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Autotest: Aktuelle Modelle - Viele Facetten - eine Klasse

  • Neue Automodelle in der Kompaktklasse
  • Skoda Fabia neu bei den Kleinwagen

Aktuelle Automodelle

Neue Modellkreationen aus Japan bereichern die Kompaktklasse (untere Mittelklasse): der Nissan Qashqai und der Toyota Auris. In Italien feiert dagegen der Fiat Bravo eine Wiederauferstehung, nachdem dem Vorgängermodell Stilo ein Erfolg versagt geblieben ist. Von den dreien kann der Auris mit 64 Prozent der möglichen Punkte das beste Ergebnis heimfahren.

Das Maß der Dinge

In dieser Klasse ist aber noch immer der VW Golf das bestimmende Maß. Das Modell 2.0 TDI Comfortline wurde im Jahr 2004 getestet und konnte damals 66 Prozent erreichen – trotz Minus bei den Abgaswerten. Eines der besten Resultate konnte allerdings ein Ford Focus erzielen: Der 1.6 TDCi mit Partikelfilter brachte es auf 74 Prozent, mit fast durchwegs guten Bewertungen. Ein Renault Mégane (1.5 dCi) kam auf 66 Prozent.

Wer bietet mehr?

Ein weiterer Kompakter in der aktuellen Testserie ist beispielsweise der Opel Astra 1.3 CDTI (65 Prozent), der gleichmäßig gut abschneidet, allerdings stört das mäßige Platzangebot für Insassen und Gepäck. Der Seat Altea XL 2.0 TDI Stylance schafft 68 Prozent: Der nur durchschnittliche Verbrauch verhindert ein besseres Endurteil. Bleibt der geliftete BMW 118d. Der Zweiliter-Dieselmotor ist deutlich sparsamer geworden (5,8 Liter im Schnitt). Er schafft damit 70 Prozent. Wermutstropfen sind die recht hohen Anschaffungskosten.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Details zu den Modellen der Kompaktklasse: Nissan Quashqai, Fiat Bravo, Toyota Auris, und im Kleinwagensegment: Skoda Fabia.

Nissan Qashqai 2.0 tekna 4x4

Untere Mittelklasse (SUV), fünftürig
Preis: 28.590 Euro 
Motor: Benzin, 1997 ccm, 104 kW
Maße: 4315x1783x1606 (LxBxH)
Kraftstoffverbrauch: 8,8 l im Testdurchschnitt

Testurteil: 55% (durchschnittlich) Foto: Nissan
Verbrauch nicht zufriedenstellend
Abgaswerte sehr gut
Technik gut
Komfort durchschnittlich
  • Positiv: gute Serienausstattung, einfache Bedienung, intelligenter Allradantrieb, 5 Sterne im Crashtest
  • Negativ: schlechte Rundumsicht, schwache Heizung, hoher Verbrauch

SUV aber kein Geländewagen

Der neue Kompakte von Nissan kommt mit modernem Design und exotischem Namen daher. „Qashqai“ – gesprochen „Kaschkai“ – stammt von einem Nomadenstamm im Iran. Originell auch das Konzept: Die höhergelegte Karosserie und der Allradantrieb heben ihn aus der Golfklasse hervor. Geländewagen ist er deswegen noch keiner, eben ein SUV (sports utility vehicle), wie neudeutsch Autos mit speziellem Zusatznutzen genannt werden, mit denen man dennoch keinen Ausritt ins Gelände wagen sollte. Der neue Nissan könnte daher eher mit dem Cross Golf verglichen werden – von Letzterem findet sich eine 1,4-Liter-Benzinversion in der aktuellen Testserie, die deutlich besser (68 gegenüber 55 Prozent) abgeschnitten hat.

Foto: Nissan
Der Qashqai überzeugt durch gute Funktionalität, die Verarbeitungsqualität kann da nicht ganz mithalten.

Mit dem Qashqai ist man auf losem Untergrund oder winterlichen Straßen aber jedenfalls im Vorteil. Der drehfreudige 2-Liter-Benzinmotor wirkt in dem Eineinhalbtonner (Leergewicht) etwas angestrengt, der Verbrauch ist entsprechend hoch.

Die 360 Liter Kofferraumvolumen sind für die Klasse üblich; die Zugänglichkeit ist eingeschränkt, weil sich die Ladeklappe nicht weit genug öffnen lässt; eine 1,75 m große Person muss schon aufpassen, dass sie sich nicht den Kopf daran stößt.

Fiat Bravo 1.9 JTD Multijet 8V Emotion 
 

Untere Mittelklasse, fünftürig
Preis: 22.090 Euro
Motor: Diesel, 1910 ccm, 88 kW
Maße: 4336x1792x1498 (LxBxH)
Kraftstoffverbrauch: 5,5 l im Testdurchschnitt

Testurteil: 60% (gut) Foto: Fiat
Verbrauch gut
Abgaswerte sehr gut
Technik durchschnittlich
Komfort durchschnittlich

  • Positiv: gute Ausstattung, vorne viel Platz, sparsam im Verbrauch, 5 Sterne im Crashtest
  • Negativ: Motor mit Anfahrschwäche, schlechte Sicht nach hinten, hinten wenig Kniefreiheit, hohe Ladekante

Mehr Sicherheit, weniger Komfort

Der Nachfolger des Stilo heißt wie sein Vorgänger: Bravo. Sein zeitgemäßes Design bringt den Nachteil schlechter Rundumsicht mit sich, vor allem die überproportionierte C-Säule wirkt sich hier negativ aus. Der Dieselmotor wirkt anfangs ein wenig schlapp, zieht dann aber kräftig durch. Die Schaltwege sind etwas lang, beim schnellen Schalten kann es sich leicht spießen. Die Getriebeabstufung ist auf möglichst geringen Verbrauch abgestimmt, was zur Folge hat, dass zum zügigen Beschleunigen oft zurückgeschaltet werden muss. Eine Automatik ist nicht lieferbar.

Foto: Fiat
Die C-Säule des Fiat Bravo ist besonders breit, Folge: schlechte Sicht nach schräg hinten
Der Bedienungskomfort lässt zu wünschen übrig. Zum Auskuppeln muss man den Fuß weit strecken und durchbiegen, der Abstand zwischen Kupplungs- und Bremspedal ist zu gering. Auch das Angurten ist etwas mühsam (vor allem hinten). Das Platzangebot vorne ist aber gut, Innenhöhe und -breite sind groß.

Der Verbrauch ist mit 5,5 Litern erfreulich niedrig, punkto Wirtschaftlichkeit kann man mit einem durchschnittlichen Wert rechnen.

Toyota Auris 2.0 D-4D Executive

Untere Mittelklasse, fünftürig
Preis: 23.651 Euro
Motor: Diesel, 1998 ccm, 93 kW
Maße: 4220x1760x1515 (LxBxH)
Kraftstoffverbrauch: 5,9 l im Testdurchschnitt

Testurteil: 64% (gut)   Foto: Toyota
Verbrauch durchschnittlich
Abgaswerte sehr gut
Technik gut
Komfort gut

  • Positiv: gutes Raumangebot, sicheres Fahrwerk, 5 Sterne im Crashtest, bequemer Ein- und Ausstieg
  • Negativ: träges Ansprechen des Motors, schlechte Sicht nach hinten, wenig variabler Kofferraum

Vorne viel Platz

Der Nachfolger des legendären Corolla wurde komplett neu entwickelt. Das Design mutet durchaus futuristisch an, vieles ist aber Spielerei, was der Bedienungsfreundlichkeit abträglich ist. Der ebenfalls neue 2-Liter-Diesel arbeitet ruhig; er reagiert zunächst etwas träge, zeigt dann aber seine Kraft und Elastizität. Die serienmäßige Ausstattung ist sehr umfangreich, was beim Kaufpreis berücksichtigt werden muss.

Der Sitzkomfort ist gut, die leicht erhöhte Sitzposition erleichtert das Ein- und Aussteigen, zudem sind die Türausschnitte groß genug. Das Raumangebot ist vor allem auf den Vordersitzen groß – Personen über 1,90 m finden bequem Platz (hinten bis 1,85 m). Der Kofferraum ist mit 315 Litern etwas klein geraten (VW Golf: 350 Liter).

Stabil, wirtschaftlich und verlässlich

Die Abstimmung des Fahrwerks ist Toyota gut gelungen, die Federung ist insgesamt ausgewogen. Der Auris liegt ruhig auf der Straße, Unebenheiten werden gut geschluckt.

Die Reparaturanfälligkeit wird bei Toyota als eher gering eingestuft, die Wertstabilität als gut prognostiziert, sodass man dem Auris eine hohe Wirtschaftlichkeit zugestehen kann – selbst unter Berücksichtigung des nicht gerade geringen Kraftstoffverbrauchs.

Skoda Fabia 1.4 TDI Elegance

Kleinwagen, fünftürig
Preis: 19.040 Euro
Motor: Diesel, 1422 ccm, 59 kW
Maße: 3992x1642x1498 (LxBxH)
Kraftstoffverbrauch: 5,7 l im Testdurchschnitt

Testurteil: 61% (gut) Foto: Skoda
Verbrauch durchschnittlich
Abgaswerte gut
Technik gut
Komfort gut

  • Positiv: solide Verarbeitung, kräftiger Motor, sichere Straßenlage, vorne und hinten viel Platz
  • Negativ: schlechte Sicht nach hinten, schwache Heizung im Fond, Verbrauch für Kleinwagen zu hoch

Viel Komfort

Skoda präsentiert den neuen Fabia in frischer Form, mit erweitertem Platzangebot. Dies sorgt auch beim Ein- und Aussteigen für mehr Bequemlichkeit. In der Version Elegance bietet der Fabia gehobenen Bedienungskomfort. Der 1,4-Liter-Dieselmotor sorgt für flotten Vortrieb, der Verbrauch könnte allerdings geringer sein.

Der leicht zugängliche Kofferraum fasst mit 275 Litern geringfügig mehr Gepäck als der Vorgänger. Auf den vorderen Sitzplätzen hat man dank der großen Kopffreiheit ein großzügiges Raumgefühl. Auch im Fond des Fabia ist für zwei Personen genügend Platz.

Verwandtschaft zu VW

Auf Ergonomie und Bedienungskomfort wurde offensichtlich viel Wert gelegt, es zeigt sich die Verwandtschaft zu den Konzernbrüdern von VW. Alle Funktionsebenen sind klar getrennt, alle Tasten und Schalter intuitiv bedienbar.

Der Kaufpreis von 19.040 Euro (mit Elegance-Ausstattung) ist sicher kein Schnäppchen mehr. Werkstattkosten und Wertstabilität werden für den Fabia als eher positiv eingeschätzt.

So haben wir getestet

Im Rahmen einer europaweiten Kooperation von Verbraucherverbänden veröffentlichen wir die Ergebnisse von zuletzt getesteten Modellen (die gängigsten Automodelle in Europa).

Einteilung nach Klassen

Die Bewertung erfolgt generell unabhängig von der Fahrzeugklasse (z.B. Fahrverhalten, Bremsweg oder Abgaswerte), in einigen Bereichen wird in Abhängigkeit von der Klasse bewertet: v.a. Kraftstoffverbrauch, Kofferraum-Volumen, Innenraum-Platzangebot vorne und hinten.

Die Fahrzeuge werden in sieben Fahrzeugklassen eingeteilt:

  • Zweisitzige Kleinstwagen (Smart)
  • Kleinstwagen (z.B. VW Lupo)
  • Kleinwagen (VW Polo)
  • Untere Mittelklasse = Kompaktwagen (VW Golf)
  • Mittelklasse (VW Passat)
  • Obere Mittelklasse (Audi A6)
  • Oberklasse (Audi A8)

Auch Cabrios, Geländewagen, Roadster und Vans werden in diese Klassen eingeordnet, das Testprogramm wird in diesen Fällen um einige Kriterien erweitert.

Umwelt

Kraftstoffverbrauch: Der Kraftstoffverbrauch wurde anhand des durchschnittlichen Verbrauchs über die gesamte Testdauer gemessen, weiters anhand Verbrauch laut Eurozyklus (gemäß Richtlinie 98/69/EC) in Stadt- und Überlandzyklus sowie Verbrauch im Autobahnzyklus (mit maximal 130 km/h).

Abgaswerte: Die Abgaswerte (Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid, Stickoxide, PM) wurden wie der Verbrauch gemäß Eurozyklus gemessen.

Technik

Motor und Kraftübertragung : Die Beschleunigungswerte von 60 bis 100 km/h wurden beim Fahren im 4. Gang und beim Durchschalten gemessen. Die Elastizität und die Laufkultur des Motors sowie die Schaltung und die Abstimmung von Motor und Getriebe wurden von professionellen Testfahrern beurteilt.

Bremsen: Die Autos wurden mehrmals aus 100 km/h voll gebremst und der Bremsweg gemessen. Zusätzlich wurden die Bremsanlage und das Verhalten des Autos beim Bremsvorgang subjektiv beurteilt.

Lenkung und Handling, Sicht : Richtungsstabilität, Kurvenfahren, Handling, Lenkung und Sicht wurden ebenfalls von den Testfahrern bewertet.

Komfort

Innenraum: Das Platzangebot im Innenraum wurde vermessen. Das Ein- und Aussteigen, der Sitzkomfort und die Bedienung von Schaltern, Sitzen, Fenstern, Türgriffen etc. wurden subjektiv bewertet.

Kofferraum: Das Ladevolumen wurde in Anlehnung an ISO 3832 mit Schaumstoffkörpern ermittelt. Es wurde bei verschiedenen Variationen der Sitze („normal“ mit aufgestellten Sitzen/Bänken, „maximal“ mit umgelegten bzw. entfernten Sitzen, „minimal“ bei 7-Sitzern mit allen Sitzen installiert) gemessen, bis zur Fensterunterkante bzw. Laderaumabdeckung. Weiters wurden die Zugänglichkeit des Kofferraums und die Variationsmöglichkeiten beurteilt.

Fahrkomfort: Das Fahren wurde bei unterschiedlichen Straßenverhältnissen sowie auf einer Rumpelpiste durch die Testfahrer beurteilt.

Geräusche: Die Geräusche im Wageninneren wurden gemessen und bewertet.

Heizung und Ventilation: Die Prüfung der Heizung und Ventilation wurde im Klimaraum durchgeführt. Bei minus 10 Grad Celsius Außentemperatur wurde die Zeit gestoppt, die benötigt wird, um das Wageninnere auf plus 22 Grad Celsius zu erwärmen. Die Messung erfolgte getrennt für die vorderen und die hinteren Sitze.

Mehr zum Thema

  • Insgesamt wurden in dieser Serie 42 Automodelle getestet, darunter auch der neue Mercedes C, Mini Cooper und Skoda Superb. Die Tabelle finden Sie links unter dem Bild und unter [ Test: Aktuelle Automodelle 9/2007  ]
  • Die Gesamttabelle aller Autotests seit 2004 finden Sie unter Auto Extra.
  • Dort finden Sie auch die genauen Crashtest-Resultate von Fiat Bravo, Nissan Qashqai sowie Toyota Auris & Co in tabellarischer Form.

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