DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.

Zum Inhalt

Crashtest 8/2008 - Audi, Citroen, Ford, Hyundai, Seat, Skoda, VW

  • Noch immer gibt es gefährliche Geländewagen
  • Kleinwagen werden zusehends sicherer
  • Selbst Premium-Hersteller ignorieren den Fußgängerschutz

Insassen-Sicherheit immer besser

Fast alle Autos, die neu auf den Markt kommen, erreichen im EuroNCAP-Crashtest fünf Sterne bei der Insassen-Sicherheit. Das heißt, die Autohersteller reagieren durchaus auf schlechte Crash-Ergebnisse und bauen ihre Autos immer sicherer. Sogar Kleinwagen schaffen mittlerweile Fünf-Sterne-Niveau, wie etwa der Fiat Cinquecento, wenngleich es bei den Kleinwagen heute doch meist nur für vier Sterne reicht. Aber auch die garantieren eine relativ hohe Sicherheit.

Probleme bei den SUVs

Wirklich Probleme gibt es hingegen noch bei den Geländewagen (SUVs) und den sogenannten Pick-ups (SUVs mit offener Ladefläche). So schaffte etwa der Nissan Navara, ein Pick-up, überhaupt nur einen Stern, weil die Elektronik den Airbag zu spät auslöste und er damit seine Schutzwirkung verfehlte, was im Ernstfall zu lebensbedrohlichen Kopfverletzungen führen kann. Nissan modifizierte daraufhin das Airbagsystem. Betroffen von diesem Prob­lem sind die Modelljahre 2005 bis 2007. Für die bereits auf dem Markt befindlichen Fahrzeuge wurde eine Rückrufaktion gestartet (129.000 Stück, 200 davon in Österreich). Doch selbst mit funktionierendem Airbag bringt es der Navarra auf nicht mehr als drei Sterne.

Als sicherheitstechnisch enttäuschend sei hier auch noch der Isuzu D-Max/Rodeo angeführt. Er erreicht im Frontcrash nur zwei Punkte, vor allem der Fahrer ist einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt (Kopf, Hals, Brust, Unterschenkel und Füße).

Echte Geländewagen haben´s schwer

Das schlechte Abschneiden der beiden Pick-ups ist ganz typisch für Geländewagen klassischer Bauart. Im Sinne hoher Robustheit und guter Geländegängigkeit besitzen sie nämlich einen sogenannten Leiterrahmen, der sich beim Crash nicht so ideal verformt, wie dies bei allen normalen Personenwagen mit selbsttragender Karosserie der Fall ist. Auf die Insassen wirken tendenziell höhere Kräfte, die sonst von der Karosserie absorbiert werden könnten. Das sichere Gefühl, das man subjektiv durch die hohe Sitzposition hat, erweist sich somit als trügerisch.

Bei den heute so beliebten SUVs (Sports Utility Vehicles) trifft dies aber zusehends seltener zu, da diese immer öfter mit selbst- tragender Karosserie gebaut werden. Die höhere Sicherheit ist dabei nur ein Aspekt. Auch das Fahrverhalten auf der Straße, wo sie ja überwiegend benützt werden, ist mit selbsttragender Karosserie und Einzelradaufhängung deutlich besser. Echte Geländewagen mit Leiterrahmen sind in diesem technischen Sinn eigentlich eher Nutzfahrzeuge als Pkw.

Bessere Ergebnisse erzielen Offroader

Bestätigt wird dieser Trend hin zu besseren Crash-Ergebnissen bei Offroadern beispielsweise durch den Ford Kuga, einen direkten Konkurrenten des Toyota RAV4 und des VW Tiguan. Er schaffte fünf Sterne im Insassenschutz, aber auch bei der Kindersicherheit und beim Fußgängerschutz liegt er mit vier von fünf beziehungsweise drei von vier Sternen im Spitzenfeld. Es geht also doch, wenn man nur will.

Brutal gegen Fußgänger

Die hohe Position der Motorhaube der SUVs ist naturgemäß eine ungünstige Vo­raussetzung für die Fußgängersicherheit. Besonders augenfällig ist, dass BMW und Land Rover das Thema Fußgänger offenbar nicht in ihren Lastenheften haben. Sie schaffen gerade einmal einen Stern. Das ist besonders blamabel, da es sich hier schließlich um sogenannte Premium-Fahrzeuge handelt, mit einem gewissen technologischen Führungsanspruch. Der BMW X3 enttäuschte überdies auch noch beim Seitenaufprall. Zwar würden die Dummy-Werte die maximale Punktezahl bringen, aber in beiden Seitencrashs gingen die hinteren Türen auf, mit dem Riskio, dass Personen aus dem Auto geschleudert werden.

Aber es geht noch schlimmer in Sachen Fußgängersicherheit: Der Hyundai Santa Fe und der Jeep Grand Cherokee erhielten überhaupt null Punkte, da deren Vorderwagen Fußgängern nur marginale Überlebenschancen bieten.

Fortschritt durch kluge Konstruktion

Trotzdem lässt sich durch kluge Konstruktion ein Fortschritt erzielen. Nicht nur der Ford Kuga bringt es auf drei Sterne, auch drei weitere seit August 2005 gecrashte Sports Utility Vehicles schaffen dieses Ergebnis, nämlich Toyota RAV4, Suzuki Grand Vitara und Daihatsu Terios.

Die Kindersicherheit ist bei allen gecrashten Autos über die Jahre immer besser geworden. Hier liegt das große Problem mittlerweile eher bei Bedienungsfehlern. Nicht zum Auto passende Sitze und falsch eingefädelte Gurte sind häufig verant­wortlich dafür, dass Kinder bei einem Zusammenstoß nur unzureichend gesichert sind.

Neue Crash-Serie

Ein paar Highlights aus der letzten Crashtest-Serie: Wie nicht anders zu erwarten, hat der neue Audi A4 die fünf Sterne im Crash-Rating erreicht. Vier Sterne bei der Kindersicherheit sind ein gutes Ergebnis, zumal bisher noch kein Hersteller hier einen fünften Stern erringen konnte. Lediglich im Fußgängerschutz brachte er es auf nur mäßige zwei Sterne. Da auch Audi zu den technologisch führenden Marken zählt, ist anzunehmen, dass das Thema Fußgängersicherheit noch immer nicht mit dem notwendigen Ernst vorangetrieben wird. Das gilt auch für den Skoda Superb mit dem gleichen Ergebnis. Dass die Vernachläs­sigung der Fußgängersicherheit eine durchgehende Strategie in der VW Gruppe wäre, kann aber trotzdem nicht behauptet werden. Denn immerhin hat der Seat Ibiza, der im Übrigen auch in der Insassensicherheit glänzte (fünf Sterne), drei Sterne erreicht.

Der Kleinwagen Hyundai i10 hat den fünften Stern im Crash-Rating klar verfehlt, mit einem guten Ergebnis im Seitenaufprall, aber nur mäßigen zehn Punkten im Frontalcrash. Motorhaube, Windschutzscheibe und Stoßfänger sind relativ fußgängerfreundlich gestaltet, allerdings birgt die Kante über dem Kühlergrill ein hohes Verletzungsrisiko.

Vans erreichen im Schnitt 4 Sternen

Das tendenziell hohe Sicherheitsniveau der französischen Autos endet dort, wo der Preiskampf am härtesten wird: Bei den kleinen Vans, die viel Platz für wenig Geld versprechen. Sowohl der Citroën Berlingo als auch der Renault Kangoo schafften nur vier Sterne im Crash-Rating. Das gilt übrigens auch für den VW Caddy Life, der ebenso eine von einem Kleintransporter abgeleitete Familien-Variante ist. Ein Vier-Sterne-Resultat bedeutet aber immerhin, dass trotz teilweise erhöhter Belastungen keine schweren Verletzungen drohen.

Der Mittelklassewagen Citroën C5 erreichte im Crashtest 35 von 37 Punkten, und auch in der Kindersicherheit konnte man sich gegenüber dem Vorgängermodell verbessern: vier Sterne. Die Chance, auch im Fußgänger-Rating einen Spitzenplatz zu belegen, hat man allerdings nicht genützt. Das Know-how wäre im Hause Citroën vorhanden: Dank einer Motorhaube, die sich beim Aufprall hochhebt, hat das in Österreich kaum verkaufte Luxusmodell C6 vier Sterne eingesackt (getestet im Jahr 2005). Der Citroën C6 ist bis heute das einzige Auto geblieben, das mit dem höchsten Rating in der Fußgängersicherheit ausgezeichnet wurden.

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail
Zum Seitenanfang