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Skigebiete im Vergleich - Preise, Pisten, Angebote

Die heimischen Skigebiete investieren zwar emsig in die Infrastruktur, kassieren aber mindestens ebenso fleißig bei den Liftpreisen. - Dieser Artikel ist nur online und nicht im Heft erschienen.

Seit 14 Jahren nimmt KONSUMENT die Preisgestaltung der heimischen Skigebiete unter die Lupe. Und seit 14 Jahren kennen die Preise nur eine Richtung: nach oben. Das bestätigt auch unsere aktuelle Erhebung für die Saison 2017/18. Im Durchschnitt verteuerte sich eine Erwachsenen-Tageskarte im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent. Zur Einordnung: Die Inflationsrate bewegte sich in den vergangenen Monaten entlang der 2-Prozent-Marke.

Noch deutlicher zeigen sich die Preiserhöhungen, fast schon traditionell, bei 6-Tages-Tickets. Im Durchschnitt legten diese Mehrtagespässe (für Erwachsene) im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent zu.

Kitzbühel am teuersten

Wie schon voriges Jahr müssen Skifahrer auch heuer in Kitzbühel am tiefsten in die Tasche greifen. Eine Tageskarte für Erwachsene kostet aktuell 55 Euro; um ganze 2 Euro mehr als 2016/17. Diese Preiserhöhung zeugt von besonders viel – nennen wir es Selbstbewusstsein. Denn im Normalfall trauen sich die Seilbahnbetreiber selten, einen so offensichtlichen Erhöhungsschritt zu setzen. Gängiger sind Erhöhungen um 50 Cent oder 1 Euro. Für einen 6-Tages-Skipass muss man in Kitzbühel heuer als Erwachsener übrigens 266 Euro berappen (nach 256 Euro im Vorjahr).

Tageskarte um 50 Euro und mehr

Konkret drehten jene 13 Skigebiete, die bereits im Vorjahr 50 Euro oder mehr für Erwachsenen-Tageskarten verlangt hatten, auch heuer allesamt wieder an der Preisschraube; neben Kitzbühel (wie bereits erwähnt) besonders vehement die Seilbahnbetreiber von Obergurgl/Hochgurgl. Auch in diesem Tiroler Skigebiet verteuerte sich die Tageskarte um ganze 2 Euro – sie kostet jetzt 52 Euro.

Die teuersten 13 unserer Erhebung wurden heuer zu den teuersten 14: Denn auch in Serfaus-Fiss-Ladis verlangt man jetzt für die Tageskarte nicht mehr 49 Euro, sondern 51 Euro.

Wenigzell und Raggal am günstigsten

Auf der anderen Seite der Preismedaille findet sich das kleine Skigebiet Wenigzell in der Steiermark. Eine Tageskarte für Erwachsene kostet hier 22 Euro, die 6-Tages-Karte 111,20 Euro. Ebenfalls um 22 Euro können Erwachsene in Raggal/Großes Walsertal einen Tag Ski fahren. Wer in diesem Vorarlberger Skigebiet 6 Tage lang seine Schwünge ziehen möchte, muss aber – weniger wohlfeil – 226 Euro berappen. Diese Liftkarte gilt dann allerdings auch für 37 andere Skigebiete in Vorarlberg, Tirol und Deutschland (sogenannter 3-Täler-Superpass).

Riesige Investitionen und Verdrängungswettbewerb

582 Millionen Euro investiert

Aus Sicht der österreichischen Seilbahnwirtschaft sind die jährlichen Preiserhöhungen jedenfalls insofern gerechtfertigt, als laufend in die Skigebiete investiert wird. Die riesigen Summen, die vor allem von den großen Skigebieten jedes Jahr in die Hand genommen werden (heuer laut Fachverbandszahlen österreichweit 582 Millionen Euro), müssen ja schließlich wieder hereingespielt werden. Ob die Gigantomanie tatsächlich im Sinne der Konsumenten ist, wie Vertreter der Seilbahnwirtschaft argumentieren, sei dahingestellt.

Umsatzplus trotz gleicher Beförderungszahlen

Viele Skifahrer sind aber – das muss man fairerweise erwähnen – offenbar gewillt, die jährlichen Preiserhöhungen zu schlucken. Denn laut Daten des Fachverbandes der Seilbahnen stagniert zwar die Zahl der beförderten Skifahrer seit Jahren, doch die Kassenumsätze der Betreibergesellschaften legen Jahr für Jahr zu (2016/17 um rund vier Prozent auf 1,35 Milliarden Euro).

Verdrängungswettbewerb 

Die großen Skischaukeln der Nation werden in unzähligen Hochglanzgazetten zur Genüge abgefeiert. Lohnenswerter scheint uns ein Blick auf die kleinen und mittleren Skigebiete Österreichs zu sein. Jene Skigebiete, die aus Sicht eines Durchschnittsverdieners noch leistbare Tickets anbieten. Doch es sind genau diese Gebiete, die im Verdrängungswettbewerb der Großen zerrieben zu werden drohen.

Frauenalpe sperrte zu

Beispiele für diesen Verdrängungswettbewerb gibt es schon einige, auch ein ganz aktuelles: Heuer mussten wir leider ein kleines Skigebiet von unserer Liste streichen – die Frauenalpe bei Murau in der Steiermark. Ende Oktober wurden dort die letzten Liftanlagen abgebaut.

Ungewisse Zukunft auf der Flattnitz

Vor dem Zusperren gerettet wurde indes die Postalm in Salzburg. Die Gläubiger der insolventen Liftgesellschaft stimmten einer Entschuldung zu. Spätestens zu Weihnachten soll der Betrieb aufgenommen werden. 
Wie es mit der Flattnitz in Kärnten weitergeht, steht hingegen in den Sternen. Der Liftbetreiber wirft nach dieser Saison das Handtuch – auch mangels Unterstützung von öffentlicher Seite.

Auch kleine Skigebiete investieren

Annaberg investiert

Zum Glück gibt es auch immer wieder Nachrichten aus den kleineren Skigebieten, die positiv stimmen. So wurde zum Beispiel am Annaberg in Niederösterreich kräftig in die Beschneiungssysteme investiert (neuer Speicherteich) – in nicht mehr schneesicheren Zeiten wie diesen das A und O für einen geregelten Skibetrieb. Am Hochficht in Oberösterreich wird ein Schlepplift durch eine Zehnergondel ersetzt und es wird ebenfalls in neue Schneekanonen investiert.

Petzen stabilisiert sich

Ein weiteres positives Beispiel für ein kleines Skigebiet, das noch vor Kurzem auf der Kippe stand, und nun durchaus optimistisch in die Zukunft blicken kann, ist die Petzen bei Bleiburg in Unterkärnten. Seit der Neuübernahme vor zwei Jahren wird – mit Maß und Ziel – in die Infrastruktur investiert und der Skiberg neu positioniert. Heuer wird zum Beispiel ein Schlepplift durch eine Vierersesselbahn ersetzt. Wichtig für die finanzielle Sicherheit ist auch das Sommergeschäft. Hier konnte sich die Petzen mit einem Mountainbike- und Wanderschwerpunkt stabilisieren.

Königsberg-Hollenstein und Forsteralm mit Crowdfunding

Ähnliches gilt für das niederösterreichische Gebiet Königsberg-Hollenstein. Auch hier konnte nach einem Betreiberwechsel wieder Stabilität hergestellt werden – insbesondere mit dem Sommer-Fokus aufs Mountainbiken. Die Betreiber gingen auch durchaus zeitgeistige Wege, was die Finanzierung anstehender Investitionen anbelangt. Eine Crowdfunding-Kampagne spülte heuer 58.000 Euro in die Kassa.

Bei der Forsteralm, im Grenzbereich zwischen Ober- und Niederösterreich, waren es gar mehr als 460.000 Euro, die über die "Crowd" eingesammelt wurden. "Skifoan dahoam" wurde die Kampagne betitelt – und offenbar ist den Menschen in der Region der Fortbestand dieses kleinen Skigebietes mit 16 Pistenkilometern ein großes Anliegen. Mehr als 1.000 Crowdinvestoren machten mit. Die Summe wurde in die Modernisierung der Beschneiungsanlage investiert.

Tabelle: die günstigsten Skigebiete

Tabelle: die teuersten Skigebiete

Tabelle: Skigebiete Osttirol bis Niederösterreich

Tabelle: Skigebiete Vorarlberg bis Nordtirol

Leserreaktionen

Kräftig gefördert

Riesige Summen werden von Skigebieten in die Hand genommen, heimische Skigebiete investieren kräftig, Seilbahnindustrie investiert Mio. usw. Mit traditioneller Regelmäßigkeit berichtet die Branche zum Saisonbeginn über „ihre Leistungen“ zum Wohle der Kunden.

Nie, oder nur wenn man sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, erfährt der Kunde, wie hoch der Investitionsbeitrag des Steuerzahlers jedes Jahr ist. Kaum ein Skigebiet kommt nämlich ohne kräftige Förderungen der öffentlichen Hand aus und nicht selten ist eine Kommune sogar Eigentümer der Infrastruktur.

Insgesamt hat nach meiner Wahrnehmung in kaum einer anderen Branche die Wandlung vom Unternehmer zum Fördernehmer rascher stattgefunden. Ein Dankeschön an den Steuerzahler wäre durchaus auch einmal angebracht. Studien belegen, dass der Skisport trotz hoher Subventionen nur von einer Minderheit der Steuerzahler genutzt wird.

User "PeterBaum"
(aus KONSUMENT 2/2018)

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