufwendigere Lösung ist. Honda und Mercedes gehen den einfacheren und deutlich kostengünstigeren Weg eines Mild Hybrid, nicht zuletzt, weil die Kraftstoffersparnis hier fast genauso groß ist.

Größere Reichweiten möglich

Bei Toyota und Lexus unterstützen relativ starke Elektromotoren die Benzinmotoren bei der Arbeit. Dafür sind entsprechend große Batterien notwendig, zumal diese hier noch in traditioneller Nickel-Metallhydrid- Technik ausgeführt sind. Das wirkt sich nicht nur auf den Preis aus, sondern auch auf das Fahrzeuggewicht – mit all seinen Nachteilen. So erlaubt der Lexus trotz seiner üppigen Maße nur die sehr geringe Zuladung von 300 kg.

An der Steckdose laden

Dennoch hat auch diese Herangehensweise Zukunft: Die nächste Generation des Prius ist mit Lithium- Ionen-Technologie und in Plug-in-Ausführung angekündigt. Plug-in bedeutet, dass die Batterien nicht nur vom Verbrennungsmotor, sondern auch an der Steckdose geladen werden können. Während derzeit auch mit einem Vollhybrid nur sehr kurze Strecken vollelektrisch zurückgelegt werden können, sollen künftig deutlich größere Reichweiten möglich sein.

Kompaktere Batterien

Kleinere, kompakte Batterien

Die Wirkungsweise des Mild-Hybrid-Antriebs besteht im Wesentlichen darin, den Benzinmotor beim Beschleunigen durch den Elektromotor zu unterstützen und in einem verbrauchsgünstigen Betriebsbereich zu halten. Dafür ist keine allzu hohe Leistung erforderlich. Deshalb kommt etwa Mercedes mit einer besonders kompakten Batterie aus. Sie ist in Lithium-Ionen-Technik ausgeführt und nicht größer als die herkömmliche Starterbatterie. Sie sitzt auch an deren Stelle im Motorraum. Die Starterbatterie wurde im Kofferraum versteckt.

Derzeit kein Diesel-Hybrid

Ein Teil des Verbrauchsvorteils von Hybridfahrzeugen ergibt sich aus der Energierückgewinnung beim Bremsen. Das heißt, im Schiebebetrieb und beim leichten Bremsen lädt der Generator die Batterie. Steigt man stärker auf das Bremspedal, treten die herkömmlichen Bremsen in Aktion. Dieser Übergang ist praktisch bei allen vier Kandidaten in irgendeiner Weise zu spüren, aber nirgends wirklich störend (Probleme mit der Brems-Software führten allerdings zu einem Rückruf des Toyota Prius – siehe Seite 13). Derzeit werden ausschließlich Benzin- mit Elektromotoren kombiniert.

Weitere Verbrauchseinsparungen

Die Kombination von Diesel- und Elektromotor würde eine weitere Verbrauchseinsparung bringen. Der Preis wäre aber noch um einiges höher, da ein Dieselmotor eine aufwendigere Abgasreinigung benötigt. Zu beachten ist: Im Test wird der Treibstoffverbrauch absolut bewertet (unabhängig von der Fahrzeugklasse), daher haben die Oberklasse-Modelle von Lexus und Mercedes ein Doppelminus im Verbrauch, obwohl sie im Stadtbereich deutlich weniger als der Klassendurchschnitt verbrauchen.

Honda Insight 1.3 Hybrid

Honda Insight 1.3 Hybrid Fünftürige Schräghecklimousine, untere Mittelklasse
Preis: 19.990 Euro
Motor: Systemleistung 72 kW (Benzin: 4 Zylinder, 65 kW, E-Motor 10 kW)
Maße (LxBxH): 4395x1695x1425 mm
Kraftstoffverbrauch: 4,6 l/100 km (Super)
CO2-Emission: 101 g/km

 

Verarbeitung, GepäckraumHonda Insight 1.3 Hybrid (Foto: hondanews.eu)

Der Insight wird zu einem Kampfpreis angeboten. Um dies zu ermöglichen, wurde vor allem beim Innenraum der Sparstift angesetzt. Die Gestaltung ist dennoch ansprechend, allerdings sitzen die Kunststoffe nicht überall perfekt. Die Verarbeitung der Karosserie hinterlässt immer noch einen zufriedenstellenden Eindruck.

Durch das schräge Heck mit den schrägen Dachpfosten ist die Sicht nach hinten nicht besonders gut. Die optionale Einparkhilfe ist deshalb zu empfehlen. Die niedrigen Schweller erleichtern das Einsteigen, man muss jedoch auf den Kopf aufpassen.

Der Gepäckraum ist mit 315 Litern für diese ­Fahrzeugklasse mittelmäßig, er lässt sich aber durch Umklappen der Rücksitzlehnen auf 565 Liter erweitern (Fenster-Unterkante). Auch beim ­Beladen gilt es, auf den Kopf zu achten, da die Heckklappe nur bis zu 1,77 m Höhe öffnet.

Innenansicht: Honda Insight (Foto: hondanews.eu)

Die Bedienung des Honda ist funktionell,
Schalter und Regler sind ergonomisch günstig positioniert. 

Sitzposition, Verbrauch, Reifen

Das Lenkrad kann in Höhe und Abstand verstellt werden. Für Menschen bis knapp 1,90 m Größe lässt sich damit eine tadellose Sitzposition und ein angenehmes Raumempfinden erzielen. Allerdings spricht die Heizung nur zögerlich an. Die Bedienung der Hybridtechnik erfordert eine gewisse Eingewöhnungsphase, beansprucht aber ­keine besondere Aufmerksamkeit.

Der Elektromotor unterstützt den Benzinmotor beim Beschleunigen; verlangt man aber die volle Leistung, steigt die Drehzahl über 4500 Touren, was in lautes Dröhnen mündet. Das Fahrgefühl ist insgesamt sicher, die mäßigen Ergebnisse beim Bremsen sind auf die schmalen Energiesparreifen zurückzuführen. Vor allem bei ruhiger Fahrweise ist der Insight ausgesprochen sparsam, jenseits von 100 km/h steigt der Verbrauch allerdings deutlich an.  

Testurteil: GUT (67%)
Verbrauch: sehr gut
Abgaswerte: sehr gut
Technik: durchschnittlich
Komfort: durchschnittlich
Positiv: Sehr niedriger Verbrauch, gute Ausstattung, moderater Preis.
Negativ: Hinten zu kurze Kopfstützen und eingeschränkte Kopffreiheit, bei hohen Drehzahlen dröhnender Motor.

Toyota Prius 1.8 Hybrid

Toyota Prius 1.8 Hybrid Fünftürige Schräghecklimousine, untere Mittelklasse
Preis: 26.880 Euro
Motor: Systemleistung 100 kW (Benzin: 4-Zylinder 73 kW, E-Motor 60 kW)
Maße (LxBxH): 4460x1745x1490 mm
Kraftstoffverbrauch: 4,6 l/100 km (Super)
CO2-Emission: 89 g/km

 

Sparsamer, schlechte SichtToyota Prius 1.8 Hybrid (Foto: www.toyota-media.de)

In seiner dritten Generation ist der Toyota Prius noch einmal stärker und sparsamer geworden. Er ist durchwegs gut verarbeitet und fühlt sich auch etwas hochwertiger an als sein Vorgänger. Die Sicht nach hinten wird durch einen Spoiler beeinträchtigt. Der ist wackelig, was zusätzlich stört. Die Rundumsicht ist durch die rundliche Karosserie ohnehin nicht gut. Eine akustische Einparkhilfe ist gegen Aufpreis zu haben. Einige nützliche Dinge sind hingegen nicht gegen Aufpreis erhältlich, aber bei einer teureren Ausstattungsvariante enthalten. Da gibt es dann auch Scheinwerfer mit neuester LED-Technik, Tempomat und automatische Geschwindigkeitsregelung mit Kollisionswarnung sowie ein Navigationssystem.

Vorne begünstigt das niedrige Schwellerniveau das Einsteigen, während hinten die schräge Heckscheibe etwas hinderlich ist. Der Kofferraum fasst 305 Liter. Das Volumen lässt sich durch Umklappen der geteilten Rücksitzlehnen auf 650 Liter erweitern. Die Ladefläche liegt allerdings recht hoch. 

Innenansicht Toyota Prius (Foto: www.toyota-media.de)

Die Ladeluke des Prius ist sehr groß, wenn auch die
Ladefläche recht hoch liegt. Volumen bis 650 Liter.

Bedienung, Geräuschniveau

Der Prius ist nach einer gewissen Eingewöhnungszeit einfach bedienbar. Das Lenkrad ist zwar in Höhe und Abstand verstellbar, der Einstellbereich ist aber gering und das Volant ist grundsätzlich zu tief angeordnet. Die in Richtung Fahrzeugmitte verschobenen Instrumente sind nicht ideal ablesbar; zumindest die Geschwindigkeit wird aber in die Windschutzscheibe eingespiegelt.

Das Geräuschniveau ist im unteren Geschwindigkeitsbereich bei moderater Fahrweise vorbildhaft niedrig, bei starkem Beschleunigen und Autobahntempo macht sich der Motor dann aber durchaus bemerkbar. Wie der Lexus kann auch der Prius kurze Strecken rein elektrisch fahren.

Testurteil: GUT (67%)
Verbrauch: sehr gut
Abgaswerte: sehr gut
Technik: durchschnittlich
Komfort: durchschnittlich
Positiv: Sehr niedriger Verbrauch, Kofferraum gut ­zugänglich, großes Raumangebot vorne, gute Fahrleistungen.
Negativ: Sehr schlechte Sicht nach hinten, teuer in der Anschaffung.

Mercedes S 400 Hybrid

Mercedes S 400 Hybrid Viertürige Stufenhecklimousine der Oberklasse
Preis: 92.208 Euro
Motor: Systemleistung 220 kW (Benzin: V6-Zylinder 205 kW, E-Motor 15 kW)
Maße (LxBxH): 5096x1871x1479 mm
Kraftstoffverbrauch: 9,3 l/100 km (Super)
CO2-Emission: 186 g/km

 

Mercedes S 400 Hybrid (Foto: media.daimler.com)Verarbeitung, Zusatzoptionen

Zwar ist der Preis des Mercedes deutlich niedriger als jener des Lexus, viele der innovativen Assis­tenz­systeme müssen aber extra bezahlt werden, sodass der Preis sich leicht weiter hinaufschrauben lässt. Wie bei einer Premium-Limousine zu erwarten, sind die Verarbeitung und das Finish der Karosserie sehr gut. Dank 580 kg Zuladung können auch Schwergewichte Platz nehmen.

Obwohl die S-Klasse in der Rundumsicht zufriedenstellend abschneidet, muss man aufgrund der ­ausladenden Maße die Abmessungen eher erraten. Parksensoren und Heckkamera gibt es aber gegen Aufpreis. Serienmäßig sind hingegen die ­Bi-Xenonscheinwerfer mit adaptiver Kurvenlichtfunktion.

Motor: Mercedes S 400 Hybrid (Foto: media.daimler.com)

Der Mild-Hybrid des Mercedes kommt mit einer kompakten Batterie aus,
nicht größer als eine Starterbatterie.

Türen, Stauraum, Bedienung

Das Aus- und Einsteigen fällt relativ leicht, auch wenn die Sitzflächen tief liegen und die Türausschnitte nicht gerade hoch sind. Die stufenlosen Türbremsen halten die schweren Türen zuverlässig und in jeder gewünschten Position offen. Es passiert allerdings relativ leicht, dass man sich selbst aussperrt. 475 Liter Kofferraum sind recht üppig, er lässt sich aber nicht durch Umlegen der Sitze erweitern. Immerhin können noch 60 Liter Kleingepäck unter dem Kofferraumboden untergebracht werden. Die hohe Ladekante und der tiefe Kofferraum machen das Beladen mitunter beschwerlich. Die Platzverhältnisse sind sehr großzügig, vorne sitzen sogar extrem groß gewachsene Personen noch sehr bequem.

Trotz der enormen Funktionsvielfalt ist die Bedienung erstaunlich übersichtlich. Federung und Fahrwerk arbeiten hervorragend. Die Fahrleis­tungen sind sozusagen standesgemäß und völlig ausreichend. Noch mehr Leistung würde nur ­wieder mehr Verbrauch bedeuten.

Testurteil: GUT (63%)
Verbrauch: nicht zufriedenstellend
Abgaswerte: sehr gut
Technik: gut
Komfort: gut
   
Positiv: Sehr gute Verarbeitung, gutes Platzangebot für vier Erwachsene, sehr hohe aktive und passive Sicherheit, innovative Technologien.
Negativ: Teuer in Anschaffung und Unterhalt, hoher Stadtverbrauch.

 

Lexus LS 600h L AWD

Lexus LS 600h L AWD Viertürige Stufenhecklimousine der Oberklasse
Preis: 141.245 Euro
Motor: Systemleistung 327 kW (Benzin: V8-Zylinder 290 kW, 2 E-Motoren 165 kW)
Maße (LxBxH): 5150x1875x1480 mm
Kraftstoffverbrauch: 10,1 l/100 km (Super)
CO2-Emission: 219 g/km

 

Verbrauch, VerarbeitungLexus LS 600h L AWD (Bild: lexus-media.de)

Der Lexus ist eine Premium-Limousine von höchs­ter technischer Raffinesse. Das schlägt sich in einem sehr hohen Preis und entsprechenden Unterhaltskosten nieder. Durch die ausgeklügelte Hybridtechnik ergeben sich sehr gute Fahrleistungen bei vergleichsweise moderatem Verbrauch (im Stadtverkehr). Mit über 10 Litern im Schnitt ist er allerdings immer noch hoch.

Die Verarbeitung der durchwegs hochwertigen Materialien ist hervorragend. Die Türen müssen beim Schließen nur angelehnt werden und werden automatisch zugezogen. Allerdings ist die Zuladung mit 300 kg zu gering. Bei drei Erwachsenen ist das Limit in der Regel bereits erreicht.

Die hoch angesetzte Heckscheibe schränkt den Blick nach hinten ein, was jedoch durch ein Kamerasystem entschärft wird. Wie überhaupt alle nur denkbaren elektronischen Assistenzeinrichtungen das Leben erleichtern und sicherer machen. Die mitlenkenden LED-Scheinwerfer (adaptives Kurvenlicht) leuchten die Fahrbahn noch besser aus als Xenonscheinwerfer.

Innenansicht: Lexus LS 600h L AWD (Bild: lexus-media.de)

Besonders bequem sitzt der Fahrgast auf dem Rücksitz des Lexus:
ausfahrbare Fußablage und Massagefunktion.

Bedienung, Platzverhältnis, Stauraum

Der Schließmechanismus hat einen Nachteil: Türen und Kofferraumdeckel fallen leicht unkontrolliert zu. Das Armaturenbrett ist mit ­vielen Schaltern überfrachtet, was die Bedienung erschwert. Dazu kommt noch: Die Bedienung der Klimaanlage ist teilweise nur über Touchscreen möglich.

Dass der Lexus eher als Chauffeurlimousine zu sehen ist, erkennt man u.a. daran, dass die Platzverhältnisse am rechten Rücksitz besonders großzügig sind und dieser sogar eine Massagefunktion enthält. Der Kofferraum ist infolge der viel Raum beanspruchenden Batterietechnik des leistungsstarken Hybridantriebs mit 350 Litern sehr klein. 

Testurteil: DURCHSCHNITTLICH (58%)
Verbrauch: nicht zufriedenstellend
Abgaswerte: gut
Technik: gut
Komfort: gut
   
Positiv:

Sehr gute Verarbeitung, luxuriöse Ausstattung, hoher Sicherheitsstandard, viel Platz, hoher ­Fahrkomfort, sehr gute Sitze, sehr gute Fahrleistungen.

Negativ:

Wenig Zuladung; kleiner, nicht variabler Kofferraum, geringe Wirtschaftlichkeit.

 

Tabelle: Hybridautos

Tabelle: Automodelle 3/2010

Testkriterien

Im Rahmen einer europaweiten Kooperation von Verbraucherverbänden veröffentlichen wir die Ergebnisse von zuletzt getesteten Modellen (die gängigsten Automodelle in Europa).

Einteilung nach Klassen

Die Bewertung erfolgt generell unabhängig von der Fahrzeugklasse (z.B. Fahrverhalten, Bremsweg oder Abgaswerte), in einigen Bereichen wird in Abhängigkeit von der Klasse bewertet. Dies betrifft vor alllem das Kofferraum-Volumen sowie das Innenraum-Platzangebot vorne und hinten.

Achtung: Seit März 2010 wird der Kraftstoffverbrauch nicht mehr klassenabhängig bewertet, Große, schwere Wagen können damit kaum mehr eine gute Bewertung im Punkt Verbrauch erzielen.

Die Fahrzeuge werden in sieben Fahrzeugklassen eingeteilt:

  • Zweisitzige Kleinstwagen (Smart)
  • Kleinstwagen (z.B. VW Lupo)
  • Kleinwagen (VW Polo)
  • Untere Mittelklasse = Kompaktwagen (VW Golf)
  • Mittelklasse (VW Passat)
  • Obere Mittelklasse (Audi A6)
  • Oberklasse (Audi A8)

Auch Cabrios, Geländewagen, Roadster und Vans werden in diese Klassen eingeordnet, das Testprogramm wird in diesen Fällen um einige Kriterien erweitert.

Umwelt

  • Kraftstoffverbrauch: Der Kraftstoffverbrauch wurde anhand des durchschnittlichen Verbrauchs über die gesamte Testdauer gemessen, weiters anhand Verbrauch laut Eurozyklus (gemäß Richtlinie 98/69/EC) in Stadt- und Überlandzyklus sowie Verbrauch im Autobahnzyklus (mit maximal 130 km/h).
     
  • Abgaswerte: Die Abgaswerte (Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid, Stickoxide, PM) wurden wie der Verbrauch gemäß Eurozyklus gemessen.

Technik

  • Motor und Kraftübertragung : Die Beschleunigungswerte von 60 bis 100 km/h wurden beim Fahren im 4. Gang und beim Durchschalten gemessen. Die Elastizität und die Laufkultur des Motors sowie die Schaltung und die Abstimmung von Motor und Getriebe wurden von professionellen Testfahrern beurteilt.
     
  • Bremsen: Die Autos wurden mehrmals aus 100 km/h voll gebremst und der Bremsweg gemessen. Zusätzlich wurden die Bremsanlage und das Verhalten des Autos beim Bremsvorgang subjektiv beurteilt.
     
  • Lenkung und Handling, Sicht : Richtungsstabilität, Kurvenfahren, Handling, Lenkung und Sicht wurden ebenfalls von den Testfahrern bewertet.

Komfort

  • Innenraum: Das Platzangebot im Innenraum wurde vermessen. Das Ein- und Aussteigen, der Sitzkomfort und die Bedienung von Schaltern, Sitzen, Fenstern, Türgriffen etc. wurden subjektiv bewertet.
     
  • Kofferraum: Das Ladevolumen wurde in Anlehnung an ISO 3832 mit Schaumstoffkörpern ermittelt. Es wurde bei verschiedenen Variationen der Sitze („normal“ mit aufgestellten Sitzen/Bänken, „maximal“ mit umgelegten bzw. entfernten Sitzen, „minimal“ bei 7-Sitzern mit allen Sitzen installiert) gemessen, bis zur Fensterunterkante bzw. Laderaumabdeckung. Weiters wurden die Zugänglichkeit des Kofferraums und die Variationsmöglichkeiten beurteilt.
     
  • Fahrkomfort: Das Fahren wurde bei unterschiedlichen Straßenverhältnissen sowie auf einer Rumpelpiste durch die Testfahrer beurteilt.
     
  • Geräusche: Die Geräusche im Wageninneren wurden gemessen und bewertet.
     
  • Heizung und Ventilation: Die Prüfung der Heizung und Ventilation wurde im Klimaraum durchgeführt. Bei minus 10 Grad Celsius Außentemperatur wurde die Zeit gestoppt, die benötigt wird, um das Wageninnere auf plus 22 Grad Celsius zu erwärmen. Die Messung erfolgte getrennt für die vorderen und die hinteren Sitze.

 

Anbieter

Alfa Romeo: Fiat Group Automobiles Austria GmbH
Schönbrunnerstraße 297-307
A-1120 Wien
01 680 01-0

Audi: Porsche Austria GesmbH & Co OG
Vogelweiderstraße 75
A-5020 Salzburg
0662 46 81-0
www.porsche-holding.com

BMW Group
Siegfried-Marcus-Straße 24
A-5020 Salzburg
0662 83 83-0
www.press.bmwgroup.com/at.html

Chevrolet Austria GmbH
Groß-Enzersdorfer Straße 59
A-1220 Wien
01 701 41-0
www.chevrolet.at

Citroen Österreich GesmbH
Perfektastraße 75
A-1230 Wien
01 866 38-0

Fiat Group Automobiles Austria GmbH
Schönbrunnerstraße 297-307
A-1120 Wien
01 680 01-0

Ford Motor Company (Austria) GmbH
Hackingerstraße 5c
A-1140 Wien
050 65 81-0
www.ford.at

Honda Austria GmbH
Hondastraße 1
A-2351 Wiener Neudorf
02236 690-0
www.honda.at

Hyundai Import GmbH
Richard-Strauss-Straße 14
A-1110 Wien
01 610 40
www.hyundai.at

Kia Austria GembH
Sverigestraße 5
A-1220 Wien
01 734 29 00
www.kia.at

Mazda Austria GesmbH
Ernst-Diez-Straße 3
A-9029 Klagenfurt
0 46 3 38 88-0
www.mazda.at

Mercedes Benz Österreich VertriebsgesmbH
Fasaneriestraße 35
A-5020 Salzburg
0662 44 78-0
presse.mercedes-benz.at

Mitsubishi Import GmbH
Richard-Strauss-Straße 14
A-1230 Wien
01 610 22-23 05
www.mitsubishi-motors.at

Nissan Österreich
Laaer Berg Straße 64
A-1101 Wien
01 90 577

Opel: General Motors Austria GmbH
Groß-Enzersdorfer-Straße 59
A-1220 Wien
01 288 77-0
www.opel.at

Peugeot Austria GmbH
Triester Straße 50 A
A-1100 Wien
01 601 83-0

Porsche Austria GesmbH & Co OG
Vogelweiderstraße 75
A-5020 Salzburg
0662 46 81-0
www.porsche-holding.com

Renault Österreich GmbH
Laaer Berg-Straße 66
A-1101 Wien
01 680 10-0
www.renault.at

Seat: Porsche Austria GesmbH & Co OG
Vogelweiderstraße 75
A-5020 Salzburg
0662 46 81-0
www.porsche-holding.com

Skoda: Porsche Austria GesmbH & Co OG
Vogelweiderstraße 75
A-5020 Salzburg
0662 46 81-0
www.porsche-holding.com

Smart: Mercedes Benz Österreich VertriebsgesmbH
Fasaneriestraße 35
A-5020 Salzburg
0662 44 78-0
presse.mercedes-benz.at

Toyota Frey Austria GmbH
Richard-Strauss-Straße 34
A-1230 Wien
01 610 04-0

Volvo Car Austria GesmbH
Am Concorde Park 1/A1
A-2320 Schwechat
01 701 28-0
www.volvocars.at

VW: Porsche Austria GesmbH & Co OG
Vogelweiderstraße 75
A-5020 Salzburg
0662 46 81-0
www.porsche-holding.com

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Leserreaktionen

Marketing-Trick

Vorerst vielen Dank für die aufschlussreiche Auflistung der am Markt befindlichen Hybridfahrzeuge. Ich denke, über den „ökologischen Fußabdruck“, den die beiden Luxuslimousinen hinterlassen, muss man nicht weiter diskutieren.

Das Doppel-Minus beim jeweiligen Kraftstoffverbrauch ist ja nur ein Aspekt, was den Ressourcenverbrauch betrifft. Bleiben noch die zwei Beispiele aus der unteren Mittelklasse. Selbst da bin ich mir nicht sicher, ob das Hybrid-Konzept mittelfristig tatsächlich mehr als ein guter Marketing-Trick der Autohersteller ist.

Viktor Obendrauf
E-Mail
(aus Konsument 05/2010)

Schlechtes Gewissen beruhigen

Finanzkräftige Käufer können mit Hybridautos ihr schlechtes Gewissen beruhigen und trotzdem PS-protzige Autos fahren. Die Umweltbilanz bringt das alles nicht wirklich weiter.

Anstatt Autos mit einem zweiten Motor und zentnerschweren Batterien auszurüsten und so ihren Energieverbrauch durch die Gewichtszunahme zu steigern, wäre es sinnvoller, auf kleine leichte Autos mit sparsamsten Motoren zu setzen und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Aber da hält natürlich die Autolobby die Hand drüber. Für den Umsatz sind Hybrids ideal.

Benutzer "Xerxes0001"
Online-Leserforum
(aus Konsument 05/2010)

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