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Crashtest 4/2007 - Chrysler, Citroen, Fiat, Ford, Kia, Mercedes, Skoda

  • Insassenschutz und Kindersicherheit werden besser, aber nicht bei allen
  • Nach wie vor grobe Mängel beim Fußgängerschutz
  • Vergleich: Van-Sicherheit heute und vor acht Jahren

Alle Autohersteller lernen dazu

Die Autohersteller  passen sich bei der Konstruktion ihrer Fahrzeuge immer besser an die Erfordernisse des EuroNCAP-Tests an, daraus ergeben sich aber auch immer neue Kriterien für die Testverfahren. War man vor zehn Jahren schon froh, wenn der Fahrgastraum einigermaßen unversehrt blieb, wird heute der Ruf nach höherer Kinder- und Fußgängersicherheit lauter. Viele neue Automodelle erreichen bereits die Höchstzahl von fünf Sternen bei der Insassensicherheit.

Gewichtung nicht mehr up to date

Allerdings entspricht die Bewertung und vor allem die Gewichtung nicht mehr ganz dem Stand der Technik. Vier Sterne sind heute keine besondere Hürde mehr: Es genügt, wenn das Modell beim Seitencrash gut abschneidet und ein Gurtwarnsystem für die Vordersitze installiert ist. Der überwiegende Teil der Kandidaten erreicht im Seitencrash zumindest 16 von 18 möglichen Punkten und kann bis zu drei weitere Punkte für das Gurtwarnsystem einheimsen. Da genügt ein mittelmäßiges Ergebnis im Frontalaufprall, um vier Sterne für die Insassensicherheit zu erhalten.

Erhöhte Kindersicherheit

Bei der Kindersicherheit hat sich einiges gebessert. Hier kommen heute fast alle auf zumindest drei Sterne, wenngleich noch keiner die vollen fünf Sterne erreicht hat. In den letzten zwei Jahren kamen nur zwei Autos über zwei Sterne in der Kindersicherheit nicht hinaus, der Fiat Idea und der Smart Forfour, dessen Produktion mangels Publikumsinteresse mittlerweile ohnehin eingestellt wurde. Im Argen liegt auch die Fußgänger-Sicherheit. Dieses Thema haben bis heute nur einzelne Autohersteller ernst genommen, darüber aber später.

Neue Vans sind sicherer

Interessant ist ein Vergleich des Sicherheitszuwachses bei den MPVs (Multi Purpose Vehicles), das sind Vans jedweder Größe – vom Kleinstauto bis zur oberen Mittelklasse. Denn hier erfolgt der Generationenwechsel in der Regel etwas langsamer als bei den herkömmlichen Personenwagen, sodass immer noch einige Modelle angeboten werden, die im wesentlichen dem Baumuster von vor zehn Jahren entsprechen, auch wenn da und dort mittlerweile Verbesserungen vorgenommen wurden. Gleichzeitig ist diese Kategorie als extrem wachsendes Marktsegment von großer Bedeutung für die Autokäufer.

Typische Familienautos

Außerdem handelt es sich hier um typische Familienautos, wo ja das Thema Sicherheit mit besonderer Sensibilität gesehen wird. Beispiel Chrysler Voyager: Er schnitt schon 1999 mit zwei Sternen und null Punkten beim Frontalcrash katastrophal schlecht ab. Ähnlich erging es nur dem koreanischen Kia Carnival (3 Punkte), der inzwischen neu konstruiert wurde (10 Punkte 2006) und dem Opel Sintra (3 Punkte), dessen Absatz auch wegen des schlechten Crashtest-Ergebnisses schleppend lief, bis der Verkauf eingestellt wurde.

Chrysler Voyager schwach im Frontcrash

Trotz einiger Verbesserungen an der Fahrzeugstruktur 2001 erreichte der Chrysler Voyager auch im jüngsten Test (2007) nur 3 Punkte im Frontcrash, weil das Lenkrad unakzeptable 107 mm in den Fahrgastraum eindrang. Das Testergebnis gilt für das rechtsgelenkte Modell, die in Europa überwiegend verkaufte Linkslenkervariante schnitt etwas besser ab (9 Punkte). Hintergrund: Der Motorblock ist rechts montiert, beim Linkslenker wird aber auf der linken Seite gecrasht, wo somit mehr Deformationsraum besteht.

Viele Vans mit fünf Sternen

Insgesamt kann aber eine positive Bilanz gezogen werden. Die Zahl der Vans mit fünf Sternen im Crashtest nimmt mit jedem Modellwechsel zu. Bei den kleineren Vans sind fünf Sterne schon fast eine Selbstverständlichkeit. Die jüngsten erfreulichen Ergebnisse bei den größeren betreffen Ford Galaxy und Ford S-Max, aber auch Renault Espace und Peugeot 807 haben nunmehr fünf Sterne. Nur im Hause VW steht eine Neukonstruktion aus, der aktuelle Sharan ist seit dem letzten Test 1999 weitgehend unverändert geblieben (drei Sterne).

Fußgängersicherheit: niedriges Niveau

Zurück zur Fußgängersicherheit: Hier besteht durchwegs noch enormer Aufholbedarf. Auch gerade erst völlig neu konstruierte Autos schaffen oft nicht mehr als einen von vier Sternen. Selbst Honda, bekannt als Vorreiter in dieser Disziplin, ist da keine Ausnahme. Der neue Honda CR-V, ein sportlicher Geländewagen, muss sich mit zwei Sternen begnügen. Die Ursache liegt in den sehr hohen und steifen Vorderwagen, die in der Offroad-Klasse üblich sind.

Volvo C 30 gut bei Insassensicherheit

Probleme gibt’s aber auch bei konventionellen Pkws. Volvo, die schwedische Marke, die Fahrzeugsicherheit als erste zur obersten Tugend des Automobils erklärte, schneidet hier enttäuschend ab. Während sich der neue C 30 in Sachen Insassen- und Kindersicherheit geradezu mustergültig verhält, hatte man für die Fußgängersicherheit offenbar kein besonderes Auge: nur ein Stern.

Noch ein Beispiel für den lässigen Umgang mit der Thematik: Der jüngste Skoda Fabia bekam im Hinblick auf höhere Fußgängersicherheit eine neue Wagenfront. Sie ist identisch mit der des Skoda Roomster, der bereits gecrasht wurde, doch auch er schafft nicht mehr als zwei Sterne. Dass es bei ernsthafter Auseinandersetzung mit dem Problem auch viel besser geht, zeigt der Citroën C6 (getestet 2005): Die Höchstnote vier Sterne ist möglich, wenn auch mit viel Aufwand.

Kopfstützen sind wichtig

Ein neuer Test soll demnächst in die Insassenschutz-Wertung aufgenommen werden. Da die Hälfte aller Unfälle Auffahrunfälle sind, kommt auch den Kopfstützen hohe Bedeutung zu. Sie können die schmerzhafte Überdehnung der Halswirbelsäule (Peitschenschlag-Syndrom) mindern. Diese Tests werden derzeit bereits durchgeführt, gehen aber noch nicht in die Wertung ein. Die Überraschung: Sogar als relativ sicher beleumundete Premium-Fahrzeuge wie etwa der 5er-BMW, schneiden hier schlecht ab. Ein sechster Stern für diese Disziplin steht derzeit zur Diskussion.

Bilder vom Crash

Crashtest Chrysler Voyager Crashtest Volvo C30

Nur drei Punkte im Frontal-Aufprall. Das ist der Negativ- Rekord in der aktuellen Crash-Serie: Chrysler Voyager.

Der neue Kompakte von Volvo (C30) erreicht im Front-Crash beinahe das Punktemaximum:
15 von 16 Punkten.

Crashtest Ford Galaxy Crashtest Nissan Serena 1999

Die Fahrgastzelle des neuen Ford Galaxy weist keine schweren Beschädigungen auf (links); vor Jahren war der Überlebensraum für einen Van-Fahrer im Front-Crash wesentlich geringer (rechts: Nissan Serena 1999). 

Crashtest: Kompetent mit "Konsument"

  • 5 Sterne Standard.  Fünf Sterne beim Insassenschutz erreicht mittlerweile fast jedes neu konzipierte Auto. Es gibt aber eine Reihe von Modellen, die (nur mit Faceliftings) schon länger auf dem Markt sind.
  • Fortschritt für Kinder.  Bei der Kindersicherheit gibt es große Fortschritte, aber immer noch große Unterschiede.
  • Peitschenschlag.  Der Auffahrunfall soll künftig in einem eigenen Test berücksichtigt werden. Schwere Verletzungen der Halswirbelsäule könnten durch gute Kopfstützen deutlich gemildert werden.

Crash-Test: Mehr zum Thema

Die Ergebnisse aller Crashtests bis zum Jahr 1999 zurückreichend und die Testkritieren finden sie hier . Ebenfalls Online ein Bericht über den ersten Auffahr-Test , bei dem Volvo am besten abgeschnitten hat.

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