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Lebensmittel: Light-Produkte - Kein Freibrief fürs Schlemmen

Hinter „Light“ kann vieles stecken. Um das wirklich herauszufinden, werden Sie eine Lupe benötigen.

Wenn die Badesaison beginnt, schauen viele wieder auf ihre Figur. Dem kritischen Blick in den Spiegel folgt der Entschluss: Weg mit den überflüssigen Kilos! Da greifen viele verstärkt zu „Light“-Produkten, werden diese doch oft mit „kalorienreduziert“ gleichgesetzt. Doch wie weit sind diese Produkte dafür wirklich tauglich?

Light ist nicht gleich light

Vorweg: Für „Light“-Produkte gibt es keine europaweit gültigen Definitionen und Richtlinien. Der österreichische Lebensmittelcodex enthält Vorschriften für einzelne Produktgruppen (siehe Produktfotos). Diese gelten jedoch nur für österreichische Erzeugnisse, nicht für Importwaren.
„Light“ kann etwa bedeuten, dass ein Lebensmittel weniger Zucker enthält oder weniger Fett, weniger Kalorien, weniger Alkohol, dass es kohlensäure- oder koffeinarm ist. Aber es kann auch bloß heißen, dass der Hersteller sein Erzeugnis als besonders bekömmlich anpreisen möchte oder dass das Produkt besonders locker und luftig ist.

Ein „Light“-Bier mag vielleicht weniger Alkohol haben, muss jedoch deswegen nicht weniger Kalorien enthalten. Und beim „Light“-Kaffee schreibt der Codex zwar vor, dass dieser zur Hälfte aus koffeinfreiem Kaffe bestehen muss, das Kaloriensparen, sprich der sparsame Einsatz von Zucker, bleibt einem aber schon selber überlassen.

Etiketten lesen

Doch auch innerhalb der geregelten Produktgruppen gibt es erhebliche Unterschiede. Grund dafür ist, dass die Codexvorschriften in manchen Fällen einen maximalen Fettgehalt vorschreiben. Einzelne Hersteller bewegen sich dabei an der Obergrenze, andere unterschreiten diesen Wert beträchtlich. Gleiches gilt für jene Produkte, die als „brennwertvermindert“, „kalorienarm“ oder ähnlich gekennzeichnet sind.

Sie müssen um „mindestens 30 Prozent“ weniger Kalorien enthalten als vergleichbare Erzeugnisse. Den tatsächlichen Unterschied im Kalorien- oder Fettgehalt kann man nur durch den direkten Vergleich der Nährwertangaben herausbekommen. Wer also zu „light“ greift um abzunehmen, kommt um ein gründliches Studium der Etiketten nicht herum. Pech, wenn gar keine Nährwertangaben vorhanden sind, denn sie sind nicht bei allen Produkten vorgeschrieben.

Light und teuer?

Auch ein Preisvergleich kann lohnen. Zwar hat unsere Stichprobe ergeben, dass die „Light“-Variante in den meisten Fällen etwa gleich viel wie das normale Produkt kostet, einige Ausreißer fanden sich aber doch. So kostet etwa das Nöm Fastenjogurt natur gleich um 80 Prozent mehr als das normalfette Nöm Naturjogurt. Und für Kelly’s Light Chips muss man überhaupt fast zweieinhalb Mal so viel wie für die Classic Chips hinlegen (bei nur 15 Prozent Kalorienersparnis).

„Diät“ und „light“ ist nicht das Gleiche

Nicht geeignet zum Abnehmen sind „Diät“-Produkte. Diese sind für Menschen, die aufgrund bestimmter Krankheiten, wie etwa Diabetes, spezielle Ernährung brauchen. Meist ist der Zucker durch Süßstoff ersetzt oder die Zusammensetzung der Fette verändert (wenn es der Ernährung von Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel dienen soll).

Unterm Strich bleibt die Kalorienbilanz gleich: Die „Milka Alpenmilch Diät“-Schokolade hat mit 485 kcal nur unwesentlich weniger Kalorien als das vergleichbare Normalprodukt mit 549 kcal (pro 100 Gramm). Und der Delikatessa Diät-Truthahnaufstrich weist mit 325 kcal gleich um satte zwei Drittel mehr Kalorien auf als der Inzersdorfer Geflügelaufstrich mit 204 kcal (pro 100 Gramm).

Unterstützung beim Abnehmen

Hat man sich aufmerksam durch die Tücken der Produktkennzeichnung gekämpft, können „Light“-Produkte Unterstützung beim Abnehmen bieten. Allerdings nur, wenn sie nicht als Freibrief zum ungehemmten Schlemmen missverstanden oder zur Beruhigung des Gewissens eingesetzt werden. Wer dies tut, wird eher zu- als abnehmen. Für eine nachhaltige Gewichtsreduktion immer noch am besten: mehr Bewegung und eine Umstellung der Essgewohnheiten hin zu Nahrungsmitteln, die von Natur aus „light“ sind – Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide.

Light Lebensmittel

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Immer wieder tauchen Meldungen auf, dass Süßstoffe gesundheitsschädlich seien. Zur Behauptung, dass Aspartam Multiple Sklerose auslösen oder fördern könnte, stellte die amerikanische Multiple-Sklerose-Stiftung fest, dass es dafür keine wissenschaftlichen Hinweise gebe. Auch für die ebenfalls oft behauptete Verbindung von Saccharin und erhöhtem Krebsrisiko konnten bislang keine Beweise gefunden werden. Lediglich Personen, die an der angeborenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie leiden, müssen Aspartam meiden, da sie die beim Abbau von Aspartam entstehende Aminosäure Phenylalanin, die auch natürlich in vielen Lebensmitteln vorkommt, nicht abbauen können.

Erwiesen ist mittlerweile auch, dass die Einnahme von Süßstoffen kein Absinken des Blutzuckerspiegels bewirkt. Der Appetit, der im Zusammenhang mit dem Verzehr künstlich gesüßter Nahrungsmittel bisweilen auftritt, ist also eher darauf zurückzuführen, dass Süßstoffe nicht so eine sättigende Wirkung wie Zucker haben.

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